Wandel des Cuxhavener Quartiers Lehfeld: In 20 Jahren viel erreicht
Vom stigmatisierten "Ostblock" zu einem lebendigen Stadtteil: Wie sich das Cuxhavener Lehfeld in zwei Jahrzehnten "gemausert" hat, stellte der Stadtteilverein kürzlich vor Gästen aus dem Bereich der Landesarbeitsgemeinschaft Soziale Brennpunkte vor.
Dem Stadtteilverein ging es um Rückschau, für Gäste von außerhalb war die Veranstaltung eine willkomene Gelegenheit, um einen Blick über den eigenen Tellerrand zu werfen: Was sich im Lehfeld in 20 Jahren getan hat, war Gegenstand eines Treffens von Bewohner-Initiativen, die über die Landesarbeitsgesellschaft (LAG) Soziale Brennpunkte Niedersachsen vernetzt sind.
Aus Hannover sowie der selbständigen Gemeinde Laatzen kamen die Auswärtigen; neben ihnen hatten sich Vertreter aus der Verwaltung und Mitglieder anderer lokaler Initiativen im Bürgerzentrum auf dem Lappeplatz eingefunden. Zahlenmäßig dominierten die Gastgeber: Bewohnerinnen und Bewohner aus dem Viertel, die immer wieder als Stichwortgeber fungierten, als Stadtteilmitarbeiterin Jutta Auga und der Cuxhavener Künstler/Kunspädagoge Niels Hertel mehr als zwei Jahrzehnte Stadtteilarbeit Revue passieren ließen.
Gefühl von Identität entstanden
Ausgehend von einer in der Vergangenheit liegenden Stigmatisierung des Viertels (der Begriff "Ostblock" behielt trotz unterschiedlicher Erklärungsmuster einen negativen Touch, beschrieben die beiden Referenten einen Veränderungsprozess, der mit der Stdatteilvereinsgründung im Jahr 2003 einsetzte. Die Geburtsstunde von Ritzebüttel aktiv lag somit noch vor der Aufnahme des Lehfelds in das Förderprogramm "Soziale Stadt", die im Jahr 2007 erfolgte und so etwas wie das finanzielle Rückgrat der Quartiersentwicklung bildete.
Zur Wahrheit gehört auch, dass die von Stadtplanern und Sanierungsträgern wie der "Siedlung" begleitete städtebauliche Erneuerung nicht von allen auf Anhieb bejubelt wurde: Mit Skepsis reagierten Anwohner zum Beispiel auf die Idee, ein Bürgerzentrum zu bauen. 2013 vollendet, ist das Gebäude nicht nur Versammlungsort. Über seine Nutzer ist es zum Impulsgeber für das Lehfeld geworden. "Gute Nachbarschaft", so Auga habe vor Ort zum Teil auch schon früher gegeben. Was fehlte und sich erst im Zuge des Erneurungsprozess einstellte, sei ein Gefühl von Identität gewesen. Dass sich ein neues Selbstbewusstsein herausbilden konnte, führte Auga unter anderem auf den Umstand zurück, dass die Quartiersebtwicklung eben nicht "von oben herab", sondern durchaus auf Augenhöhe erfolgt sei.
Projektförderung "Soziale Stadt" lief 2025 aus
Bauliche Maßnahmen waren das eine. Ein wichtiges Vehikel bildete andererseits das Kulturangebot mitten im Viertel. Künstler wie Felice & Cortes gastierten auf dem Lappeplatz, der Cuxhavener Autor und Theatermacher Christian Berg begleitete die Veränderungen ringsum. Einen wichtigen Part übernahm ferner Niels Hertel, der Bewohner (und Gäste) nicht nur beim Landesarbeitsgruppentreffen animierte, künstlerisch tätig zu werden. Auf Hertels Konto (und das eines Künstlerkollegens) ging unter anderem ein wichtiges Projekt zum Ukrainekrieg - ein Ereignis, das im Viertel Verunsicherung und Ängste vor möglichen sozialen Konflikten schürte.
Die Förderung über das Projekt "Soziale Stadt" sei im vorigen Jahr ausgelaufen, erklärten die Referenten abschließend in Richtung ihrer Gäste. Trotzdem würden sich aber nach wie vor Mittel generieren lassen, um Stadtteilarbeit zu machen.

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