Cuxhavener Schüler geht mit "Tuffe Lisa" viral - "Das war größtenteils Glück"
Der Cuxhavener Max Wölm landete mit seinem Song "Tuffe Lisa" einen Erfolg - besonders in Schweden. Der 17-Jährige produziert Musik als Hobby, nun könnten ihm bald noch ganz andere Türen offen stehen.
Seit drei Jahren produziert Max Wölm hobbymäßig Musik. Jetzt ist sein Song "Tuffe Lisa" auf Tik Tok viral gegangen. Anfragen von Plattenfirmen und eine neue berufliche Möglichkeit begleiten den Schüler dadurch zur Zeit.
Der 17-Jährige geht noch zur Schule - sein Abitur macht er im übernächsten Jahr. Seit 2023 produziert er Musik, für Freunde legt er auch mal als DJ auf Feiern auf. "Das Interesse an Musik hatte ich schon von klein auf", erzählt der Cuxhavener. Mit sechs Jahren begann er, Schlagzeug zu spielen. Mit der Zeit habe er die Welt des Produzierens entdeckt und wollte es ausprobieren. Er lud sich ein Programm herunter: "Das sah für mich erst aus wie ein Flugzeug-Cockpit", schildert der 17-Jährige.
Er veröffentlicht als "MadMaxCux"
Angetan hat es ihm vor allem Musik in Richtung Hardtech und Up-Tempo. Darunter versteht sich ein schnelles und hartes Subgenre der elektronischen Tanzmusik. Privat höre Wölm aber viele verschiedene Genres: von Hip-Hop über 80er-Jahre-Musik zu Rockmusik ist alles dabei. Er habe sich auch mal mit Hip-Hop-Beats ausprobiert, aber: "Ich bin da eher vertieft in diesem Techno-Ding." Um die 15 Stunden pro Woche setzt er sich dafür an seinen Rechner. "Einfach, wenn ich Lust dazu habe", sagt er. Veröffentlichen tut er unter dem Namen "MadMaxCux" - die Idee dazu kam von seinem Vater, als er einen Namen bei seiner ersten Playstation brauchte. "Ich bin dabei geblieben", erklärt der Schüler.
"Tuffe Lisa" erreicht über 3 Millionen Aufrufe
Am 6. September 2026 veröffentlichte er den Song "Tuffe Lisa" - noch im September ging der Song auf Tik Tok viral. Inzwischen hat er auf allen Plattformen zusammengerechnet um die 3,16 Millionen Streams. Als er den Song in einem Video auf Tik Tok angekündigt hat, war die Resonanz bereits hoch. Dass sie jedoch so groß werde, damit habe der 17-Jährige nicht gerechnet. Seine vorherigen Songs hatten um die 5000 Aufrufe - durch den Hype um "Tuffe Lisa" sind auch dort die Zahlen hochgegangen. Besonders in der schwedischen Tuning-Szene kommt der Song gut an. "Die Zielgruppe wurde erreicht, die ich erreichen wollte." Wölm verfolgt die Musikrichtung Up-Tempo, dabei ist ihm aufgefallen, dass die Musik besonders in Schweden zurzeit gut läuft. Darum wollte er sich selbst daran probieren - und das mit Erfolg.
Der Name "Tuffe Lisa" hat an sich keine Bedeutung, der Text ist auf Schwedisch. Die meisten Lieder in dem Genre haben einen englischen Text. "Das war für mich was ganz Neues. Ich verstehe zwar kein Schwedisch, aber das hört sich cool an", schildert Wölm. Den Text hat er auf Deutsch geschrieben und dann übersetzen lassen. "Da sind ein paar Reime drin, die einfach gut klingen, obwohl man die Sprache nicht kann", findet er. Besonders gut kommt sein Song damit bei der Epadunk-Kultur an: ein Genre und zugleich eine Jugendkultur in Schweden. Das sind Jugendliche, die Traktoren umbauen, die nur 30 km/h fahren können, erläutert er. "Die wollen sich irgendwie anders auffällig machen." Zum Erfolg von "Tuffe Lisa" sagt der Cuxhavener: "Das war größtenteils Glück."
Mehrere Anfragen von Plattenfirmen
Der 17-Jährige hat mit seinem Erfolg auch das Interesse von Plattenfirmen geweckt. Zahlreiche Anfragen seien bei ihm inzwischen eingegangen. "Ich habe es erst mal gar nicht so geglaubt, weil da auch ein Name stand, den man kennt", beschreibt er die erste Nachricht. Auf das Misstrauen folgt die Erkenntnis, dass es sich um eine echte Anfrage handelt. "Krass, das hätte ich jetzt nicht gedacht, dass man mal eben so angeschrieben wird."
Unterstützt wird er sowohl von seiner Familie, als auch von seinen Freunden. Wenn die aktuellen Zahlen veröffentlicht werden, zeigt er sie sofort seiner Familie. "Dann war natürlich ein kompletter Freudenausbruch hier im Haus", erzählt Wölm. Sein Song landete bereits in den schwedischen Single-Charts auf Platz drei - vor Taylor Swift.
Der 17-Jährige spielt auch noch Handball. Gerade in der Klausurenphase müsse aber zeitlich geschaut werden. Wenn er aber Zeit hat, widmet er sich seiner Musik. "Und dann nehme ich vielleicht auch in Kauf, dass ich eine Stunde weniger Schlaf kriege." Das Wichtigste dabei ist für ihn der Spaß.
Berufliche Zukunft noch offen
Wo es für den Cuxhavener nach der Schule hingeht, weiß er noch nicht. Eventuell mit der Musik Geld verdienen? "Da mache ich mir jetzt erst so langsam Gedanken drüber." Bis vor Kurzem wäre es für den 17-Jährigen noch keine Option gewesen. Vielleicht ergebe sich durch den Erfolg seines Songs und den daraus resultierenden Anfragen etwas Langfristiges. Aber: "Es könnte theoretisch auch sein, dass es morgen wieder vorbei ist", reflektiert der Schüler.
CNV-Newsletter
Wissen, was im Cuxland los ist: Alle wichtigen Nachrichten aus der Stadt und dem Landkreis Cuxhaven direkt in Ihr Postfach. Hier für den CNV-Newsletter anmelden.