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Seit 2003 war Werner Ludwigs-Dalkner Geschäftsführer der Werkhof und Wohnstätten Lebenshilfe Cuxhaven gGmbH. Nun ist er nur wenige Monate nach dem Eintritt in den Ruhestand gestorben. Foto: Reese-Winne
Seit 2003 war Werner Ludwigs-Dalkner Geschäftsführer der Werkhof und Wohnstätten Lebenshilfe Cuxhaven gGmbH. Nun ist er nur wenige Monate nach dem Eintritt in den Ruhestand gestorben. Foto: Reese-Winne
Erinnerung

Nachruf: Werner Ludwigs-Dalkner war Stimme und Gesicht der Lebenshilfe Cuxhaven

von Maren Reese-Winne | 15.10.2026 Zuletzt aktualisiert: 15.10.2026 17:50 Uhr

Werner Ludwigs-Dalkner, der unermüdliche Kämpfer für Inklusion und die Rechte behinderter Menschen in Cuxhaven, ist verstorben. Sein Vermächtnis der Menschlichkeit und Entschlossenheit wird unvergessen bleiben.  

Die Lebenshilfe für Menschen mit Behinderungen Cuxhaven mit all ihren Mitgliedern und Einrichtungen trägt Trauer: Kurz nachdem er im Juni in den Ruhestand verabschiedet worden war - schon durch seine schwere Krankheit gezeichnet -, ist der langjährige Geschäftsführer der Werkhof und Wohnstätten Lebenshilfe Cuxhaven gGmbH, Werner Ludwigs-Dalkner, am 2. Oktober im Alter von 66 Jahren gestorben. 

Der Wunsch, das große Neubauprojekt in der Brockeswalder Chaussee noch bis zum Ende zu begleiten, blieb unerfüllt. Statt die neu gewonnene Zeit mit seiner Familie genießen zu dürfen, stellte er sich dem Schicksal tapfer. Bei seiner Verabschiedung beim 65-jährigen Jubiläum der Lebenshilfe richtete er eine nachhaltige Botschaft an die vielen Gäste, Weggefährten, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, nämlich dass es sich jeden Tag aufs Neue lohne, sich für eine Sache einzusetzen. Außerdem ermunterte er die Anwesenden, gerade in diesen Zeiten weiter die Stimme zu erheben, klare Kante zu zeigen und nicht zurückzuweichen.

So, wie er selbst es seit 2003 in Cuxhaven vorgelebt hatte. Unter den zahllosen Pressegesprächen in Werner Ludwig-Dalkners Büro war kein einziges, aus dem man anschließend nicht mit mehreren druckreifen Botschaften herausging oder in dem einem nicht ein beeindruckendes neues Projekt präsentiert worden war.

Werner Ludwigs-Dalkner bei der Grundsteinlegung in der Südersteinstraße zusammen mit Edebohl Tietje, dem Vorsitzenden des Vereins Lebenshilfe. Es war mitten in der Corona-Zeit. Gäste durften nicht dabei sein. Archivfoto: Lebenshilfe

Alle reden von bezahlbarem barriererefreiem Wohnraum - die Lebenshilfe handelte und setzte es mit einem sehenswerten Neubau neben dem Kubi um, genau wie jetzt in der Brockeswalder Chaussee, wo gerade eine Tagesstätte für bis zu 20 Senioren sowie Wohnraum für Wohngemeinschaften, Einzelpersonen und Familien entsteht - visionär, einzigartig in Cuxhaven und das beste Beispiel für gelebte Inklusion, die für den Diplom-Pädagogen Werner Ludwigs-Dalkner stets vorrangig war. Mit Einrichtungen wie dem Kubi und dem Cap-Markt hat er die Lebenshilfe mitten in die Stadtgesellschaft gebracht.

Nur wenig hat ihn so sehr aufgebracht wie die im Jahr 2015 wie ein Damoklesschwert über dem Unternehmen schwebende Steuernachzahlung in sechsstelliger Höhe, ausgelöst durch Uneinigkeiten in den Finanzbehörden über die Besteuerung von Dienstleistungen in Werkstätten für Menschen mit Behinderungen. Nach Protesten, Klagen und Verwaltungsanweisungen löste sich die Forderung nach bangen Monaten in Luft auf.

Die zermürbende Corona-Zeit, in der es anders als in den meisten anderen Werkstätten gelang, den Betrieb unter größten Sicherheitsvorkehrungen aufrecht zu erhalten; der immerwährende Angriff auf die Sozialgesetze - bequem waren die Zeiten für Werner Ludwigs-Dalkner nie. Aber auch er bemühte sich erst gar nicht, bequem zu sein, wenn es um die Rechte und Lebensbedingungen behinderter Menschen ging. Er erhob seine Stimme als Zweiter Vorsitzender im Beirat für Menschen mit Behinderungen der Stadt Cuxhaven - unvergessen sein rigoroses Urteil zum Kopfsteinpflaster auf dem Kaemmererplatz -, engagierte sich in verschiedenen Ebenen der Lebenshilfe und in zahlreichen Sozialverbänden in Cuxhaven und weit darüber hinaus. Er organisierte, war da und beeindruckte durch seinen fast unerschöpflichen Wissensfundus.

Doch wie hoch die Wellen auch schlugen: Fast immer stand die Tür zu seinem Büro offen, er begegnete jedem mit echtem Interesse, Respekt und Zuwendung. Diese Menschlichkeit wird die Lebenshilfe-Gemeinschaft immer mit Werner Ludwigs-Dalkner verbinden. In insgesamt 47 Berufsjahren in der Eingliederungshilfe hat er beharrlich für die Rechte anderer gestritten. Die Bestürzung ist groß bei allen, die um ihn trauern. Unsere Gedanken sind - allen voran - bei seiner Ehefrau Dörthe, seinen drei Kindern und dem Enkelsohn. Am Donnerstag, 22. Oktober, kann um 12 Uhr auf der Trauerfeier in Brockeswalde Abschied genommen werden. 

Aus jungen Jahren: Pressetermin kurz nach dem Antritt in Cuxhaven. Foto: Reese-Winne

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Maren Reese-Winne

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Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

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