Isabel Conde und Nils Fenske wünschen sich, dass Schulen nicht mehr bei der Umsetzung politischer Entscheidungen allein gelassen werden. Nils Fenske hat sich außerdem Gedanken um eine bessere Schulverpflegung gemacht. Foto: Reese-Winne
Isabel Conde und Nils Fenske wünschen sich, dass Schulen nicht mehr bei der Umsetzung politischer Entscheidungen allein gelassen werden. Nils Fenske hat sich außerdem Gedanken um eine bessere Schulverpflegung gemacht. Foto: Reese-Winne
"So kann es nicht weitergehen"

Cuxhaven prüft Großküche für Schulen: Elternrat fordert bessere Qualität

von Maren Reese-Winne | 28.04.2026

Der Stadtelternrat der Schulen erhebt seine Stimme für eine verbesserte Bildungsqualität in Cuxhaven. Im Austauisch mit der Presse kam außerdem die Idee einer zentralen Großküche für die Mittagverpflegung der Schulen zur Sprache. 

Bildung ist kein Bereich, um sich politisch zu profilieren, finden Nils Fenske und Isabel Conde, 1. Vorsitzender des Stadtelternrats der Schule und seine Stellvertreterin. Sie haben den Anspruch, dass die Parteien sich nicht nur mit Schulthemen schmücken, sondern wirklich umsetzen, was die Kinder brauchen, nämlich gute Bedingungen zum Lernen.

Verzweiflung und Ernüchterung spricht aus ihren Worten, wenn sie über die Zustände im wirklichen Leben berichten: "Betreuung, Inklusion, nichts funktioniert. Es wird nicht weitergedacht. Die Entscheider ziehen sich zurück und haben nichts mehr mit der Umsetzung zu tun, Schulen und Familien werden hingegen alltäglich damit konfrontiert." Mit Schulen und Horten (wichtig beim Thema Ganztagsbetreuung) werde nicht offen kommuniziert.

Als einen der großen Missstände beschreibt Isabel Conde die mangelnde Unterstützung der Schulen bei der Umsetzung der Inklusion - wohlwissend, dass dies nicht in den Händen der Lokalpolitik liegt. Dennoch könnte lokale Verantwortliche eine Menge für ein besseres Klima in der Schullandschaft der Stadt tun, sagt Nils Fenske und nennt die Beispiele Schule am Meer oder Gorch-Fock-Schule/Oberschule Cuxhaven-Mitte: "Die Elternschaft empfindet den Clinch zwischen Stadt und Landkreis als sehr belastend. Dieser darf keine Auswirkungen auf die Bildungsqualität unserer Kinder haben."

Rechtzeitig auf wachsendes Cuxhaven einstellen

Beiden fehlt außerdem der Mut von Politik und Verwaltung, Bildung in Cuxhaven groß zu denken: "Bitte berücksichtigen Sie bei der Planung das florierende Cuxhaven. Wenn Arbeitsplätze für junge Familien nach Cuxhaven kommen sollen, müssen Betreuungsplätze analog dazu geschaffen werden", rechnet Nils Fenske vor. Die Nachmittagsbetreuung werde weiter an Bedeutung gewinnen, weil Familien sich eine längere Auszeit oder Teilzeitbeschäftigung eines Elternteils wirtschaftlich nicht mehr erlauben könnten - für Alleinerziehende sei das ohnehin ein stetiger Kampf.

Die durch den Döser Elternbeirat in den Stadtelternrat entsandte Isabel Conde schaut außerdem bereits weiter: Parallel zu einer qualifizierten Betreuung müssten Anreize geschaffen werden, um die Kinder Cuxhavens langfristig hier zu halten. Dazu gehörten Bildungsangebote, zu denen sie auch die Zukunftsakademie für Tourismus zählte. Nils Fenske rückt außerdem die gesellschaftliche Relevanz in den Vordergrund: "Bessere Abschlüsse, weniger Gehalt, mehr Perspektiven."

Nils Fenske, Elternvertreter der Altenbrucher Schule, engagiert sich seit drei Jahren im Stadtelternrat und befindet sich in seinem ersten Jahr als dessen Vorsitzender. Der Posten zog die Mitgliedschaft im Schulausschuss der Stadt auf sich, wo er sich nicht als stiller Zuhörer versteht. 

Nachdem es in den Lageberichten der Eltern häufiger um das Schulessen gegangen sei, habe er sich aufgemacht, mehr herauszufinden. Als gelernter Koch und Fleischer mit zahlreichen Zusatzqualifikationen kennt sich Nils Fenske, der seit 2012 bei der Bundeswehr ist, mit der Zubereitung großer Mengen aus. Bis zu 1000 Portionen werden bei einer Übung pro Tag ausgegeben. In der Truppenküche werden (nur mittags) rund 750 Personen versorgt.

Schulessen-Ausgabe hat oft ihre Tücken

In drei Schulen schaute sich Fenske die Anlieferung und Ausgabe der Mahlzeiten an. Im gängigen Cook & Chill-Verfahren werden die Mahlzeiten fertig gekocht geliefert und vor Ort erwärmt. Die erforderlichen Standardverfahren fand er mehrfach nicht eingehalten vor. Verbesserungspotenzial existierte unter anderem bei Hygiene (Kopfbedeckungen und geeignete Kochkleidung), Kühlung, Zubereitung und Organisation. Nachspeisen oder Salate hätten zum Beispiel zu lange ungekühlt auf Rollwagen bereitgestanden; Mindesttemperaturen seien beim Kochen möglicherweise nicht erreicht worden.

Seine persönliche Meinung: Stadt und Landkreis könnten das in einer neuen zentralen Großküche oder mehreren Kantinenküchen besser machen und dabei Einfluss auf Menge und Qualität der Lebensmittel sowie die Einhaltung der Standards nehmen. Er sei zur Unterstützung bei Konzeption und Umsetzung bereit. Das Thema Großküche wurde in der vergangenen Schulausschusssitzung bereits kurz angesprochen.

Nun hat die SPD-Fraktion einen Antrag auf Prüfung der Einrichtung einer Zentralküche formuliert, der auch Thema bei der Schulausschusssitzung am 5. Mai werden soll (Beginn um 16 Uhr, Sitzungsraum Vannes, Rathaus). Als Trittbrettfahrerei will das der Fraktionsvorsitzende Gunnar Wegener nicht verstanden wissen, vielmehr habe Ulla Bergen, langjähriges Mitglied im Ausschuss und Initiatorin des Antrags, bereits vor Jahren auf eine derartige Möglichkeit hingewiesen.

Nils Fenske stellt bei der Frage nach der Qualität nicht das Cook & Chill-System an sich infrage. Vielmehr verspricht er sich bessere Qualität fürs Geld, einen Zugriff auf die Höhe und Verwendung von Zuschüssen und Investitionen sowie besser geschultes Personal.  

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Maren Reese-Winne

Redakteurin
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

reese-winne@no-spamcnv-medien.de

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