Die Nordseeheilbad Cuxhaven GmbH experimentiert an einem Strandabschnitt in Döse mit Holzzäunen. Die Maßnahme wird kontrovers diskutiert. Foto: Mangels
Die Nordseeheilbad Cuxhaven GmbH experimentiert an einem Strandabschnitt in Döse mit Holzzäunen. Die Maßnahme wird kontrovers diskutiert. Foto: Mangels
Skepsis überwiegt

Holzzäune statt Pricken am Strand in Cuxhaven-Döse - gute Idee oder Fehlgriff?

von Christian Mangels | 28.04.2026

Die Diskussion über die Holzzäune am Döser Strand ebbt nicht ab. Nach der Berichterstattung von cnv-medien.de zu Optik und Hintergründen des Projekts äußerte sich die Nordseeheilbad Cuxhaven GmbH nun zu weiterführenden Fragen. 

Konkrete Antworten bleiben allerdings vorerst aus - denn die Testphase hat gerade erst begonnen. Wie Katharina Ziersch, Sprecherin der Nordseeheilbad Cuxhaven GmbH, mitteilt, befinde man sich noch ganz am Anfang der Beobachtungs- und Auswertungsphase. Die erst kürzlich eingerichtete Teststrecke liefere bislang schlicht noch keine belastbaren Daten. Weder zur zentralen Frage der Sandfangwirkung noch zu Themen wie Haltbarkeit, Wartungsaufwand oder Kosten könne derzeit eine fundierte Aussage getroffen werden.

Gerade die Frage, ob die Holzzäune die traditionellen Buschreihen, die sogenannten Pricken, gleichwertig oder sogar besser ersetzen können, steht im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses. Doch genau hier bittet die Gesellschaft um Geduld: "Messbare Vergleichswerte liegen uns bislang nicht vor", so Ziersch. Auch erste Trends oder Einschätzungen seien zum jetzigen Zeitpunkt nicht seriös möglich.

Das gilt ebenso für ökologische Aspekte. Zwar würden mögliche Auswirkungen auf das Küstenökosystem grundsätzlich berücksichtigt, doch auch hier sei eine längere Beobachtungszeit notwendig, um belastbare Erkenntnisse zu gewinnen.

Nordseeheilbad Cuxhaven GmbH verfolgt praxisorientierten Ansatz

Ein weiterer wichtiger Punkt: Bei dem Projekt handelt es sich ausdrücklich "nicht um ein wissenschaftlich begleitetes Projekt". Vielmehr verfolgt die Nordseeheilbad Cuxhaven GmbH einen praxisorientierten Ansatz. Ziel sei es, unter realen Bedingungen zu prüfen, ob alternative Lösungen grundsätzlich praktikabel und nachhaltig sind - auch vor dem Hintergrund wirtschaftlicher Rahmenbedingungen.

Die Pricken sind am Strand in Cuxhaven eigentlich nicht wegzudenken. In Döse allerdings verändert sich das vertraute Bild: Neben den Buschreihen tauchen nun Holzzäune auf. Foto: Mangels

Eine Entscheidung über einen möglichen großflächigen Einsatz der Holzzäune ist daher noch in weiter Ferne. Sie soll erst getroffen werden, wenn ausreichend interne Erkenntnisse vorliegen und verschiedene Kriterien sorgfältig ausgewertet wurden, erklärt Katharina Ziersch.

Während belastbare Daten aus dem Test noch fehlen, gibt es zumindest ein erstes Stimmungsbild aus der Bevölkerung. Eine Umfrage von CNV-Medien zeigt, dass die neuen Holzzäune mehrheitlich kritisch gesehen werden.

Auf die Frage, ob die Holzzäune am Strand sinnvoll seien, antworteten 37 Prozent der Teilnehmer mit "Nein, das passt nicht zum Strandbild". Weitere elf Prozent sprachen sich mit "Eher nein, die Pricken sind besser" ebenfalls gegen die neue Lösung aus.

Dem gegenüber stehen 22 Prozent, die die Zäune als "moderne Lösung mit Vorteilen" bewerten, sowie 17 Prozent, die sie zwar grundsätzlich befürworten, aber als gewöhnungsbedürftig empfinden. 13 Prozent der Befragten zeigten sich indifferent. Damit überwiegt die Skepsis gegenüber der neuen Optik - auch wenn ein nicht unerheblicher Teil der Befragten offen für Veränderungen ist.

Interessant dabei: Während die Umfrage bereits ein klares Meinungsbild erkennen lässt, liegen der Nordseeheilbad Cuxhaven GmbH nach eigenen Angaben bislang noch keine systematisch erfassten Rückmeldungen von Gästen oder Einheimischen vor. Solche Stimmen sollen künftig jedoch in die Gesamtbewertung einfließen, wie Katharina Ziersch betont. "Derzeit sammeln wir jedoch zunächst intern praktische Erkenntnisse aus dem laufenden Betrieb."

Ganz ohne Vorwissen startet das Projekt allerdings nicht. Die Verantwortlichen greifen nach eigenen Angaben auch auf Erfahrungen aus früheren Versuchen zurück, etwa mit Schneefangzäunen. Dennoch betont man, dass jede Maßnahme im sensiblen Küstenbereich immer im konkreten örtlichen Zusammenhang bewertet werden müsse.

Der Zaun am Döser Strand dient zur Abgrenzung der Strandfelder und als Sandfang. Die Holzkonstruktion bleibt aber vorerst ein Experiment. Foto: Mangels

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Christian Mangels

Redakteur
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

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