Cuxhavener AAG-Schüler und -Lehrer erhalten Gewaltdrohung: Was bisher bekannt ist
Eine Drohung am Amandus-Abendroth-Gymnasium (AAG) in Cuxhaven sorgte für Unruhe, doch die Polizei gab schnell Entwarnung. Die Cuxhavener Schule war jedoch nicht als einzige Einrichtung betroffen. Was bisher bekannt ist.
Es war ein Vorfall, der Schülerinnen und Schüler des Amandus-Abendroth-Gymnasiums (AAG) Cuxhaven sowie deren Eltern in Aufruhr und Sorge versetzte: Am Montagabend (27. April 2026) ging bei der Schule eine Drohung ein. Der Schulbetrieb am Dienstag fand dennoch wie gewohnt statt.
Zum Start der Tagesschau flatterte am Montag in mehrere hundert Postfächer eine besorgniserregende Mail. Über die schulinterne Kommunikationsplattform ging gegen 20 Uhr eine Drohung bei der Schulgemeinschaft ein. "Es war eine Rundmail, die sowohl an die Schüler als auch an die Lehrer ging", schildert Schulleiter Wolfgang Deutschmann gegenüber cnv-medien.de.
Vom Account eines Schülers wurde für Dienstag (28. April 2026) eine Gewalttat mit einer Waffe angedroht, beschreibt die Polizeiinspektion Cuxhaven die Lage. Schulleiter Deutschmann geht jedoch davon aus, dass der Account gehackt wurde und der Schüler, aus dessen Mail-Postfach die Nachricht kam, nichts mit der Drohung zu tun hat.
Was genau passieren würde, also mit welchem Tathergang zu rechnen ist, ging aus der Mail nicht hervor, verrät eine Polizeisprecherin auf CN/NEZ-Nachfrage. "Die Androhung führte zu großer Verunsicherung bei Schülerinnen und Schülern der Schule und damit auch den Eltern, sodass bei der Polizeiinspektion Cuxhaven bereits dutzende, besorgte Nachfragen eingingen", teilt die Polizei bereits am Montagabend mit.

Das AAG in Cuxhaven war am Montagabend nicht die einzige Schule, die eine Drohung erhielt. Überregional waren mehrere Schulen betroffen, unter anderem in Delmenhorst und im Landkreis Hildesheim. "Gegenwärtige Erkenntnisse deuten darauf hin, dass der E-Mail-Account des Schülers von Unbekannten missbräuchlich genutzt wurde", heißt es in einer Mitteilung der Polizeiinspektion Hildesheim. Auch an der betroffenen Schule wurde eine Nachricht über den schulinternen E-Mail-Account eines Schülers an Mitschüler verschickt, in der mögliche Straftaten angedroht wurden.
Über Social Media habe sich der Vorfall aus Cuxhaven am Montagabend schnell verbreitet, berichtet AAG-Schulleiter Deutschmann. "Die sozialen Medien haben wir nicht im Griff." Online würden Gerüchte kursieren, die nicht den Tatsachen entsprechen, gibt er gegenüber der CNV-Redaktion zu bedenken.

Schulbetrieb fand wie gewohnt statt
Der Unterricht und auch die Abiturprüfung im Fach Deutsch fanden am AAG am Dienstag wie gewohnt statt. Eine Fachstelle der Polizeiinspektion Oldenburg, die dafür ausgebildet ist, Drohungen zu bewerten, beurteilte am Montagabend die Lage, erklärt die Cuxhavener Polizeisprecherin. Die Fachstelle ging nicht von einer ernst zu nehmenden Drohung aus. "Auf die Einschätzung der Polizei kann man sich verlassen", ist sich Deutschmann sicher, der von einem Schulausfall absah.
Am späten Montagabend gab das AAG unter anderem über Instagram Entwarnung: "Heute Abend wurde ein I-Serv-Account gehackt. Die darüber verschickte Nachricht ist Fake", hieß es dort.
Zur Abiturprüfung am Dienstag erschienen alle Schülerinnen und Schüler. Im regulären Unterricht fehlten hingegen ein paar Schüler, berichtet der Schulleiter der CN/NEZ-Redaktion. "In den ersten Stunden haben die Lehrer die Situation mit den Schülern besprochen." An der Schule gibt es zudem eine Beratungslehrerin, die den Schülern bei Bedarf zur Seite stehe.
Der Polizei Cuxhaven ist der Absende-Account der Drohung bekannt. "Die Nachricht könnte in Zusammenhang mit aktuell anstehenden Abiturklausuren stehen", urteilt auch die Polizei. Die Ermittlungen dauern an.