Cuxhavener "stadtKLANG"-Reihe setzt auf neue Formate und brillante Musiker
Mit neuen Formaten und einer guten Portion Mut, auch einmal ein echtes Wagnis einzugehen, meldet sich die "stadtKLANG"-Musikreihe zurück. Zusammengestellt hat die Veranstaltungsserie Mathias Christian Kosel in Zusammenarbeit mit der Stadt Cuxhaven.



Mit neuen Formaten veränderten Konzert-Anfangszeiten und einer guten Portion Mut, auch einmal ein echtes Wagnis einzugehen, meldet sich die "stadtKLANG"-Musikreihe zurück. Zusammengestellt und entwickelt hat die Reihe einmal Mathias Christian Kosel. Im Schloss Ritzebüttel stellte der Wahlhamburger mit Cuxhavener Wurzeln das neue Programm dieser Tage gemeinsam mit Kulturdezernentin Petra Wüst und der Fachbereichsleiterin für Kultur Gabriele Hoffmann vor. Die kleine, feine Reihe beschert den Cuxhavener Musikfreunden insgesamt acht Konzertformate mit namhaften Musikerinnen und Musikern sowie einem bekannten Schauspieler.
Das neue Format Sonntagsmusik startet am 22. September um 16 Uhr mit einem Klavierkonzert im Schloss Ritzebüttel. Der 19-jährige Simon Haje, der bereits 2023 an selber Stelle ein viel beachtetes Konzert gab, wird im Schloss ein Programm mit Stücken von Chopin, Schumann und Schubert live auf dem Flügel darbieten. "Ich bin kein Wiederholungstäter, doch bei Simon Haje mache ich eine Ausnahme", sagt Kosel, der sich schon darauf freut, dass der vielfach ausgezeichnete junge Pianist im Schloss auch die Etüde von Ligeti spielen wird, um diese anderen Stücken gegenüberzustellen. "Aus meiner Erfahrung ist das Cuxhavener Publikum sehr aufgeschlossen, sehr interessiert und dankbar für experimentelle Dinge", unterstreicht der künstlerische Leiter.
Experimentelles Format: "Cello Meets Vibraphone"
Experimentell im wahrsten Sinne des Wortes ist auch das Konzertformat "Cello Meets Vibraphone". Am 24. Oktober gastieren Anna Carewe und Oli Bott um 19.30 Uhr im Schloss und bescheren den Besuchern einmal einen gänzlich anderen Sound in den historischen Schlossmauern. Das Duo lässt an dem Abend die Grenzen zwischen den Genres und Epochen verschwinden und will sein Publikum verführen, neue Klänge zu genießen und bekannte Klänge neu zu erfahren. Das Duo wurde 2007 gegründet und spielte schon auf vielen Festivals. 2019 veröffentlichten sie ihre erste Silberscheibe "Timescapes".
Medienpreis für "Politische Influencer in den sozialen Medien"
Einen Monat später, am 24. November, kommt die Journalistin und Musikerin Dorothea Schupelius (Violine) um 19.30 Uhr ins Schloss Ritzebüttel. Gemeinsam mit Mathias Christian Kosel gestaltet sie unter dem Motto "Modern Classics" ein Galeriekonzert mit Musiken von Gershwin, Ravel, Toch und Korngold. "Dorothea Schupelius hat zwei Berufe. Sie ist Journalistin und moderiert unter anderem bei Welt-TV und sie ist eine hervorragende Violinistin", schwärmt Kosel, der schon jetzt neugierig ist, was die versierte Musikerin neben ihrem Spiel über die Musik des 20. Jahrhunderts zu berichten weiß. Dorothea Schupelius studierte am "Royal College of Music" in London und an der "Musikhochschule Lübeck". Seit über zehn Jahren ist sie auf den europäischen Konzertbühnen unterwegs. Ihre journalistische Arbeit bleibt dabei nicht unentdeckt: Für ihren erfahrenen Umgang mit sozialen Medien wurde sie mit dem Medienpreis für "Politische Influencer in den sozialen Medien" ausgezeichnet.
Wiederhören macht Freude heißt es auch beim Gala-Konzert am 30. Dezember, um 19.30 Uhr im Stadttheater: Die "Munich Harmonists" stellen in Cuxhaven kurz vor dem Jahreswechsel ihr neues Album vor. Zum zweiten Mal schon treten die Comedian Harmonists aus München im Theatersaal an der Rathausstraße auf. Zwei Tenöre, zwei Baritone, ein Bassist und ein Pianist zeigen in Cuxhaven nicht nur freche Spielfreude in den Liedern, sondern lassen stilecht nostalgisch die Songs der damaligen Zeit wieder aufleben und zu einem unterhaltsamen Genuss werden. Alle Ensemblemitglieder sind erfahrene, gut ausgebildete Profis mit langer Bühnenerfahrung und haben mit vielen namhaften Dirigenten und Solisten gearbeitet.
Ein "Stück Bayreuth an die Nordseeküste" holen
Eine weitere Sonntagsmusik steht am 2. Februar 2025 ab 16 Uhr Schloss Ritzebüttel auf dem Programm: Die "Winterreise" einmal anders und in kammermusikalischem Gewand wird von dem bekannten Sänger Arnold Bezuyen mit vier herausragenden Musikern des Bayreuther Festspielorchesters gegeben. "Das Publikum wird dahinschmelzen, das wird einmalig", verspricht der künstlerische Leiter der "stadtKLANG"-Reihe, der an diesem Nachmittag im Schloss ein "Stück Bayreuth an die Nordseeküste" holt.
Auf Wunsch von Gabriele Hoffmann hat Mathias Kosel auch eine musikalische Lesung mit in die Reihe aufgenommen: Am 8. Februar 2025 kommt um 19 Uhr der bekannte Schauspieler Fritz Karl ins Stadttheater. Er liest die Novelle von Stefan Zweig "Ungeduld des Herzens". An seiner Seite wird die Cellistin Anna Starzinger musizieren. "Dieser Abend ist aus einem Flow, die Texte sind mit der Musik ganz eng verwoben und laufen nicht etwa nebeneinander her. Das Stadttheater ist für diesen Abend der geeignete Ort, weil wir auch auf die moderne Bühnentechnik zurückgreifen werden", informiert Kosel.
"'Busch Trio Amsterdam′ ist eines der Besten auf der Welt"
Eine weitere Sonntagsmusik ist für den 6. April 2025 um 16 Uhr angekündigt: Das "Busch Trio Amsterdam" wird "Beethoven im Schloss" spielen. Mathieu van Bellen (Violine), Ori Epstein (Violoncello) und Omri Epstein (Klavier) haben sich ein Großprojekt vorgenommen. Die Musiker planen eine Kompletteinspielung aller "Beethoven-Trios" auf CD. "Volume 1" soll in Cuxhaven vorgestellt werden. Mathias Kosel hat die Hoffnung, in den kommenden Jahren das ganze Projekt in Gänze in seiner Geburtsstadt präsentieren zu dürfen. "Das kann wirklich eine schöne Reihe werden, schließlich ist das 'Busch Trio Amsterdam′ eines der Besten auf der Welt. Solche Musiker einmal im Schloss zu hören, ist schon etwas ganz Besonderes."
Senkrechtstarterin der Trompete im Schloss
Die dritte "stadtKLANG"-Reihe endet am Ostermontag, 21. April 2025: Ab 19.30 Uhr wird die junge Senkrechtstarterin der Trompete Lucienne Renaudin Vary in dem historischen Gemäuer erwartet. Unter dem Titel "Classic meets Jazz" musiziert sie ein gemeinsames Programm mit Tim Allhoff. "Hier wagen wir richtig etwas", sagt Mathias Kosel und fügt hinzu: "Am Vorabend spielt Lucienne in der Elphi. Ich werde sie mit ihrem Begleiter dann nach Cuxhaven fahren. Ohne jetzt schon alles verraten zu wollen, kann ich sagen, die beiden werden Bach spielen, allerdings anders als erwartet."
Lucienne Renaudin Vary studierte zunächst klassische Trompete in Le Mans und wurde später am renommierten Conservatoire National Supérieur de Paris in die Klassik- sowie in die Jazz-Klasse aufgenommen. Als erste und jüngste Studentin profilierte sie sich von Anfang an in beiden Genres. 2021 wurde sie als Nachwuchskünstlerin mit dem Opus Klassik ausgezeichnet.