In der Wache mit den vergitterten Fenstern blättert die Farbe ab. Fotos: Reese-Winne
In der Wache mit den vergitterten Fenstern blättert die Farbe ab. Fotos: Reese-Winne
Bald Quartier fürs Tierheim 

Relikt der Bundeswehr in Cuxhaven: Wie es heute im  Marine-Munitionsdepot aussieht

von Maren Reese-Winne | 23.05.2026

Als sich nach über 20 Jahren die Türen im ehemaligen Marinemunitionsdepot 6 (Oxstedt/Altenwalde) öffneten, ging es nicht allein um die Pläne für das Cuxhavener Tierheim. Auch ein Stück Bundeswehrgeschichte erstand auf. Wir waren mit der Kamera dabei.

Für den Vorstand des Tierschutzvereins und seine Gäste bedeutete der Besuch auch eine kleine Zeitreise. 

Bei den von der Bundeswehr aufgegebenen Zweckbauten handelt es sich um keine Perle der Architektur. Spannend machen den Rundgang die kleinen Überbleibsel: ein graues Telefon mit Wählscheibe. Die Kalender, in denen nach dem Dezember 2005 kein Blatt mehr umgeblättert wurde. Die Mikrowelle aus dem Hause Privileg (einstige Quelle-Hausmarke) in der kleinen Küche im einstigen Wachgebäude mit den vergitterten Fenstern.

Der Rundgang führte einmal durchs Außengelände und einmal durch die Gebäude. Dieses soll das Katzen- und Kleintierhaus werden.
2005 endete die Geschichte des Munitionsdepots.

Die Zeit hat dem Innenleben nicht mal besonders zugesetzt; einzig die in Placken herabplatzende Farbe geht in  manchen Räumen langsam zu Boden. Der einzige Raum, in dem Feuchtigkeitsspuren zu sehen sind, ist ausgerechnet ein kleiner Trockenraum.

Der Trockenraum macht seinem Zweck nicht ganz Ehre.

Räume bieten viele Möglichkeiten

Mit sichtlicher Freude und Fantasie führt Jelka Tetzlaff, Schriftführerin des Cuxhavener Vereins "Tierheim Cuxhaven Tierschutz - Eine Pfote, ein Versprechen" durch die Gebäude. Zusammen mit der Vorsitzenden Birgit Block, deren Stellvertreter Stefan Brücksken, Schatzmeisterin Ute Liebenthal und Sohn Nils Tetzlaff, der Ende November mit dem Deutschen Tierschutzpreis ausgezeichnet wurde, erklärt sie Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, seiner Stellvertreterin Ellen Kloth, Tierheimberaterin Dr. Christiane Müller, Elvira Gruenke vom Landesverband und Oberbürgermeister Uwe Santjer die Möglichkeiten. 

Wie viele Mahlzeiten mögen hier vorbereitet worden sein?
Telefon mit Wählscheibe im bekannten Grau.

Bauvorschriften lassen sich nicht vom Tisch wischen

Kurios: Immer wenn ein Raum besonders großzügig erscheint und sich vor dem geistigen Auge schon die Vision für einen Altenwalder Dorfgemeinschaftsraum abzeichnet, ist dieser Raum schon für eine Gruppe von Tieren vorgesehen. Einfach so einzuziehen, das lassen Bau-, Arbeits- und Tierschutzrichtlinien nicht zu; letztendlich wird der Komplex entkernt und mit viel Aufwand technisch saniert werden müssen. 

Hinter den Mauern verbergen sich erstaunlich große Räume.
Tür zum Schutzraum. Eine Angabe über die zulässige Personenanzahl fehlt.

So wie jetzt wird es sicher nicht bleiben

Insofern ist die Zeitreise, die dieser Rundgang ermöglicht hat, umso wertvoller. Das gilt noch mehr für den Abstieg in einen verborgenen Ort, nämlich einen hinter einer schweren Tür verborgenen Schutzraum. Im Licht der Handy-Taschenlampen offenbaren sich eine ABC-Schleuse und alte Hinweisschilder zu Trage, Verbandkasten und Rettungsgerät. Ein Notausstieg führt durch die fast meterdicken Mauern. Die Rückversicherung erzeugt gleichzeitig Schaudern: Die Situation, wirklich auf diesen Schutz angewiesen zu sein, möchte man sich lieber nicht ausmalen.     

Ein wenig Farbenfreude im Sanitärbereich.
Das Wachgebäude am Anfang des Komplexes.
Nicht, dass die guten Polsterstühle noch verschmutzt werden...
Hier und da gibt es Spuren von Vandalismus, aber der Grundzustand ist nicht schlecht.
Die ABC-Schleuse diente dazu, kontaminierte Kleidung loszuwerden und geduscht auf der anderen Seite anzukommen.
Hier ging es zu Rettungsgerät, Trage und Verbandkasten.
Küchenzeile im Wachgebäude.
Schmaler Durchlass nach draußen.
Das Gebäude rechts ist für Hunde vorgesehen, das Gebäude hinten für den Verein.
In diesem Gebäude soll auch Platz für Vereinsarbeit entstehen.
Hier und da gibt es Spuren von Vandalismus, aber der Grundzustand ist nicht schlecht.
Marinemunitionsdepot Oxstedt Altenwalde Tierheim Rundgang
Farbe für den Alltag: 50 Jahre NATO (1999), Jan Cux und Rauchverbot.
Die Rasenfläche nahe den Hundezwingern der früheren Wachleute hätten die Tierschützer gerne als Trainingsplatz.
Obwohl es fast so aussieht: Einzugsbereit sind die Räume für Hunde und Katzen keineswegs.
Empfang und Treppenhaus im künftigen Katzen- und Kleintierquartier.

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Maren Reese-Winne

Redakteurin
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

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