Relikt der Bundeswehr in Cuxhaven: Wie es heute im Marine-Munitionsdepot aussieht
Als sich nach über 20 Jahren die Türen im ehemaligen Marinemunitionsdepot 6 (Oxstedt/Altenwalde) öffneten, ging es nicht allein um die Pläne für das Cuxhavener Tierheim. Auch ein Stück Bundeswehrgeschichte erstand auf. Wir waren mit der Kamera dabei.
Für den Vorstand des Tierschutzvereins und seine Gäste bedeutete der Besuch auch eine kleine Zeitreise.
Bei den von der Bundeswehr aufgegebenen Zweckbauten handelt es sich um keine Perle der Architektur. Spannend machen den Rundgang die kleinen Überbleibsel: ein graues Telefon mit Wählscheibe. Die Kalender, in denen nach dem Dezember 2005 kein Blatt mehr umgeblättert wurde. Die Mikrowelle aus dem Hause Privileg (einstige Quelle-Hausmarke) in der kleinen Küche im einstigen Wachgebäude mit den vergitterten Fenstern.


Die Zeit hat dem Innenleben nicht mal besonders zugesetzt; einzig die in Placken herabplatzende Farbe geht in manchen Räumen langsam zu Boden. Der einzige Raum, in dem Feuchtigkeitsspuren zu sehen sind, ist ausgerechnet ein kleiner Trockenraum.

Räume bieten viele Möglichkeiten
Mit sichtlicher Freude und Fantasie führt Jelka Tetzlaff, Schriftführerin des Cuxhavener Vereins "Tierheim Cuxhaven Tierschutz - Eine Pfote, ein Versprechen" durch die Gebäude. Zusammen mit der Vorsitzenden Birgit Block, deren Stellvertreter Stefan Brücksken, Schatzmeisterin Ute Liebenthal und Sohn Nils Tetzlaff, der Ende November mit dem Deutschen Tierschutzpreis ausgezeichnet wurde, erklärt sie Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, seiner Stellvertreterin Ellen Kloth, Tierheimberaterin Dr. Christiane Müller, Elvira Gruenke vom Landesverband und Oberbürgermeister Uwe Santjer die Möglichkeiten.


Bauvorschriften lassen sich nicht vom Tisch wischen
Kurios: Immer wenn ein Raum besonders großzügig erscheint und sich vor dem geistigen Auge schon die Vision für einen Altenwalder Dorfgemeinschaftsraum abzeichnet, ist dieser Raum schon für eine Gruppe von Tieren vorgesehen. Einfach so einzuziehen, das lassen Bau-, Arbeits- und Tierschutzrichtlinien nicht zu; letztendlich wird der Komplex entkernt und mit viel Aufwand technisch saniert werden müssen.


So wie jetzt wird es sicher nicht bleiben
Insofern ist die Zeitreise, die dieser Rundgang ermöglicht hat, umso wertvoller. Das gilt noch mehr für den Abstieg in einen verborgenen Ort, nämlich einen hinter einer schweren Tür verborgenen Schutzraum. Im Licht der Handy-Taschenlampen offenbaren sich eine ABC-Schleuse und alte Hinweisschilder zu Trage, Verbandkasten und Rettungsgerät. Ein Notausstieg führt durch die fast meterdicken Mauern. Die Rückversicherung erzeugt gleichzeitig Schaudern: Die Situation, wirklich auf diesen Schutz angewiesen zu sein, möchte man sich lieber nicht ausmalen.
















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