Kurz vor dem Sommerabend am Meer: Ein letztes Mal blickt Susanne Wolf unter ihrer Regie auf die Vorbereitungen. Am Sonnabend befindet sie sich bereits im Ruhestand. Foto: Kuczorra
Kurz vor dem Sommerabend am Meer: Ein letztes Mal blickt Susanne Wolf unter ihrer Regie auf die Vorbereitungen. Am Sonnabend befindet sie sich bereits im Ruhestand. Foto: Kuczorra
Traditionsveranstaltung

Cuxhavens Sommerabend-am-Meer-Organisatorin geht in Rente - und hat einen Traum

von Joscha Kuczorra | 01.08.2026

Susanne Wolf verabschiedet sich nach elf Jahren als Organisatorin des Cuxhavener Sommerabends am Meer in den Ruhestand. Doch einen Wunsch hat sie noch für die Veranstaltung.

Als Susanne Wolf am Donnerstagmittag (30. Juli 2026) den Blick durch die Grimmershörnbucht schweifen lässt, sind die Vorbereitungen für den Sommerabend am Meer 2026 längst in vollem Gange. Arbeiter errichten Bühnen und Buden, bald werden hier wieder Tausende Menschen feiern. Für die 66-Jährige ist es ein besonderer Anblick.

Während das größte Fest des Nordseeheilbads in eine neue Auflage startet, endet ihre berufliche Laufbahn. Am Freitag (31. Juli 2026) hatte sie ihren letzten Arbeitstag bei der Nordseeheilbad Cuxhaven (NHC) GmbH, seit Sonnabend (1. August 2026) ist sie offiziell im Ruhestand.

Sommerabend am Meer: Keine ganz neue Aufgabe

Elf Jahre lang war Susanne Wolf federführend für den Sommerabend am Meer verantwortlich. 2015 übernahm sie die Organisation von Gerhard Schlichting. Ganz neu war die Aufgabe für sie damals allerdings nicht. Schon zuvor hatte sie die Vorbereitungen begleitet und kannte die Abläufe. "Ich habe auf dem bestehenden Konzept aufbauen können", lobt sie anerkennend ihre Vorgänger.

Drei Jahrzehnte war Susanne Wolf für die heutige NHC tätig. Über die Veranstaltungsplanung führte ihr Weg schließlich zum Sommerabend am Meer - einer Veranstaltung, die längst weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt ist.

Trotz Regens und Windes behält Susanne Wolf beim Sommerabend am Meer den Überblick. Foto: Potschka

Geboren wurde Susanne Wolf in Cuxhaven. Zunächst zog es sie für ein Lehramtsstudium nach München. Lange blieb sie dort allerdings nicht. "Das Heimweh war zu groß", sagt sie rückblickend. Der "Magnet Cuxhaven" habe sie wieder nach Hause gezogen. Nachdem sie Mutter von zwei Kindern geworden war, begann ihre Tätigkeit bei der städtischen Tourismusgesellschaft.

Wer den Sommerabend am Meer besucht, erlebt nur die beiden Veranstaltungstage. Hinter den Kulissen beginnt die Arbeit jedoch viele Monate früher. Für Susanne Wolf startete die Planung jedes Jahr bereits im Februar. Dann standen Gespräche mit den verschiedenen Gewerken an, Abstimmungen mit der Deichbehörde sowie die Anmeldung der Veranstaltung bei der Stadt. "Alles andere bildet sich immer um den Sommerabend", weiß sie um die Bedeutung für Betriebe, Schausteller und Veranstalter.

Sommerabend-Grundkonzept bleibt weitgehend unverändert

In ihrer Zeit als Organisatorin blieb das Grundkonzept des Sommerabends weitgehend unverändert. Früher gab es drei Bühnen, heute sind es zwei. Ansonsten habe sich das bewährte Konzept gehalten. Jahr für Jahr werden bis zu 30.000 Besucher erwartet. Einen wesentlichen Grund für den Erfolg sieht Susanne Wolf im traditionellen Feuerwerk am Sonnabend. Sie ist überzeugt, dass viele Gäste es bedauern würden, wenn das Feuerwerk in seiner bisherigen Form wegfallen würde.

Feuerwerk gehört zum Sommerabend am Meer seit Jahrzehnten dazu. Foto: Potschka

In Erinnerung geblieben sind die Jahre, in denen der Sommerabend aufgrund von Corona (2020 und 2021) oder wegen der anhaltenden Regenfälle (2023) nicht stattfinden konnte. Auf 2024 wurde daher die Durchführung des neuen Konzepts mit einem Warm-up mit Cuxhavener Bands am Freitagabend verschoben. Dieses Format hatte Wolf gemeinsam mit NHC-Geschäftsführer Olaf Raffel entwickelt und es soll auch künftig Bestand haben, verspricht sie.

Für Susanne Wolf war der Sommerabend immer der Abschluss des Sommers. Dann richtete sich der Blick bereits auf das Buttfest im September.

Was Susanne Wolf nach ihrem Renteneintritt vorhat

Nun beginnt für die Cuxhavenerin ein neuer Lebensabschnitt. Große Reisepläne hat sie nicht. "Ich bin ein heimischer Typ. Ich brauche keine Weltreise", betont sie. Dafür wird ihre Deutsche Dogge Hera die 66-Jährige brauchen. Mehr Zeit wird sie mit ihren vier Enkelkindern verbringen - und sich im Ehrenamt engagieren.

Dem Sommerabend am Meer wird sie dennoch verbunden bleiben. Einen Wunsch hat sie dabei schon lange. Irgendwann soll auf dem Sommerabend ein Riesenrad stehen. Dann möchte Susanne Wolf während des Feuerwerks einsteigen, nach oben fahren und von dort auf das Lichtermeer, die Menschen und die Grimmershörnbucht hinunterblicken - auf jene Veranstaltung, die sie über viele Jahre geprägt hat.

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Joscha Kuczorra

Redakteur
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

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