Mit 97 Jahren oder nach Beckenbruch: Das war das Buchthaischwimmen 2026 in Cuxhaven
Beim 26. Buchthaischwimmen gingen weit mehr als 100 Teilnehmer in Cuxhaven an den Start. Darunter befanden sich ein Teilnehmer, der auf die 100 Jahre zugeht, und eine Teilnehmerin nach einer schweren Verletzung.
Was für ein buntes Getümmel, was für ein farbenfrohes Spektakel: In der Grimmershörnbucht war am Wochenende ordentlich Bewegung im Wasser. Beim 26. Buchthaischwimmen nahmen weit über 100 Wassernixen, Wassergötter und Buchthaie Kurs auf die Muschelecke bei der Kugelbake. Ob Brust, Delfin oder Kraul: Im Mittelpunkt stand nicht der sportliche Wettkampf, sondern der Spaß am gemeinsamen Schwimmen.

Schon auf den Köpfen der Teilnehmer war zu sehen, worum es ging. Die teils genoppten Badekappen waren auffällige Hingucker: mal mit Haifischgebiss, mal mit wackeligen Fischaugen, mal mit leuchtenden Hawaii-Blumenketten. Auf der 1,5 Kilometer langen Strecke wirkten die bunten Kappen wie Leuchtbojen. Über der Bucht kreisten Möwen, während die Ortsgruppe Cuxhaven der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) für die Sicherheit der kostümierten Schwimmerinnen und Schwimmer sorgte.

Auch das Wetter passte: 20 Grad Luft- und Wassertemperatur, Sonnenschein und eine frische Brise aus Nord-Nordwest mit Windstärke 4 sorgten für gute Bedingungen. Als der Startschuss fiel, wurden Handys gezückt, Wasser spritzte in alle Richtungen, Delfin- und Neoprenanzüge glitten durch die Wellen.

Mitten im Feld war auch Hans Clausen. Der 97-Jährige ist Buchthai der ersten Stunde und längst selbst eine kleine Institution.

Begleitet wurde die Gruppe zudem von einem besonderen Buchthai: Konfirmanden der St.-Petri-Gemeinde hatten das Maskottchen gebastelt, bemalt und dekoriert.

Was 2001 als ungewöhnliche Idee von vier begeisterten Freizeitschwimmern begann, hat sich inzwischen zu einem Kult-Ereignis mitten in Cuxhavens "Wohnzimmer" entwickelt. Der Reiz liegt darin, dass nicht die Stoppuhr zählt, sondern das persönliche Erlebnis. "Eine Spaßveranstaltung. Nicht Erster werden, sondern sein eigenes Ziel erreichen", sagte Katja, die gemeinsam mit ihrer Freundin Susanne ins Wasser ging.

Für Susanne hatte der Sprung ins Meer eine besondere Bedeutung. Sie hatte gerade einen vierfachen Beckenbruch hinter sich. "Durch Schwimmen hat sich meine Muskulatur wieder aufbauen können", sagte sie. Das Buchthaischwimmen sei nun der krönende Abschluss. Danach gehe es für sie zurück nach Dortmund.

So schwammen die Teilnehmer ihrem eigenen Ziel entgegen - begleitet von bunten Haien, neugierigen Möwen, spritzenden Wellen und einer Portion Cuxhavener Wasserlaune, die inzwischen Besucher aus ganz Deutschland anzieht.
Von Joachim Tonn





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