Schiffskollision vor Cuxhaven: Eine Übung an Land, im Wasser und in der Luft
Das Technische Hilfswerk (THW), das Havariekommando und das NLWKN probten in Cuxhaven für den Ernstfall. Mit Schaufeln, motorisierten Schubkarren und Ölsperren waren dutzende Einsatzkräfte im Bauhafen unterwegs. Wir haben die Bilder vom Tag.
Schweröl im Hafenbecken und eine bedrohte Küstenlinie: Am Sonnabend gegen 5.30 Uhr kollidieren die Schiffe "Hannah" und "Ever Ace" auf der Elbe vor Cuxhaven. Aus einem beschädigten Tank der "Hannah" treten rund 70 Kubikmeter Öl aus. Durch Strömung und Südostwind wird das Öl in den Bauhafen bei der Kugelbake verdriftet und kontaminiert Uferbereiche.
Dutzende Einsatzkräfte in blauen Jacken laufen durch den Sand, ausgestattet mit Schaufeln, Eimern und motorisierten Schubkarren. "Muskelkraft ist heute gefragt", heißt es von einem Übungsleiter. Im Ernstfall würden die Einsatzkräfte Schutzanzüge tragen, mit denen sie maximal 90 Minuten arbeiten dürften - bei der Übung stand jedoch ein anderes Ziel im Vordergrund.

Neben der groß angelegten DLRG-Übung probten am Sonnabend auch THW sowie die Facheinheit Information und Kommunikation der Stadt Cuxhaven gemeinsam mit dem Havariekommando und dem Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN). Bei der ganztägigen Übung im Bauhafen an der Kugelbake kam zu Land, zu Wasser und in der Luft jede Menge Spezialgerät zum Einsatz.

Spezialgeräte zur Ölaufnahme im Einsatz
Vor allem der Umgang mit Geräten zur Strandreinigung stand im Vordergrund. Nach Erkundung der betroffenen Flächen und einer umfassenden Lagebesprechung vor Ort waren die rund 60 Einsatzkräfte und Beobachter im Anschluss vor allem damit beschäftigt, das simulierte Öl-Wasser-Gemisch und Öl-Sand-Gemisch aufzunehmen und in schnell aufgebauten Behältern zwischenzulagern.

Zum Entfernen des Öls kamen unter anderem sogenannte Skimmer zum Einsatz - Spezialgeräte zur Aufnahme von Öl, das größtenteils auf dem Wasser schwimmt. Die Helfer legten außerdem Ölsperren aus, die dafür sorgen, dass das Öl an Ort und Stelle bleibt und nicht weitertreibt. Parallel zur Strandreinigungsübung führte die Einsatzleitung zudem eine drohnengestützte Erkundungsübung mit Drohnengruppen verschiedener Hilfsorganisationen durch. Regelmäßige Übungen und Schulungen unter Realbedingungen sind wichtig, damit das Spezialgerät auch fachgerecht und möglichst effizient genutzt werden kann.

Das NLWKN ist bei Ölverschmutzungen im Küstengewässer für die örtliche Einsatzleitung zuständig. Die Gesamtleitung solcher Einsätze läge im Ernstfall aufgrund der Komplexität beim Havariekommando. Rund 20 praktische Ölwehr-Übungen gibt es allein in Niedersachsen pro Jahr.
