Elke Lessing: "Ich bin spontan am besten, immer aus der Hüfte heraus"
Cuxhaven. Die Künstlerin Elke Lessing ist in Cuxhaven geboren und aufgewachsen, nennt sich deshalb eine "richtige Urcuxhavenerin". Mittlerweile hat sie mehr als 60 Ausstellungen gegeben - die nächste steht bereits in den Startlöchern.
Ihren Namen haben die meisten Cuxhavener sicher schon einmal gehört, denn sie ist, wie sie selbst sagt, eine "richtige Urcuxhavenerin, die von einer Urcuxhavener Familie stammt". Die Rede ist von der Künstlerin Elke Lessing. Seit 1976 stellt sie ihre Arbeiten aus. Mit insgesamt 65 Ausstellungen im In- und Ausland - darunter auch viele im Cuxhaven selbst - dürften also viele Menschen schon das ein oder andere Kunstwerk von der heute 69-Jährigen gesehen haben. 2001 gründete sie unter anderem den Kunstraum "Alte Wache" im Schlossgarten Cuxhaven.
Elke Lessing studierte von 1970 bis 1975 freie Kunst an der Muthesius-Hochschule in Kiel bei Fritz Bauer und Prof. Ekkehard Thieme. Über Druckgrafik, Malerei, Film und Performance kam sie dann schließlich zur Fotografie. Doch wenn es nach ihren Eltern gegangen wäre, hätte Lessing eine ganz andere Richtung einschlagen müssen, erzählt sie. Denn die Künstlerin wollte eigentlich Schauspielerin werden. Die Eltern, eine Kaufmannsfamilie, vom Krieg gezeichnet und traumatisiert, wollten etwas Besseres für ihre Tochter. Sie sollte einen sicheren, bodenständigen Beruf erlernen. Also studierte Lessing bevor es Freie Kunst wurde, erst einmal Informationsdesign. "Aber dass ich jetzt fotografiere, hätte mein Vater sicherlich auch gefreut. Er hat selbst gern fotografiert", erzählt die Mutter eines Sohnes.
Die nächste Ausstellung ist bereits geplant
An ihr eigenes erstes Foto kann sich Elke Lessing noch bestens erinnern. Mit acht Jahren stand sie vor einer Drogerie und war fasziniert von den Teddys und Puppen, also fotografierte sie diese. Danach habe sie immer mal wieder fotografiert. Ihren Schwerpunkt darauf verlegt hat sie allerdings erst, als ihr Sohn etwa drei Jahre alt war, also vor 31 Jahren. "Ich male auch sehr gern. Es täte mir, glaube ich, auch ganz gut es häufiger zu tun. Aber die Fotografie transportiert besser, was ich ausdrücken möchte", so Lessing.
Während sie sich früher, so Elke Lessing, eher dem Menschen in ihren Kunstwerken gewidmet hat, beschäftigt sie sich heute eher mit dem Stillleben. Der Mensch beziehungsweise das Leben in jeder erdenklichen Art und Form spiele aber nach wie vor eine Rolle. "Ich bin vielleicht auch mit der Zeit etwas politischer geworden", erzählt sie. Eins haben ihre Bilder dann aber alle gemein: Sie entscheide sich bei der Auswahl der Motive immer für die Schönheit. "Natürlich brauche auch ich für meine Bilder eine Basis, eine Grundlage, aber spontan bin ich schon am besten, einfach aus der Hüfte heraus", so Lessing. Momentan konzentriere sie sich aber auf eine etwas andere Richtung - und zwar auf die Produktion von (Kurz-)filmen.
Passend zu ihrem Geburtstag am 22. November wird es übrigens wieder eine Ausstellung von Elke Lessing geben. Zu ihrem 70. Geburtstag wird sich die Ausstellung "Mein Leben" passenderweise um ihre vergangenen sieben Jahrzehnte drehen, 70 Fotos sollen dies repräsentieren. Die Ausstellung ist für Anfang des kommenden Jahres geplant. Das genaue Datum sowie der Ort werden von der Künstlerin noch bekannt gegeben.
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