Fleckenmarkt und Buttfest: Nordseeheilbad Cuxhaven plant 2025 weniger Feuerwerke
Beim Fleckenmarkt, Buttfest oder Sommerabend gibt es am Ende ein Feuerwerk. Das hat Tradition. Nun will die Nordseeheilbad Cuxhaven GmbH zukünftig aber bei ausgewählten Veranstaltungen auf Feuerwerk verzichten.
Zum 50-jährigen Jubiläum des "Sommerabends am Meer" erlebten die Besucher in diesem Jahr ein wahres Himmelsspektakel über der Cuxhavener Grimmershörnbucht. Feuerwerke üben seit Jahrhunderten eine besondere Faszination auf die Menschen aus und sind fester Bestandteil vieler kultureller und gesellschaftlicher Feste. Sie bilden nicht nur einen optisch eindrucksvollen Höhepunkt von Veranstaltungen, sondern tragen auch zu einer besonderen Atmosphäre bei.
Nun wurde im Ausschuss für Umwelt, Klima und Nachhaltigkeit über Feuerwerke in Cuxhaven diskutiert: "Es gibt aber auch kritische Punkte, wie die Belastung der Umwelt durch Lärm, Feinstaub und Abfall. Tiere, insbesondere Haus- und Wildtiere, können durch Feuerwerke gestresst werden", gibt Kurdirektor Olaf Raffel zu bedenken.

Leisere und weniger Feuerwerke gewünscht
Um die negativen Auswirkungen zu minimieren, überlegt die Nordseeheilbad Cuxhaven (NHC) seit 2022, bei welchen Veranstaltungen auf Feuerwerke verzichtet werden kann und welche Alternativen es gibt. Die NHC wünscht sich leisere und weniger Feuerwerke, umweltfreundlichere Materialien und synchronisierte Lasershows als Alternative. "Durch eine verantwortungsvolle Planung und eine Reduzierung der Häufigkeit und Dauer von Feuerwerken sollen die Auswirkungen auf Mensch und Natur deutlich verringert werden", so Raffel.
Ziel ist es, Erlebnis und Klimaschutz in Einklang zu bringen. Das Thema geht auch an der Branche nicht vorbei. "Professionelle Pyrotechnik verzichtet mittlerweile ausnahmslos auf Kunststoffe, die nicht wiederverwertet und entsorgt werden können. Alle Pappen und Hülsen sind aus Recyclingpapier, das abbaubar ist", sagt der Schöpfer der Show beim Sommerabend in Cuxhaven Mirco Lorkowski. Der erfahrene Pyrotechniker aus Lüneburg berichtet, dass im Zuge der hitzigen und vor allem sehr emotional geführten Klimadebatte auch die professionellen Pyrotechniker immer wieder ins Kreuzfeuer der Umweltschützer geraten und viele Fehlinformationen verbreitet würden. Gerade zum Thema Feinstaub, das auch von Kurdirektor Olaf Raffel als negativer Aspekt genannt wurde, würden oft Fehlinformationen verbreitet.

"Aus der Reaktionsformel der Schwarzpulvergleichung geht eindeutig hervor, dass die weiße Rauchentwicklung durch Kalisalze verursacht wird. Diese feinsten Salzstäube sind extrem hygroskopisch und binden augenblicklich Feuchtigkeit aus der Luft, wodurch der typische weiße Rauch von Feuerwerkskörpern entsteht", erklärt Lorkowski und ergänzt: "Diese Kaliumsalze haben absolut nichts mit dem in der Kritik stehenden gesundheitsschädlichen Feinstaub zu tun, der bei der Verbrennung fossiler Brennstoffe entsteht."
Verwendung gefährlicher Substanzen ausgeschlossen
Der Bundesverband für Pyrotechnik und Kunstfeuerwerk schreibt: "Feuerwerks-Feinstaub besteht überwiegend aus wasserlöslichen Salzverbindungen. Diese gelten auch in den zu Silvester anfallenden Mengen als toxikologisch unbedenklich. Die geltenden Standards für die Feuerwerksproduktion schließen die Verwendung gefährlicher Substanzen aus."

Der Konflikt zwischen Pyrotechnikern und Feuerwerkskritikern wird wohl nicht so schnell beigelegt werden können. Die NHC will künftig auf Feuerwerke beim Fleckenmarkt und Buttfest verzichten und nach Alternativen suchen. Das Feuerwerk beim "Sommerabend am Meer" soll aber weiterhin stattfinden. Auch weil Alternativen in dieser Größenordnung aktuell noch zu teuer sind. Für eine Drohnenshow in der Bucht bräuchte man etwa 500 Stück, so Raffel. Pyrotechniker Lorkowski berichtet, dass eine Drohne derzeit zwischen 100 und 300 Euro kosten würde. Das sei ein Vielfaches der Kosten für das Feuerwerk, so der Kurdirektor im Ausschuss. Außerdem ist eine Drohnenshow bei zu viel Wind nicht umsetzbar.