Das weit verbreitete Sturmgeschütz (Stug) III wurde in mehreren Varianten für die Wehrmacht gebaut. Bei dem Modell in Nordholz handelt es sich um Variante G. Foto: Wikipedia (gemeinfrei)
Das weit verbreitete Sturmgeschütz (Stug) III wurde in mehreren Varianten für die Wehrmacht gebaut. Bei dem Modell in Nordholz handelt es sich um Variante G. Foto: Wikipedia (gemeinfrei)
Historischer Fund

Nordholzer Sturmgeschütz kommt ins Museum - aber es bleibt nicht in der Region

von Maren Reese-Winne | 08.06.2026

Am 30. April ist auf dem Marinefliegerstützpunkt in Nordholz (Kreis Cuxhaven) ein deutsches Sturmgeschütz Stug III  aus den letzten Kriegstagen gefunden worden. Ein Sensationsfund, der aber nicht in der Region bleiben wird. Wie es nun weitergeht.   

Nach erfolgreicher Bergung des StuG III auf dem Gelände des Fliegerhorsts Nordholz im Auftrag des Bundesamtes für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr (BAIUDBw) soll das Wrack künftig der breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Dies teilte die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben am Montagabend mit.  

Das Sturmgeschütz, das auf den ersten Blick wie ein Panzer erscheint (der Unterschied besteht unter anderem in dem nicht drehbaren Turm), war bei Bauarbeiten in Nordholz entdeckt worden. Das Gefühl, dort auf etwas von besonderem historischen Wert gestoßen zu sein, trog nicht: Die Entdeckung des Sturmgeschützes III (Ausfertigung G) sei ein seltener und bedeutender Fund für die militärhistorische Forschung und die öffentliche Geschichtsvermittlung in Deutschland, heißt es in der Pressemitteilung. Fahrzeuge dieser Art, ursprünglich als Infanterie-Begleitgeschütz konzipiert, hätten sich im Laufe des Krieges zu einem der wirksamsten und zugleich kostengünstigsten Panzerjäger der Wehrmacht entwickelt.

Mit der Übernahme durch das Militärhistorische Museum der Bundeswehr (MHMBw) und der Präsentation im Panzermuseum Munster solle nun sichergestellt werden, dass dieses Zeugnis dauerhaft bewahrt und für die Öffentlichkeit zugänglich werde. Das Aeronauticum als Deutsches Luftschiff- und Marinefliegermuseum, das sich ebenfalls um eine Ausstellung des Stückes beworben hatte, geht somit leer aus.  

Weitere Antworten zu der Geschichte und dem Wert des historischen Funds verspricht ein Pressetermin in dieser Woche, bei dem die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA), das Niedersächsische Landesamt für Denkmalpflege (NLD) und die Archäologische Denkmalpflege & Museum Burg Bederkesa (Untere Denkmalschutzbehörde Landkreis Cuxhaven) einen umfassenden Einblick in das Projekt rund um die Bergung und die Verwertung des StuG III geben wollen. Dort sollen auch die Umstände des Auffindens erläutert werden. 

Warum ausgerechnet die BImA zuständig ist, hatte die Behörde auf Anfrage von CNV-Medien erläutert: Vermögen des Deutschen Reiches wird laut Grundgesetz grundsätzlich Bundesvermögen, und dessen Verwaltung ist seit Gründung der BImA im Jahr 2005 in deren Direktion Koblenz, Hauptstelle Verwaltungsaufgaben, konzentriert. 

Militärfahrzeuge nach Kriegsende auf dem Nordholzer Fliegerhorst. Die Aufnahme zeigt vier Sturmgeschütze III (Sd.Kfz. 142) sowie einen Jagdpanzer "Marder III" auf der rechten Seite. Quer im Bild positioniert ist zudem ein Jagdpanzer 38 "Hetzer" zu erkennen. Bei dem Flugzeug handelt es sich um eine Junkers W 34. Das Bild ist auf der "Festungswerke"-Seite von Martin Brütt veröffentlicht.

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