Fraktion "Die Cuxhavener" plädiert für mehr "Wir-Gefühl" in der Stadt
Ein gesamtstädtischer Ansatz kommt den Mitgliedern der Ratsfraktion im Besonderen bei tourismuspolitischen Fragestellungen zu Kurz: Nur einer von vielen punkten, auf welche die Wählergemeinschaft im CNV-Gespräch hinwies.
Seit fast zwei Jahren bilden sie auf Stadtratsebene ein Bündnis mit Sozialdemokraten und Grünen - und die Zusammenarbeit läuft offenbar so, wie es sich Britta Hinrichs, Peter Altenburg, Jürgen Kucklick und der Fraktionsvorsitzende Rüdiger Kurmann vorgestellt hatten. Die vier Fraktionsmitglieder der Wählergemeinschaft "Die Cuxhavener" lobten die konstruktive Gesprächsatmosphäre innerhalb der Kooperation, nutzten ein Sommergespräch mit der CN-Redaktion aber in erster Linie für eine individuelle Bestandsaufnahme.
Der städtische Hauhalt bleibt ein beherrschendes Thema:: "Im Grunde genommen ist nichts mehr drin", gab Peter Altenburg in Bezug auf nicht vorhandene Spielräume zu bedenken. Selbst wenn das Jahresergebnis besser ausfalle als die Prognose: Große Möglichkeiten würden sich daraus kaum ergeben, prophezeite Altenburg, der deswegen zum reflektierten Umgang mit den Ressourcen aufrief. Für "Die Cuxhavener" heißt dies unter anderem, dass sich die Stadtverwaltung sich auf ihre Kernaufgaben besinnen muss. "Mit dem Zollstock loszulaufen, gehört nicht dazu", warf Altenburg ein. So sehr er eine Photovoltaik-Anlage auf dem Rathausdach begrüße: Statt die Dinge unnötig zu verkomplizieren, solle man die nötigen Schritte lieber den ohnehin zu beauftragenden Fachfirmen überlassen. Denn das Rathaus-Personal habe wahrlich genug zu tun, nicht zuletzt im Bauamt: Dort, so räumte Jürgen Kucklick ein, könnten tatsächlich zusätzliche Kräfte gebraucht werden.
Fraktion sieht Bedarf an Indoor-Spielmöglichkeit
Zuwendungen für den Tourismusbereich könnten den Haushalt entlasten: "Wenn wir Zuschüsse in Höhe des städtischen Kostenanteils (rund zwei Millionen Euro) oder zum Beispiel einen Euro pro Gast erhielten - das wäre schon etwas", überlegte Rüdiger Kurmann, nach dessen Auffassung das Land Niedersachachsen nicht umhinkommen wird, die Tourismusfinanzierung auf neue Füße zu stellen. Eine Frage nach Neuinvestitionen in diesem Bereich beantworteten "Die Cuxhavener" mit einem Hinweis auf den Bedarf an einer Indoor-Spielmöglichkeit: Die Auslastung des "ahoi!"-Bades habe in den vergangenen Wochen gezeigt, wie wichtig es sei, ein zusätzliches, wetterunabhängiges Angebot für junge Gäste zu schaffen. "Der Kurpark ist für so etwas vermutlich zu klein", gab Kucklick zu bedenken und eröffnete somit die Standortdiskussion. Sein Fraktionskollege Altenburg erhofft sich bei anschließenden Debatten ein stärkeres "Wir-Gefühl" - so, wie das mit Blick auf die Gesamtstadt lediglich im Ortsteil Altenbruch (Stichwort: Offshore-Erweiterungsflächen) ausgeprägt sei.
Auf die wirtschaftliche Entwicklung Cuxhavens Bezug nehmend sprach Ratsfrau Britta Hinrichs über Rahmenbedingungen und mahnte an, dass das Wohnraumangebot mit Gewerbeansiedlungen Schritt halten müsse. Rüdiger Kurmann erinnerte bei dieser Gelegenheit an den ausufernden Zweitwohnungsmarkt.
Kritik: Stadt plant zu wenig in die Zukunft
"Da wollen wir ran", sagte der Fraktionsvorsitzende, aus dessen Sicht die Stadt grundsätzlich zu wenig zukunftsorientiert plant. "Blauäugig" sei man etwa beim Thema Katastrophenschutz gewesen. Umso wichtiger seien nun die in diesen Bereich fließenden Haushaltsmittel (100.000 Euro pro Jahr).
"Cuxhaven soll zur Fahrradstadt werden", so Kurmann weiter: Zumindest an einigen Stellen sei das derzeit schon zu erkennen. Einen weiteren Schritt in die richtige Richtung versprechen sich "Die Cuxhavener" von einer Verkehrsberuhigung des Strichwegs. Positiv hob die Fraktion im Sommergespräch zudem hervor, dass der "Gordische Knoten" um die Standortfrage der Schule am Meer geplatzt sei. Sobald es um die Zukunft der Sportstätten im Stadtgebiet geht, fordert die Fraktion dazu auf, "mit Weitblick" zu prüfen, an welcher Stelle eine weitere Sporthalle gebaut werden könnte. "Wir sind uns absolut sicher, dass ein neuer Standort Erweiterungsmöglichkeiten bieten muss", erklärten "Die Cuxhavener", die ein positives Zwischenfazit ihrer Ratsarbeit zogen: Vieles, was die Wählergemeinschaft in einem Zehn-Punkte-Programm zur Kommunalwahl formuliert hatte, sei von ihnen bereits auf den Weg gebracht worden.