Viele Straßen nach dem Winter kaputt: Cuxhaven setzt vorerst nur auf Ausbesserungen
Wenn warmer Bitumensplitt dampft und Parkverbotsschilder die Straßen säumen, weiß Cuxhaven: Der Winter hat seine Spuren hinterlassen. Doch wer auf umfassende Sanierungen hofft, muss sich in Geduld üben. Was steckt hinter dem aktuellen Flickwerk?



Die Sonne scheint an diesem Dienstagmorgen über Cuxhaven, als die Männer der AF Asphaltstraßensanierung GmbH aus Langwedel ihre Geräte anwerfen. Warmer Bitumensplitt dampft in der Morgenluft, beste Bedingungen für eine Aufgabe, die viele Autofahrer und Radler schon lange herbeigesehnt haben. Entlang des Strichwegs stehen die Parkverbotsschilder schon etwas länger und lassen keinen Zweifel: Hier passiert etwas. Und das ist gut so.
Denn der Winter 2025/2026 hat Cuxhavens Straßen übel mitgespielt. "Auch aufgrund der langen Frostperiode im zurückliegenden Winter sind an den städtischen Straßen verstärkt kleinere wie größere Schäden an den Asphaltdecken aufgetreten", teilt die Stadt mit. Am Dienstag und Mittwoch, 28. und 29. April, rücken deshalb die Fachleute an, zunächst für zwei Tage, aber mit der Aussicht auf mehr.
Sechs Straßen stehen auf der Liste
Strichweg, Strandstraße, Bei der Kirche, Abschnede, Neue Industriestraße und Alte Marsch: Sechs Straßen im Stadtgebiet werden in dieser Woche in einer ersten Ausbesserungsaktion unter die Lupe genommen. Andreas Westphal, Leiter des Fachbereichs 5 Straße und Verkehr bei der Stadt Cuxhaven, erklärt das Verfahren: "Das waren jetzt erst mal die ganz akuten Schäden, wo wir gesagt haben, da müssen wir jetzt sofort bei.”
Dabei setzt die Stadt auf warmen Bitumensplitt: Der beschädigte Asphalt wird mit dem Heißmaterial übergossen und so werden Schlaglöcher und schadhafte Flächen wieder verschlossen. Dass die Stadt dabei auf eine externe Tiefbaufirma zurückgreift, liegt in der Natur größerer Schadensbilder. "Die kleineren Schäden, die machen wir mit unserem Bauhof selbst", erläutert Westphal im Gespräch mit unserem Medienhaus. "Aber der Strichweg zum Beispiel, das war eine etwas größere Fläche, da haben wir eine Baufirma beauftragt.” Für diese ersten Maßnahmen zahlt die Stadt einen niedrigen fünfstelligen Betrag.
Ausgebessert - weitereMaßnahmen folgen
Wer auf eine Komplettsanierung hofft, wird noch warten müssen. "Das ist natürlich immer nur ein Ausbessern", betont Westphal. "Das ist keine Grundsanierung. Grundsanierung wäre, wenn ich die Straße komplett neu mache, das ist natürlich auch eine finanzielle Geschichte, was bei vielen Straßen im Moment gar nicht drin ist.”
Die kommunalen Kassen sind knapp, auch in Cuxhaven. Und so müssen Pragmatismus und Prioritäten Hand in Hand gehen. Westphal macht dennoch Hoffnung: "Es werden mit ziemlicher Sicherheit im Laufe des Jahres noch weitere Straßen dazukommen.” Kleinere Schäden an anderen Straßen werden derweil durch den städtischen Bauhof behoben, ein rollierendes System, das den laufenden Betrieb sicherstellt.
Besonders der Strichweg verlangte schnelles Handeln. Die viel befahrene, enge Erschließungsstraße ist auch bei Radfahrern beliebt und entsprechend gefürchtet, wenn der Belag Löcher wirft. Wer zuletzt auf dem Fahrradsattel oder im Auto über den Strichweg holperte, weiß, wovon die Rede ist. Die im Vorjahr aufgebrachten Fahrradsignets auf der Fahrbahn sollen übrigens erhalten bleiben: "Die Markiererfirma kommt auch regelmäßig nach Cuxhaven", sagt Westphal. Wenn nötig, wird flächendeckend nachmarkiert.