Ein Abschied vor großer Kulisse: Wechsel bei der Wasserschutzpolizei in Cuxhaven
Dass Stefan Wehden in Cuxhaven immer mehr gesehen hat als nur einen beliebigen Dienstort, zeigte sich im Havenhostel, als dort am Mittwoch der bisherige Leiter des Hamburger Wasserschutzpolizeikommissariats 4 in den Ruhestand verabschiedet wurde.
Nicht nur die gesamte WSP-Führung aus Hamburg, sondern auch zahlreiche Mitglieder der Cuxhavener Behördenleiterrunde in Cuxhaven - an der Spitze der in der Zeit in Cuxhaven zum Freund gewordene Oberbürgermeister Uwe Santjer - und weitere Wegbegleiterinnen und Wegbegleiter wollten sich persönlich verabschieden.
Da die Dienststelle im Alten Fischereihafen gerade saniert wird, kamen sie stattdessen bei strahlendem Wetter auf der Dachterrasse des Havenhostels zunächst in den Genuss eines tollen Weitblicks auf die Elbmündung, die frisch sanierten Kaikanten und natürlich das zurzeit durch ein Gerüst umgebene Dienstgebäude.
Erstes Praktikum auf der Davidwache
Polizeidirektor Olaf Hagenloch, Leiter der Hamburger Wasserschutzpolizei, zeichnete den Werdegang des Ersten Polizeihauptkommissars Stefan Wehden nach, der 1987 zunächst bei der Schutzpolizei angetreten war. "Immer mit dem Wunsch, später zur Wasserschutzpolizei zu gehen", wie der Pensionär verriet. Sein erstes Praktikum führte ihn für sechs Monate auf die berühmte Davidwache an der Reeperbahn.
Ruhe und Fachverstand zeichneten ihn aus
Die Hamburger Vorgesetzten hätten in der Ägide von Stefan Wehden keinerlei Anlass gehabt, in Cuxhaven einzugreifen und Probleme lösen zu müssen, die man dort nicht selbst habe lösen können, betonte Olaf Hagenloch. Stefan Wehden habe die Dienststelle sehr ruhig und mit hoher fachlicher und menschlicher Qualifikation geführt und es ebenso verstanden, sich in Hamburg beharrlich für den Standort Cuxhaven einzusetzen, so Olaf Hagenloch. Hoch rechnete er Stefan Wehden ebenso dessen erhebliches Mitwirken an der jüngsten Neustrukturierung der Wasserschutzpolizei Hamburg an; eine Umordnung in Dimensionen, wie es sie bislang noch nicht gegeben habe.
Soziales Engagement ist für ihn unverzichtbar
Hagenloch charakterisierte Stefan Wehden aber auch als überaus sozial engagierten Menschen. Vielfältig in Cuxhaven und an seinem Wohnort Hemmoor gesellschaftlich engagiert, sei Stefan Wehden auch der Seemannsmission Cuxhaven verbunden und Vorsitzender des Sozialbeirats im Hafen. Folglich war sein Wunsch auch, dass statt Geschenken zum Abschied für die Seemannsmission gespendet wurde.

Doch auch bislang nicht allen Gästen bekannte Facetten kamen zutage. Als Hobbylandwirt, überzeugter Veganer, begeisterter Wohnmobilist, E-Biker und Dänemark-Fan werde Stefan Wehden wohl nicht Gefahr laufen, im Ruhestand in ein schwarzes Loch zu fallen, schätzte Olaf Hagenloch und Stefan Wehden ergänzte prompt, dass er nicht vorhabe, seine Verbindung nach Cuxhaven fallen zu lassen: "Ich komme zurück."
Diese Aufgabe mit Bedacht ausgewählt
Es sei stets etwas Besonderes gewesen, im maritimen Bereich zu ermitteln und zu wirken, betonte der scheidende Dienststellenleiter. Sein ausgeprägtes Gerechtigkeitsbewusstsein konnte er in seinem Beruf ausleben, wenn er für Sicherheit auf See sorgte. Vor allem anderen aber, so betonte Oberbürgermeister Uwe Santjer, habe Stefan Wehden daran gelegen, dass all seine Mitarbeiterinnen immer sicher und gesund aus dem Dienst nach Hause kamen. Diesen und seiner Ehefrau Tina dankte Stefan Wehden (60) für die Unterstützung in den zurückliegenden 39 Dienstjahren.
Noch im aktiven Dienst begleitete Stefan Wehden die Umstrukturierung des einstigen Wasserschutzpolizeireviers 4 zum Wasserschutzpolizeikommissariat 4 mit. Das ausgediente Schild darf ihn nun in den Ruhestand begleiten, während Toni Öllermann als Nachfolger die Leitung der Dienststelle übernimmt. Der 57-jährige Erste Polizeihauptkommissar tut bereits seit sechs Jahren in Cuxhaven Dienst, bis jetzt als Stefan Wehdens Stellvertreter. Ein ihm symbolisch überreichter großer Schlüssel soll ihm nun die nächsten Türen öffnen.