Cuxhavener Innenstadt im Umbau: Deichstraße dicht - neue Verkehrsführung startet
In Cuxhaven wird die Deichstraße zur Großbaustelle. Fußgänger dürfen passieren, aber für Autos ist die Durchfahrt tabu. Die neue Verkehrsführung bringt eine bemerkenswerte Veränderung mit sich, die das Stadtbild prägen könnte.
Die größte Umgestaltung der Cuxhavener Innenstadt geht in ihre wohl anspruchsvollste Phase. Ab Montag, 4. Mai, wird die Deichstraße zwischen dem Amtsgericht und der Mittelstraße für voraussichtlich drei Monate vollständig für den Fahrzeugverkehr gesperrt.
Was das für die zentrale Kreuzung am Amtsgericht bedeutet, ist gewaltig: Wer aus Richtung Bahnhof kommt, kann weder nach rechts in die Deichstraße einbiegen noch mehr in Richtung City nach links abbiegen. An diesem viel befahrenen Knotenpunkt, wo bislang vier Einmündungsbereiche aufeinandertreffen, gibt es künftig nur noch eine Möglichkeit: geradeaus.
Neue Ampeln übernehmen die Regie
Bereits am Mittwoch, 29. April, wurden neue Bauampeln in Betrieb genommen, die die alte, über dreißig Jahre alte Anlage sukzessive ablösen. Dass der Austausch genau jetzt stattfindet, hat einen sachlichen Grund, wie Projektleiter Marco Lammers erklärt: "Wir mussten hier aufgrund der Baumaßnahme etwas machen. Da haben wir gesagt: Wenn ohnehin etwas gemacht wird, dann machen wir das jetzt gleich mit.” In der Nacht von Sonntag auf Montag, um 4 Uhr, rückt die beauftragte Firma an, um Absperrungen und Markierungen sowie weitere Sicherungen aufzustellen.

Was sich ändert und was bleibt
Fußgänger können die Deichstraße weiterhin passieren, und an Amtsgericht, Waldorfschule, Deichhaus sowie dem Gebäude der Kreishandwerkerschaft entlanggehen. Für Autos hingegen ist die Durchfahrt tabu. Die neue Verkehrsführung wird nach Lammers' Einschätzung rund vier bis fünf Wochen in dieser strengsten Form gelten, da für Anfang Juni das Asphaltieren des Kreuzungsbereichs geplant ist. Dann soll zumindest die Linksabbiegermöglichkeit von der Konrad-Adenauer-Allee in Richtung Innenstadt wiederhergestellt werden. Die Sperrung der Deichstraße selbst bleibt davon unberührt.

Gute Nachrichten vom Abschnitt Alter Deichweg bis Mittelstraße
Ebenfalls ab Montag gibt es eine ermutigende Meldung: Das Teilstück der Deichstraße zwischen Altem Deichweg und Mittelstraße wird wieder für den Verkehr geöffnet, wenn auch in eingeschränkter Form. Auf dem bereits neu gepflasterten Bereich teilen sich dann eine Hälfte der Fläche Fußgänger und Radfahrer, die andere steht dem Kraftfahrzeugverkehr zur Verfügung. In etwa zwei bis drei weiteren Wochen soll dieser Abschnitt vollständig fertiggestellt und entsprechend freigegeben werden.
Lotsenviertel und Innenstadt wachsen zusammen
Bemerkenswert ist auch, was auf dem neuen Fußweg zwischen Alter Deichweg und Mittelstraße verlegt wird: ein roter Pflasterstein, wie er auch im benachbarten Lotsenviertel anzutreffen ist. Straßenbaumeister Julian Steffen bestätigte, dass der neue Fußweg zwischen fünf und sechs Meter breit sein wird, die neue Fahrradstraße misst einheitlich sechs Meter.

Der rote Stein ist kein Zufall: Er soll das Lotsenviertel optisch mit der Deichstraße verbinden und Fußgänger auf natürliche Weise in Cuxhavens zweites Zentrum leiten. Ein Ziel, das in der Vergangenheit sogar mit einer aufgemalten blauen Bodenlinie versucht worden war. Diesmal soll es gelingen.
Treppenanlage vor NPorts-Gebäude fertiggestellt
Parallel zur neuen Bauphase ist eine weitere Maßnahme abgeschlossen worden: Die Treppenanlage vor dem NPorts-Gebäude an der Konrad-Adenauer-Allee ist fast fertig. Die Arbeiten am viel zitierten Deichfenster laufen parallel. Derzeit wird ein Teil des alten Deiches wieder aufgeschüttet. Damit verringert sich zwar das Sichtfeld auf die Wasserflächen des dahinter liegenden Ritzebüttler Schleusenpriels mit seinen Hafenanlagen und der City-Marina Cuxhaven, doch wenn später die Glaselemente für das Deichfenster eingebaut werden, bleibt Fußgängern und vorbeifahrenden Radlern und Autofahrern immerhin eine 16 Meter breite "Fenster-Front" mit eben dieser schönen Sichtachse auf Cuxhavens maritime Seite.
Auch im hier beschriebenen Kreuzungsbereich selbst schreiten die Arbeiten weiter voran. Den Bereich in den kommenden Wochen nach Möglichkeit zu umfahren, empfiehlt die Stadt ausdrücklich allen Verkehrsteilnehmern, die nicht zwingend auf diese Route angewiesen sind. Eine Umgehungsstrecke wird mit Sicherheit die Kapitän-Alexander-Straße sein, vorbei an den Läden über die Klappbrücke beim Maritimen Sicherheitszentrum und dann wohin auch immer der Weg Cuxhaver und Gäste führen mag.



