An der Kreuzung Deichstraße/Konrad-Adenauer-Allee, wo vier Einmündungsbereiche auf engstem Raum zusammenkommen, treten ab Montag neue Regeln in Kraft. Neben dem Amtsgericht und dem NPorts-Verwaltungsgebäude bestimmen künftig neue Bauampeln das Geschehen. Geradeaus ist vorerst die einzige Richtung, die bleibt. Foto: Potschka
An der Kreuzung Deichstraße/Konrad-Adenauer-Allee, wo vier Einmündungsbereiche auf engstem Raum zusammenkommen, treten ab Montag neue Regeln in Kraft. Neben dem Amtsgericht und dem NPorts-Verwaltungsgebäude bestimmen künftig neue Bauampeln das Geschehen. Geradeaus ist vorerst die einzige Richtung, die bleibt. Foto: Potschka
Deichband-Projekt geht voran 

Cuxhavener Innenstadt im Umbau: Deichstraße dicht - neue Verkehrsführung startet

von Jens Potschka | 29.04.2026

In Cuxhaven wird die Deichstraße zur Großbaustelle. Fußgänger dürfen passieren, aber für Autos ist die Durchfahrt tabu. Die neue Verkehrsführung bringt eine bemerkenswerte Veränderung mit sich, die das Stadtbild prägen könnte.

Die größte Umgestaltung der Cuxhavener Innenstadt geht in ihre wohl anspruchsvollste Phase. Ab Montag, 4. Mai, wird die Deichstraße zwischen dem Amtsgericht und der Mittelstraße für voraussichtlich drei Monate vollständig für den Fahrzeugverkehr gesperrt.

Was das für die zentrale Kreuzung am Amtsgericht bedeutet, ist gewaltig: Wer aus Richtung Bahnhof kommt, kann weder nach rechts in die Deichstraße einbiegen noch mehr in Richtung City nach links abbiegen. An diesem viel befahrenen Knotenpunkt, wo bislang vier Einmündungsbereiche aufeinandertreffen, gibt es künftig nur noch eine Möglichkeit: geradeaus.

Neue Ampeln übernehmen die Regie

Bereits am Mittwoch, 29. April, wurden neue Bauampeln in Betrieb genommen, die die alte, über dreißig Jahre alte Anlage sukzessive ablösen. Dass der Austausch genau jetzt stattfindet, hat einen sachlichen Grund, wie Projektleiter Marco Lammers erklärt: "Wir mussten hier aufgrund der Baumaßnahme etwas machen. Da haben wir gesagt: Wenn ohnehin etwas gemacht wird, dann machen wir das jetzt gleich mit.” In der Nacht von Sonntag auf Montag, um 4 Uhr, rückt die beauftragte Firma an, um Absperrungen und Markierungen sowie weitere Sicherungen aufzustellen.

Fußgänger und Radfahrer teilen sich in diesen Wochen ihren Weg auf der Konrad-Adenauer-Allee und finden durch die neue Verkehrsführung. Foto: Potschka

Was sich ändert und was bleibt

Fußgänger können die Deichstraße weiterhin passieren, und an Amtsgericht, Waldorfschule, Deichhaus sowie dem Gebäude der Kreishandwerkerschaft entlanggehen. Für Autos hingegen ist die Durchfahrt tabu. Die neue Verkehrsführung wird nach Lammers' Einschätzung rund vier bis fünf Wochen in dieser strengsten Form gelten, da für Anfang Juni das Asphaltieren des Kreuzungsbereichs geplant ist. Dann soll zumindest die Linksabbiegermöglichkeit von der Konrad-Adenauer-Allee in Richtung Innenstadt wiederhergestellt werden. Die Sperrung der Deichstraße selbst bleibt davon unberührt.

Arbeiter installieren neue Ampelanlagen an der Deichstraße in Cuxhaven, um die Verkehrsführung während der umfangreichen Bauarbeiten zu regeln. Foto: Potschka

Gute Nachrichten vom Abschnitt Alter Deichweg bis Mittelstraße

Ebenfalls ab Montag gibt es eine ermutigende Meldung: Das Teilstück der Deichstraße zwischen Altem Deichweg und Mittelstraße wird wieder für den Verkehr geöffnet, wenn auch in eingeschränkter Form. Auf dem bereits neu gepflasterten Bereich teilen sich dann eine Hälfte der Fläche Fußgänger und Radfahrer, die andere steht dem Kraftfahrzeugverkehr zur Verfügung. In etwa zwei bis drei weiteren Wochen soll dieser Abschnitt vollständig fertiggestellt und entsprechend freigegeben werden.

Lotsenviertel und Innenstadt wachsen zusammen

Bemerkenswert ist auch, was auf dem neuen Fußweg zwischen Alter Deichweg und Mittelstraße verlegt wird: ein roter Pflasterstein, wie er auch im benachbarten Lotsenviertel anzutreffen ist. Straßenbaumeister Julian Steffen bestätigte, dass der neue Fußweg zwischen fünf und sechs Meter breit sein wird, die neue Fahrradstraße misst einheitlich sechs Meter.

Arbeiter richten Absperrungen an der Deichstraße ein, um die nächste Phase des Deichband-Projekts einzuläuten. Foto: Potschka

Der rote Stein ist kein Zufall: Er soll das Lotsenviertel optisch mit der Deichstraße verbinden und Fußgänger auf natürliche Weise in Cuxhavens zweites Zentrum leiten. Ein Ziel, das in der Vergangenheit sogar mit einer aufgemalten blauen Bodenlinie versucht worden war. Diesmal soll es gelingen.

Treppenanlage vor NPorts-Gebäude fertiggestellt

Parallel zur neuen Bauphase ist eine weitere Maßnahme abgeschlossen worden: Die Treppenanlage vor dem NPorts-Gebäude an der Konrad-Adenauer-Allee ist fast fertig. Die Arbeiten am viel zitierten Deichfenster laufen parallel. Derzeit wird ein Teil des alten Deiches wieder aufgeschüttet. Damit verringert sich zwar das Sichtfeld auf die Wasserflächen des dahinter liegenden Ritzebüttler Schleusenpriels mit seinen Hafenanlagen und der City-Marina Cuxhaven, doch wenn später die Glaselemente für das Deichfenster eingebaut werden, bleibt Fußgängern und vorbeifahrenden Radlern und Autofahrern immerhin eine 16 Meter breite "Fenster-Front" mit eben dieser schönen Sichtachse auf Cuxhavens maritime Seite.

Auch im hier beschriebenen Kreuzungsbereich selbst schreiten die Arbeiten weiter voran. Den Bereich in den kommenden Wochen nach Möglichkeit zu umfahren, empfiehlt die Stadt ausdrücklich allen Verkehrsteilnehmern, die nicht zwingend auf diese Route angewiesen sind. Eine Umgehungsstrecke wird mit Sicherheit die Kapitän-Alexander-Straße sein, vorbei an den Läden über die Klappbrücke beim Maritimen Sicherheitszentrum und dann wohin auch immer der Weg Cuxhaver und Gäste führen mag.

Großbaustelle Deichband: Am Rande der Konrad-Adenauer-Allee wird ein Teil des alten Deiches wieder aufgeschüttet. Später wird in den Deichkörper das vielzitierte Deichfenster eingebaut. Foto: Potschka
Teile des alten Deichkörpers werden in Höhe der Konrad-Adenauer-Allee wieder aufgeschüttet. Später wird in den Deichkörper das vielzitierte Deichfenster eingebaut. Foto: Potschka
Eine Baumaßnahme kann abgehakt werden: Die neue Treppenanlage vor dem NPorts-Gebäude an der Konrad-Adenauer-Allee ist fast fertiggestellt. In Kürze ist der Zugang zum Verwaltungsgebäude wieder frei. Foto: Potschka
Ein Bagger bearbeitet den alten Deichkörper, der einst parallel zur Konrad-Adenauer-Allee verlief. Derzeit werden Teile wieder aufgeschüttet. Später wird in den Deich das "Deichfenster" eingebaut. Foto: Potschka

Wie hat Ihnen der Artikel gefallen?

(1 Stern: Nicht gut | 5 Sterne: Sehr gut)

Feedback senden

CNV-Nachrichten-Newsletter

Hier können Sie sich für unseren CNV-Newsletter mit den aktuellen und wichtigsten Nachrichten aus der Stadt und dem Landkreis Cuxhaven anmelden.

Die wichtigsten Meldungen aktuell


Bild von Jens Potschka
Jens Potschka

Redakteur
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

potschka@no-spamcnv-medien.de

Lesen Sie auch...
Mysteriöse Todesfälle

Neuer Krimi: Cuxhaven wird zum Tatort einer "unsichtbaren" Mordserie

von Christian Mangels

In diesem Roman verschwimmen die Grenzen zwischen Realität und digitaler Welt: Mit "Die Illusion der Toten" legt Bernd Heine gemeinsam mit Co-Autorin Katrin Späth einen originellen Cuxhaven-Krimi vor, der tief in die Gegenwartstechnologie eintaucht.

Wer ist der Neue?

Ein Abschied vor großer Kulisse: Wechsel bei der Wasserschutzpolizei in Cuxhaven

von Maren Reese-Winne

Dass Stefan Wehden in Cuxhaven immer mehr gesehen hat als nur einen beliebigen Dienstort, zeigte sich im Havenhostel, als dort am Mittwoch der bisherige Leiter des Hamburger Wasserschutzpolizeikommissariats 4 in den Ruhestand verabschiedet wurde.

Am Amandus-Abendroth-Gymnasium

Nach angedrohter Gewalttat am AAG Cuxhaven: Polizei gibt erste Erkenntnisse bekannt

von Märthe Werder

Nach der Drohung am Amandus-Abendroth-Gymnasium (AAG) in Cuxhaven laufen die Ermittlungen. Eine Rolle spielt auch "White Tiger". Inzwischen stehen erste Erkenntnisse fest - während mehrere Schülerinnen sich zu den Ereignissen äußern.

"Ist im Moment nicht drin"

Viele Straßen nach dem Winter kaputt: Cuxhaven setzt vorerst nur auf Ausbesserungen

von Jens Potschka

Wenn warmer Bitumensplitt dampft und Parkverbotsschilder die Straßen säumen, weiß Cuxhaven: Der Winter hat seine Spuren hinterlassen. Doch wer auf umfassende Sanierungen hofft, muss sich in Geduld üben. Was steckt hinter dem aktuellen Flickwerk?