Neuer Krimi: Cuxhaven wird zum Tatort einer "unsichtbaren" Mordserie
In diesem Roman verschwimmen die Grenzen zwischen Realität und digitaler Welt: Mit "Die Illusion der Toten" legt Bernd Heine gemeinsam mit Co-Autorin Katrin Späth einen originellen Cuxhaven-Krimi vor, der tief in die Gegenwartstechnologie eintaucht.
Was zunächst wie ein Spiel mit moderner Technik erscheint, entwickelt sich im Roman "Die Illusion der Toten" schnell zu tödlichem Ernst: An bekannten Orten der Stadt Cuxhaven tauchen Tote auf - allerdings nur sichtbar über Smartphones, Tablets oder digitale Projektionen. Keine Täuschung im klassischen Sinne, sondern Teil einer perfiden Mordserie, bei der Augmented Reality (AR), also "erweiterte Realität", gezielt eingesetzt wird. Die Opfer sind real, auch wenn sie zunächst nur virtuell erscheinen.
Im Zentrum der Handlung steht ein Ermittlerteam um Kommissar Jonas Marten, das sich mit einer Reihe rätselhafter Verbrechen konfrontiert sieht. Alles beginnt an der Kugelbake: Touristen entdecken scheinbar eine Leiche am Strand - doch als die Polizei eintrifft, ist sie verschwunden. Schnell wird klar, dass hinter den Fällen mehr steckt als technische Spielerei. Während die Ermittlungen voranschreiten, geraten die Beamten selbst ins Visier des Täters. Aus Jägern werden Gejagte, Vertrauen wird zur Gefahr.
Für Autor Bernd Heine ist das Buch ein besonderer Schritt. Der 66-Jährige, der 18 Jahre lang die Geschicke der hessischen Gemeinde Waldsolms als Bürgermeister lenkte, hat sich nach seinem Ausscheiden aus dem Amt im Jahr 2024 einen lang gehegten Wunsch erfüllt: das Schreiben eines Krimis. "Ich wollte nie einen ganz normalen Krimi schreiben", sagt Heine. Die erste Idee kreiste um Hologramm-Leichen, ehe Co-Autorin Katrin Späth den entscheidenden Impuls gab, moderne Augmented-Reality-Technologie in die Handlung einzubauen.
Kennengelernt haben sich die beiden Autoren über ihre gemeinsame Leidenschaft fürs Fliegen. Während Heine als Fluglehrer in einem Flugsportverein aktiv ist, bringt Späth nicht nur erzählerisches Talent, sondern auch technisches Know-how ein. Unter anderem entwickelte sie eine digitale Plattform, über die beide parallel am Manuskript arbeiten konnten. "Das funktioniert wie ein Ping-Pong-Spiel", beschreibt Heine den Schreibprozess.
Nordseeluft, Strände und Einkaufsmöglichkeiten
Dass die Geschichte ausgerechnet in Cuxhaven spielt, ist kein Zufall. Seit Jahrzehnten verbringt Bernd Heine hier seinen Urlaub - inzwischen in dritter Generation mit Kindern und Enkeln. "Cuxhaven hat alles, was man sich für eine Auszeit wünscht: frische Nordseeluft, weite Strände, Einkaufsmöglichkeiten und viele Gelegenheiten, Schiffe zu beobachten", schwärmt der einstige Finanzbeamte.

Die enge Verbindung zur Nordseestadt spiegelt sich im Roman wider: Schauplätze, Atmosphäre und Details sind sorgfältig recherchiert und vor Ort überprüft worden. Selbst Gezeiten und Ermittlungsabläufe wurden auf Plausibilität geprüft. Neben der Kugelbake tauchen auch andere markante Orte der Stadt wie die Alte Liebe und der Leuchtturm "Dicke Berta" auf und verleihen der Handlung eine authentische, unverwechselbare Kulisse.
Der Krimi überzeugt nicht nur durch Spannung, sondern greift auch reale Themen auf. Hintergründe zur Elbvertiefung und deren Auswirkungen auf das Wattenmeer sind geschickt in die Handlung eingewoben - ohne belehrend zu wirken, aber mit spürbarer Aktualität.
"Die Illusion der Toten" ist Mitte März im Books-on-Demand-Verlag erschienen und im Buchhandel erhältlich. Für die Autoren ist das Werk erst der Anfang: Sie schreiben bereits am zweiten Cuxhaven-Krimi, der den Titel "Die trügerische Flut" tragen wird.