"Führt zu Geräuschemission": Warum die Info-Stelle in Cuxhavens City so laut brummt
In Cuxhaven sorgt eine digitale Info-Stele für mehr als nur Orientierung: Statt stiller Informationen zieht sie mit unerwarteten Geräuschen die Aufmerksamkeit der Passanten auf sich. Sind technische Tücken der Preis für digitalen Fortschritt?
Sie steht prominent an der Deichstraße, keine zehn Schritte vom Gaffelschoner "Hermine" entfernt: eine der neuen digitalen Info-Stelen des Nordseeheilbads Cuxhaven. Eigentlich sollen sie Gästen und Einheimischen Orientierung bieten - ob Veranstaltungstermine, Fahrpläne oder Ausflugstipps. Doch derzeit macht die Stele in der Innenstadt aus einem anderen Grund von sich reden: Lautstarke Geräusche, vermutlich verursacht durch die Lüftung, sorgen bei Passanten für Irritationen. Eine Messung der CN/NEZ-Redaktion zeigt: Direkt an der Stele zeigt das Messgerät eine Lautstärke von 80 Dezibel an. Die Nordseeheilbad Cuxhaven GmbH (NHC) bestätigt auf Nachfrage, dass man an einer Lösung arbeitet.
"Wir haben festgestellt, dass die Lüftungssteuerung wohl ein Problem hat", erklärt Kurdirektor Olaf Raffel im Gespräch mit unserer Zeitung. "Sie fällt unkontrolliert hoch und wieder runter - das führt dann zu dieser Geräuschemission." Man sei bereits mit dem Hersteller in München in Kontakt. "Wir hoffen, dass sich das Problem per Fernzugriff in der Steuerung beheben lässt", so Raffel. Andernfalls müsse eventuell ein Bauteil ersetzt werden - "dann wird's natürlich aufwendiger."
Digitalisierung mit kleinen Startproblemen
Insgesamt acht dieser Stelen hat die NHC bislang im Stadtgebiet aufgestellt - unter anderem in Duhnen, Döse, Sahlenburg, Altenbruch und am Bürgerbahnhof. Die Geräte sind als digitaler Ersatz für analoge Plakataushänge gedacht und bieten vielfältige Services - von Veranstaltungstipps über Toilettenfinder bis hin zu Fahrplänen und bald auch Wattzeiten.

Doch trotz der hochmodernen Ausstattung mit Touchscreen, wetterfester Hülle und automatischer Kühlung: Ohne Geräusche bewegt sich auch die digitale Zukunft nicht. "Gerade bei starker Sonneneinstrahlung muss die Kühlung natürlich mehr leisten", erklärt Olaf Raffel. Die Folge: ein deutlich hörbarer Lüfter.
Doppelte Technik - doppelter Lärm?
Besonders betroffen scheint die Stele in der Innenstadt zu sein. "Das ist eine Doppel-Stele", sagt der Kurdirektor. "Zwei Geräte in einem Gehäuse, die von beiden Seiten nutzbar sind - also laufen auch zwei Lüfter." Das führt zu mehr Emissionen als beispielsweise bei der "flüsterleisen" Variante, die etwa im Auftrag der Wirtschaftsförderung verwendet wird. Die Stadt prüft nun gemeinsam mit dem Hersteller, ob ein softwarebasiertes Update zur Verbesserung beiträgt oder ein Hardwaretausch erforderlich ist.

"Wir haben mit unserer EDV alles durchgeprüft", so Olaf Raffel. Filter und Lüfter seien kontrolliert worden, jetzt sei der Support des Herstellers am Zug. "Das ist wie bei jedem IT-Ticket: Es geht Schritt für Schritt. Aber wir bleiben dran."
Resonanz: Neugier und Kritik
Trotz der technischen Kinderkrankheiten: Die Resonanz auf die Info-Stelen ist grundsätzlich positiv. "Wir sehen oft, dass Gäste neugierig davorstehen und sich durch das Angebot klicken", heißt es aus der Marketingabteilung der NHC. Auch Olaf Raffel betont: "Wenn uns etwas auffällt - oder wir Hinweise von Gästen bekommen - kümmern wir uns sofort."
Und auch wenn die Innenstadt-Stele aktuell mehr Geräusch als Geräuschlosigkeit liefert, steht für den Kurdirektor fest: "Die Geräte sind ein Gewinn für Cuxhaven - wir müssen nur noch ein bisschen Feintuning betreiben."
Wie lange es bis zur endgültigen Lösung dauert, ist derzeit offen. Doch eines ist klar: Die neue Generation der Tourist-Information hat Cuxhaven erreicht - auch wenn sie derzeit noch ein wenig brummt.