Großer Frust in Cuxhaven: "Ohne Kunstrasen keine Zukunft"
Hockey gilt als Randsportart, hat es schwer gegen König Fußball anzukommen - auch in Cuxhaven. Obwohl die Hockey-Abteilung des SC Schwarz-Weiß Cuxhaven boomt, sitzt der Frust bei den Verantwortlichen tief. Sie fühlen sich im Stich gelassen.
Über 100 Mitglieder zählt die Hockeyabteilung des SC Schwarz-Weiß Cuxhaven. Der Großteil sind Kinder und Jugendliche. Tendenz steigend. Nach einem eher tristen Dasein wurde der Abteilung vor ein paar Jahren wieder neues Leben eingehaucht. Das hat vor allem mit einer Person zu tun: Lone Mordhorst. Sie kümmert sich seit ihrer Rückkehr in die Heimat intensiv um den Aufbau der Jugendabteilung beim SC Schwarz-Weiß Cuxhaven. Doch die Stimmung ist getrübt. Seit längerer Zeit kämpfen die Verantwortlichen des Vereins für bessere Bedingungen. Passiert ist nichts. Die beiden neu errichteten Kunstrasenplätze am Strichweg und in Groden stehen ausschließlich für den Fußball zur Verfügung. Hockey kann und darf dort nicht gespielt werden. Das Training der vielen Nachwuchsteams findet auf einem nicht maßhaltigen Schulsportplatz an der BBS Cuxhaven statt. Spiele können dort nicht ausgetragen werden. Dafür müssen die Cuxhavener Kinder und Jugendlichen ins über 100 Kilometer entfernte Bremen reisen. "Das geht gar nicht", wird Ulf Böttcher deutlich. Er hat selbst jahrelang in Cuxhaven Hockey gespielt, organisiert Jahr für Jahr das große Pfingstturnier auf dem Gelände am Feldweg und ist nun unter anderem Schiedsrichter-Obmann des Vereins.
Das Fehlen eines richtigen Platzes bremse das sportliche Entwicklungspotenzial und das Club-Leben enorm aus. "Wir brauchen ganz dringend einen Kunstrasenplatz", sagt Lone Mordhorst. Gespräche mit Politik und Verwaltung hätten in den vergangenen Monaten schon einige stattgefunden. Doch still ruht der See. "Wir fühlen uns im Stich gelassen", sagt Böttcher. Dabei sei der Verein bereit seinen Teil an diesem Projekt beizutragen. Im vergangenen Jahr reisten sie mit einer Delegation aus Sport und Verwaltung in die Niederlande, um sich dort einen Kunstrasenplatz der neuesten Generation anzuschauen. Zudem haben sie eine Spendenaktion ins Leben gerufen. "Ohne Kunstrasen haben wir keine Zukunft", so Mordhorst. Ab einem bestimmten Alter könne sie den Jugendlichen in Cuxhaven keine adäquaten Bedingungen mehr bieten. "Das ist frustrierend", sagt sie weiter. Hockey solle sich wieder in Cuxhaven etablieren - am liebsten auf dem Gelände am Feldweg. Auf der vereinseigenen Anlage gibt es zwar ein Hockey-Spielfeld mit dem Namen Emil-Meisterhans-Platz, dabei handelt es sich aber um eine Naturrasenfläche.
Hockey hat sich jedoch in den vergangenen Jahrzehnten so weiterentwickelt, dass ein Spielbetrieb nicht mehr auf Rasenplätzen stattfindet, beziehungsweise erst gar nicht mehr zugelassen ist. Nur alle zwei Jahre findet auf dem Cuxhavener Rasenplatz noch das Hockey-Bäderturnier für Erwachsene statt - eher eine gesellige Veranstaltung als eine sportliche Herausforderung. Dafür reicht der Rasen. Aber auch nur noch dafür. Ansonsten werde die Rasenfläche kaum genutzt. "Wir müssen am Ball bleiben", sagt Lone Mordhorst. Zumal sie sich vorstellen könne, dass ein solcher Platz nicht ausschließlich der Hockeyabteilung zur Verfügung stünde. "Es wäre eine Investition für den Sport insgesamt", sagt sie. In den vergangenen Wochen und Monaten hätten sie und ihre Mitstreiter jede Menge Energie in Sachen Kunstrasenplatz verschlissen. Doch sie wollen weiterkämpfen - damit Hockey auch in Cuxhaven eine Zukunft hat.
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