Die Ausbaupläne der Stadt Cuxhaven zeigen farbig markiert, wo die neuen Haltestellenkaps am Wiesenkamp entstehen. Animation: Stadt Cuxhaven
Die Ausbaupläne der Stadt Cuxhaven zeigen farbig markiert, wo die neuen Haltestellenkaps am Wiesenkamp entstehen. Animation: Stadt Cuxhaven
Stadt erklärt die Idee dahinter

Haltestellen-Umbau an der Brockeswalder Chaussee in Cuxhaven: Was steckt dahinter?

von Jens Potschka | 24.06.2026

Eine Baustelle an der Brockeswalder Chaussee sorgt für Diskussionen. Neue Haltestellenkaps ragen in die Fahrbahn und lassen Anwohner spekulieren. Was steckt hinter dem ungewöhnlichen Umbau, der so viele Fragen aufwirft?

Eine Baustelle sorgt an der Brockeswalder Chaussee derzeit für reichlich Gesprächsstoff. Auf Höhe des Combi-Parkplatzes wachsen zwei neue sogenannte Haltestellenkaps in die Fahrbahn hinein. Genau das wundert viele Anwohner. In einer Facebook-Gruppe wird seit Tagen spekuliert und gerätselt, mancher fürchtet sogar, haltende Busse könnten künftig in den Gegenverkehr geraten. Die Cuxhavener Nachrichten haben deshalb bei der Stadtverwaltung nachgefragt und Klarheit verschafft.

Barrierefreier Umbau lange geplant

Die Antwort aus dem Rathaus fällt eindeutig aus. Die Haltestelle trägt den Namen Wiesenkamp und wird derzeit barrierefrei umgebaut. Der Rat hatte den entsprechenden Beschluss bereits am 8. Dezember 2022 gefasst, damals stand die Maßnahme auf einer Prioritätenliste ganz oben, eingestuft in die höchste Kategorie 1A. Den passenden Ausbaustandard regelt der aktuelle Nahverkehrsplan, über den der Verwaltungsausschuss am 14. August 2025 entschieden hatte. Pressesprecherin Cora Strate erklärt dazu, die Verwaltung setze damit nur geltende Beschlüsse um, einzelne Umbauten würden den Gremien nicht gesondert vorgelegt.

Die neue Haltestelle Wiesenkamp an der Brockeswalder Chaussee nimmt langsam Gestalt an. Foto: Potschka

Warum die Kaps hineinragen

Dass die neuen Haltestellen etwas in die Fahrbahn ragen, hat einen klaren Grund. Für den barrierefreien Ausbaustandard braucht es ausreichend Fläche, vor allem für Noppen und Rillenplatten am Bordstein. Ohne die sogenannten Buskaps ginge das nur zulasten von Rad und Fußverkehr, so die Stadt. Die bauliche Einengung verringert zudem den Abstand zur gegenüberliegenden Straßenseite. Fußgänger nutzen sie deshalb gern als zusätzliche Querungshilfe. Auch der Radverkehr profitiert, denn die Kaps schaffen Platz für eine durchgängige und ausreichend breite Radspur, selbst direkt an der Haltestelle.

Baustelle an der Brockeswalder Chaussee: Neue Haltestellenkaps entstehen für mehr Barrierefreiheit und Sicherheit im Verkehr. Foto: Potschka

Mehr Sicherheit, weniger Konflikte

Für den Busverkehr selbst bringt die neue Form klare Vorteile, betont die Stadtverwaltung. Ein Einfädeln in den fließenden Verkehr entfällt künftig, Fahrer erkennen schon von weitem, ob Fahrgäste warten, was die Fahrzeiten verbessert und den Verkehrsfluss insgesamt entlastet. Zugleich entstehen größere Warteflächen, sodass wartende Fahrgäste den Rad- oder Fußweg nicht blockieren. Konflikte zwischen Radfahrern und Fahrgästen sollen so von vornherein vermieden werden.

Auf dem Kap selbst finden außerdem Wartehäuschen, Mülleimer und Fahrradständer ihren Platz. Insgesamt gehe man bei der Stadt nicht davon aus, dass der Verkehr durch die neuen Haltestellen stärker beeinträchtigt werde als bisher, die Busse hielten schon jetzt auf der Fahrbahn. Für die Anwohner an der Brockeswalder Chaussee bedeutet das vor allem eines: Geduld bis zur Fertigstellung, dann soll die Haltestelle Wiesenkamp sicherer und barrierefrei für alle nutzbar sein.

Umbau der Haltestelle Wiesenkamp: Neue Buskaps an der Brockeswalder Chaussee bieten bald mehr Sicherheit und Barrierefreiheit. Foto: Potschka

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