Selbstständigkeit und Selbstbewusstsein - Freiwillige im Wattenmeer-Besucherzentrum
Das Wattenmeer-Besucherzentrum in Cuxhaven bietet jungen Erwachsenen die Möglichkeit, im Rahmen des Bundesfreiwilligendienstes wertvolle Erfahrungen zu sammeln, sich selbst zu finden und die Natur hautnah zu erleben.
Direkt nach der Schule zu entscheiden, wie man seine Zukunft gestalten möchte, ist nicht immer einfach. Ein Bundesfreiwilligendienst (BFD) kann daher eine gute Möglichkeit sein, um sich zu orientieren. Diese Option bietet auch das Wattenmeer-Besucherzentrum in Sahlenburg an. "Dabei erlebt man hautnah die vier Jahreszeiten an der Nordsee", sagt Ronald Osterndorf, stellvertretender Leiter vom Besucherzentrum.
Vielfältige Aufgaben vor Ort
Julia Geruschkat und Catharina Feld sind beide seit dem 1. September 2025 als Freiwillige im Wattenmeer-Besucherzentrum tätig. Julia wusste noch nicht, was sie studieren möchte. "Ich wollte nicht ins Ausland, aber ans Meer", erzählt sie. Catharina wollte nicht direkt studieren: "Nicht nur lernen, sondern auch mal etwas machen." Zu den Aufgaben der Freiwilligen gehören Wattführungen, Besucher betreuen sowie die Arbeit im Shop und in der Ausstellung, schildert Julia. "Auch die Verwaltung gehört dazu", ergänzt Catharina. "Sie sind das Gesicht vom Besucherzentrum", sagt Osterndorf. Wer hineingehe, der sehe die jungen Freiwilligen.
Im Wattenmeer-Besucherzentrum arbeiten Hauptamtliche und Freiwillige gemeinsam, verstärkt von Praktikanten. Judy Aedtner ist seit Anfang Juni als Praktikantin dabei. Sie studiert Biologie im Bachelor. "Ich wollte gerne in die Nationalparkarbeit reinschauen." Zudem nutzt sie die Zeit für den Übergang zum Masterstudium und ihre persönliche Neuorientierung. Bis zu neun Freiwillige können im Besucherzentrum tätig sein. "In der Regel sind sie für ein Jahr hier. Beginn ist August oder September", erläutert Osterndorf.
Wattführungen sind das Highlight
Lukas Heder findet besonders die Wattführungen toll: "Man kann in der Natur sein und Leuten das schöne Wattenmeer zeigen." Auch Julia und Judy gefallen die Führungen am besten an der Arbeit. Catharina findet die Veranstaltungen mit Blick unter das Mikroskop am besten. "Die Augen der Kinder werden immer ganz groß, wenn sie das sehen", erklärt sie. Wer einen Freiwilligendienst im Besucherzentrum absolvieren möchte, muss mindestens 18 Jahre alt sein. "Wattführer müssen volljährig sein und schwimmen können", betont Osterndorf. "Man muss aber auch wetterfest sein und Regen abkönnen", ergänzt er lachend.
"Wir würden uns über Freiwillige aus Cuxhaven oder der Region freuen, die keine Unterkunft brauchen", sagt der stellvertretende Leiter. Aktuell stehen sechs Unterkünfte zur Verfügung, die alle belegt sind - es werden aber auch neue gebaut. Die Freiwilligen erhalten zudem ein Taschengeld, einen Verpflegungszuschuss und Vergünstigungen, beispielsweise beim Jobticket. Gelernt wird vor allem eins: Selbstständigkeit, Verantwortung und Selbstbewusstsein. "Nach einem Jahr gehen kleine fertige Erwachsene", beschreibt Osterndorf. Er findet es schön, die Entwicklung der jungen Leute zu sehen.
Junge Erwachsene nehmen viel für die Zukunft mit
"Das Selbstbewusstsein, vor einer Gruppe zu reden, und Selbstständigkeit", nehmen Julia und Lukas aus ihrer Zeit mit. Zusätzlich gibt es einen Nebeneffekt, schildert Catharina: Sie hat auch den "Papierkram" kennengelernt, darunter die Erfahrung, wie man eine Zweitwohnung anmeldet.
Einen genaueren Plan für ihre Zukunft haben die vier inzwischen auch. Julia möchte Ernährungswissenschaften studieren, Lukas in Richtung Umweltbildung gehen und Catharina Richtung Wirtschaft. Judy hat auch eine genauere Vorstellung, wo sie ihren Master machen möchte. Warum sie die freiwillige Arbeit im Wattenmeer-Besucherzentrum weiterempfehlen würden? "Man hat viele Freiheiten und kann herausfinden, was einen interessiert. Man kann etwas verändern, wenn man möchte", sagt Julia. Lukas empfiehlt es Leuten, die gerne in der Natur sind und anderen Menschen etwas zeigen wollen. "Man kann aus seiner Komfortzone raus und neue Eindrücke sammeln", ergänzt Catharina.
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