Harald Schmitts Ausstellung in Cuxhaven: Was Frieden wirklich kostet
Die Werke von Harald Schmitt zeigen Momente der Geschichte, die man nicht vergessen darf. In Cuxhaven entfalten sie eine besondere Wirkung, denn sie erinnern an das, was auf dem Spiel steht, wenn Frieden keine Selbstverständlichkeit mehr ist.
Es sind Bilder, die sich ins Gedächtnis brennen. Bilder von Zerstörung und Erschöpfung, aber auch von Umarmungen, die alles sagen, was Worte nicht fassen können. Harald Schmitt hat sie gemacht. In mehr als 50 Berufsjahren, in über 140 Ländern, als fest angestellter Fotoreporter des Magazins "Stern". Sechsmal wurde er mit dem World Press Photo Award ausgezeichnet, dem renommiertesten Preis seines Fachs. Nun zeigt der 1948 in der Eifel geborene und heute in Hamburg lebende Schmitt seine Werkschau "Krieg, Frieden - Versöhnung" in Cuxhaven. Der Ort könnte passender nicht sein.
Aktuelle Weltlage als Mahnung
Denn die Ausstellung trifft einen Nerv. Kriege und Krisen, einst gefühlt weit entfernt, sind längst in unseren Alltag eingedrungen: in Nachrichten, Gespräche, Gedanken. Was Schmitts Bilder zeigen, ist keine Geschichte von gestern. Es ist eine Erinnerung daran, was auf dem Spiel steht.

Der letzte auf deutschem Boden geführte Krieg endete am 8. Mai 1945 mit der bedingungslosen Kapitulation des nationalsozialistischen Deutschlands. Kein Land in Europa hat dieses Datum vergessen. Und doch scheint das Recht des Stärkeren wieder salonfähig zu werden. Einen Krieg vom Zaun zu brechen, ist erschreckend einfach. Den Weg zurück zum Frieden zu finden, ist unendlich schwer.
Botschaft für die junge Generation
Genau deshalb richtet sich die Ausstellung ausdrücklich auch an junge Menschen in der Stadt und im Landkreis Cuxhaven. Das Bündnis für Demokratie des Programms "Demokratie leben!" hat sie gemeinsam mit der Regionalen Arbeitsgruppe des Vereins "Gegen Vergessen - Für Demokratie e.V.” auf den Weg gebracht, gefördert vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Gabriele Hoffmann, Leiterin der städtischen Kulturabteilung, und Rüdiger Pawlowski vom Verein werben engagiert für die Schau. Sie verstehen sie als Einladung zum Nachdenken und zum Gespräch.

Eröffnung mit prominentem Festredner
Eröffnet wird die Ausstellung am Freitag, 8. Mai, um 16 Uhr durch Oberbürgermeister Uwe Santjer, in Anwesenheit des Fotografen. Den Fachvortrag hält Markus Meckel, eine der ungewöhnlichsten Figuren der deutschen Zeitgeschichte. Als Mitglied der einzigen frei gewählten Volkskammer war er 1990 Minister für Auswärtige Angelegenheiten der DDR und saß neben Hans-Dietrich Genscher an den Verhandlungstischen der Zwei-plus-Vier-Gespräche, die den Weg zur Deutschen Einheit freimachten. Der Theologe und Politiker war von 1990 bis 2009 Mitglied des Deutschen Bundestages und erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Scheidegger Friedenspreis 2012. Meckel hat zudem das Vorwort zum gleichnamigen Buch verfasst, das der Ausstellung zugrunde liegt. Der Eintritt ist frei.

Fotoschau auf einen Blick
Ausstellung "Krieg, Frieden - Versöhnung”
Bürgerhalle des Rathauses Cuxhaven, Rathausplatz 1, 8. bis 30. Mai, Eintritt frei
Öffnungszeiten: während der regulären Öffnungszeiten der Stadtverwaltung
Vernissage: Freitag, 8. Mai, 16 Uhr, mit Fotograf Harald Schmitt und Festredner Markus Meckel, Eröffnung durch Oberbürgermeister Uwe Santjer
