Das Haus, in dessen Erdgeschoss sich zurzeit ein Bekleidungsgeschäft befindet, ist eines von drei Gebäuden, die dem Neubauvorhaben Platz machen werden. Foto: Koppe
Das Haus, in dessen Erdgeschoss sich zurzeit ein Bekleidungsgeschäft befindet, ist eines von drei Gebäuden, die dem Neubauvorhaben Platz machen werden. Foto: Koppe
Immobilien

Cuxhaven: Im Kurteil Duhnen ist ein Neubau an prominenter Stelle geplant

von Kai Koppe | 20.09.2024

Eines der letzten historischen Häuser im Ortskern des Cuxhavener Kurteils Duhnen muss weichen. Abbildungen des geplanten Ensembles sind bereits plakatiert: Ein Neubau wird entstehen.

Unter den bestehenden Gebäuden, die dem Vorhaben Platz machen müssen, befindet sich auch das "blaue Haus": Derzeit werden dort Textilien verkauft, in Erinnerung bleibt es vor allem wegen einer dort in Vorjahren untergebrachten maritimen Sammlung.

Wann die Arbeiten zum Bau des "Duhner Speichers" (Projektname) losgehen, ist derzeit noch offen. Eine Anrainerin berichtet davon, dass es bereits in den vergangenen beiden Jahren - jeweils um die jetzige Jahreszeit herum - geheißen habe, dass ein Abriss der drei Bestandsgebäude unmittelbar bevorstehe. Eine veränderte Sachlage beim Thema gibt es bis aktuell nicht, denn offizielle Angaben zum Abriss- oder zum Baubeginn machte die Vorhabensträgerin in dieser Woche nicht.

Fassade wurde offenbar bewusst etwas kleinteiliger entworfen

Bekannt ist bis dato, dass auf dem Areal, welches die Grundstücke des ehemaligen Gästehauses Harloff, des früheren, privat geführten Schiffsmuseums sowie des Hauses Rugenbarg umfasst, ein Wohn- und Geschäftshaus mit insgesamt 27 Ferienwohnungen entstehen soll. Im Parterre des unter zeitgemäßen energetischen Standards als "Effizienzhaus 55" entworfenen Neubaus finden nach derzeitigen Planungen auch fünf Ladenlokale Platz. Die Anlage, die mit einer Luft-Wasser-Wärmepumpe beheizt werden soll, soll ferner mit einer Tiefgarage versehen (mit 31 Einstellplätzen) versehen werden. Die Rede ist auch von 14 Außenparkplätzen.

"Stüben's Cafè- und Cacao-Stube" bot in den Anfangszeiten des Badeortes Duhnen einen Anlaufpunkt für Kur- und Feriengäste. Foto: Archiv

Auf die Fassadengestaltung des künftigen "Duhner Speichers" wurde offenbar ein besonderes Augenmerk gelegt: "Die giebelständige Bauweise erzeugt den Eindruck von separaten Giebelhäusern, was zu einem lebendigen und malerisch bewegten Straßenbild in der Dachzone führt", heißt es im Exposé der Duhner Projektbau GmbH. Die auf vor Ort angebrachten Transparenten zu erkennende Visualisierung des Vorhabens zeigt in der Tat keinen monolithisch anmutenden Baukörper, sondern eine Gestaltung, die sich durch eine gewisse Kleinteiligkeit und durch baugeschichtliche Zitate im positiven Sinne von manch anderem Vorhaben unterscheiden.

Duhnen: Bestandsgebäude war einst eine "Cacao-Stube"

Für Duhner, denen daran gelegen ist, die in Resten vorhandene historische Bausubstanz im Kurteil zu erhalten, dürften Bemühungen um eine ansprechende Fassadengestaltung ein schwacher Trost bleiben. Denn obwohl das heutige Erscheinungsbild des Eckhauses am Wehrbergsweg 7 durch einen später hinzugekommenen Anbau gelitten hat: Einst mag das Gebäude prägend für den Badeort Duhnen gewesen sein - allein schon über seine touristische Funktion. Wie sich anhand einer alten, kolorierten Ansichtskarte nachvollziehen lässt, beherbergte das Haus vor mehr als hundert Jahren nicht nur Pensionszimmer, sondern auch "Stübens Café & Cacao-Stube". Auf einer jüngeren Aufnahme lässt sich ebenfalls eine gastronomische Nutzung erkennen.

Trotz seines pittoresken, bis zum heutigen Tag mit Fachwerk gestalteten Giebels ist das hellblau gestrichene Haus kein Baudenkmal. Das bestätigte auf Nachfrage hin auch Cuxhavens Stadtbaurat Andreas Eickmann, aus dessen Sicht andere Objekte, darunter die erst kürzlich für Gesprächsstoff sorgende Villa Hebel, eine andere baugeschichtliche Qualität haben.

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