Besonders mit Strand und Watt kann die Stadt Cuxhaven punkten. Foto: Adelmann
Besonders mit Strand und Watt kann die Stadt Cuxhaven punkten. Foto: Adelmann
Urkunde vom Wirtschaftsminister

Jetzt Nordsee- und Thalassoheilbad: Wie Cuxhaven vom höchsten Prädikat profitiert

von Tim Larschow | 02.11.2025

Das Nordseeheilbad Cuxhaven ist offiziell Nordsee- und Thalassoheilbad. Überreicht wurde die Urkunde von Wirtschaftsminister Tonne. Cuxhaven ist der zweite Kurort in Deutschland, der die staatliche Auszeichnung tragen darf. Was das Prädikat bedeutet.

Die staatliche Prädikatisierung "Nordsee- und Thalassoheilbad" gilt als bundesweit anerkanntes Gütesiegel. Sie bestätigt, dass ein Ort über natürliche Heilmittel verfügt, diese medizinisch und therapeutisch fachgerecht nutzt und hohe Anforderungen an Infrastruktur, Hygiene, medizinische Versorgung und wissenschaftliche Begleitung erfüllt.

Mit der neuen Prädikatisierung würdigt das Land Niedersachsen die herausragende Gesundheitskompetenz und die kontinuierliche Entwicklung Cuxhavens im Bereich Thalasso, Prävention und Kurwesen. Niedersachsens Wirtschaftsminister Grant Hendrik Tonne überreichte im Thalassozentrum "Ahoi" in Duhnen die Urkunde an Oberbürgermeister Uwe Santjer, Kurdirektor Olaf Raffel und Badleiter Sascha Bange.

(v.l.n.r) Badleiter Sascha Bange, Oberbürgermeister Uwe Santjer, Wirtschaftsminister Grant Hendrik Tonne und Kurdirektor Olaf Raffel bei der Übergabe der Urkunde. Foto: Larschow

"Was im Tourismus passiert, ist beachtlich"

Oberbürgermeister Santjer hob in seiner Ansprache die erfolgreiche Entwicklung des Tourismusstandortes hervor: "Das, was in Cuxhaven im Tourismus passiert, ist beachtlich. In Niedersachsen liegt der Zulauf im Schnitt bei 4,7 Personen pro tausend Einwohner - in Cuxhaven sind es 7,4. Damit liegen wir über dem Landesschnitt und deutlich über anderen Küstenstandorten, die teils nicht einmal auf eine Person kommen. Cuxhaven ist attraktiv, und viele tragen dazu bei." Er betonte zugleich die gemeinsame Leistung hinter dem Erfolg. "Es ist ein Zertifikat, für das man gemeinsam viel arbeiten muss."

Badleiter Sascha Bange erklärt Wirtschaftsminister Grant Hendrik Tonne, die Herausforderungen am Standort und die geplanten Investitionen. Foto: Larschow

Bioklimatische Analysen und Luftqualitätsgutachten

Anschließend dankte Kurdirektor Olaf Raffel den Beteiligten und ordnete die Auszeichnung ein: "Wir werden ausgezeichnet für all diejenigen, die mit Herz und Überzeugung am Tourismus- und Gesundheitsstandort arbeiten. Heute bekommen wir die höchste Prädikatisierung, die es in Deutschland gibt - für das Nordsee- und Thalassoheilbad Cuxhaven."

Raffel erinnerte an die lange Kurtradition der Stadt: "Seit 76 Jahren sind wir Heilbad und wurden vor über 200 Jahren gegründet. Jetzt geht es darum, die Qualität fortzuführen. Dieses Prädikat bescheinigt uns, dass wir nicht nur natürliche Heilmittel haben, sondern sie auch erfolgreich zur Anwendung bringen."

Cuxhaven hat dazu ein umfangreiches Prüfverfahren durchlaufen - mit bioklimatischen Analysen, Luftqualitätsgutachten sowie Meerwasser- und Schlickanalysen. Mit der erweiterten Anerkennung rückt nun auch die therapeutische Anwendung der Thalasso-Heilmittel in den Mittelpunkt. Meerwasser, Schlick und Algen kommen in Bädern, Packungen, Inhalationen und Bewegungstherapien zum Einsatz. Zentraler Ort der Anwendungen ist das Thalassozentrum "Ahoi" in Duhnen.

Das Thalassozentrum "Ahoi" in Duhnen ist zentraler Ort vieler therapeutischer Anwendungen. Foto: Koppe

"Wir müssen jetzt weiter investieren"

Wirtschaftsminister Grant Hendrik Tonne würdigte abschließend den Einsatz aller Beteiligten: "Das Zertifikat ist schon etwas Bemerkenswertes. Insgesamt sind in Niedersachsen nur drei solcher Urkunden vergeben worden. Dieses Zertifikat erfordert eine besondere Anstrengung."

Raffel betonte, dass man sich auf dieser Auszeichnung nicht ausruhen dürfe. "Wir müssen weiter investieren - und das ist auch dringend nötig. In den kommenden Jahren müssen wir einen zweistelligen Millionenbetrag in das Bad stecken. Und das schaffen wir als Stadt nicht allein", sagte der Kurdirektor und sprach das Problem auch gegenüber Minister Tonne deutlich an.

Doch die aktuellen Zahlen beeindrucken dennoch. Allein im Kur- und Spa-Bereich arbeiten derzeit 16 Beschäftigte, die rund 23.000 Anwendungen pro Jahr schaffen - darunter etwa 2500 Meer­schlick­packungen und 1800 Meerwasserbäder, die regelmäßig zur Anwendung kommen.

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Tim Larschow

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Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

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