Helgoland mit XXL-Aufenthalt: Das Inselfest kehrt mit großem Programm zurück
Das legendäre Inselfest kehrt zurück: Am 12. Juli erwartet Helgoland seine Gäste mit spannenden Aktivitäten, Live-Musik, Kulinarik und einem spektakulären Feuerwerk zum krönenden Abschluss. Ab Cuxhaven gibt es mehrere Schiffsverbindungen.
Ältere erinnern sich noch gern an die Zeiten, als das Inselfest auf Helgoland ein Riesenereignis war, und es abends von Cuxhaven aus Fahrten mit der unvergessenen "Wappen von Hamburg" gab, die die Feiergäste zur Insel brachten. In diesem Jahr gibt es eine Neuauflage des beliebten Inselfestes am 12. Juli, dem Tag des Seebäderdienstes auf Helgoland. Und von Cuxhaven aus wird Helgoland am Sonnabend gleich von zwei Reedereien angesteuert. Krönender Abschluss damals wie heute ist ein Höhenfeuerwerk, das den Roten Felsen und die Nordsee in ein funkelndes Lichtermeer taucht.
Helgoland will sich seinen Feiergästen an diesem Tag von seiner besten Seite zeigen - und hofft auf viele Besucherinnen und Besucher vom Festland. Das Inselfest startet am Nachmittag des 12. Juli mit einem Empfang der Reedereien im Rathaus. Anschließend verwandelt sich die Insel in eine lebendige Festmeile mit Marktständen, Floh- und Handwerkermarkt, Live-Musik, Aktionen für Kinder und Erwachsene sowie Kulinarik. Für ein buntes Programm ist bis in den späten Abend gesorgt. Den krönenden Abschluss bildet das traditionelle Feuerwerk um 23 Uhr über der Nordsee.

Sowohl die FRS Helgoline als auch Cassen Eils nehmen am Sonnabend, 12. Juli, Kurs Helgoland und beteiligen sich aktiv am Tag des Seebäderdienstes. Der Tag ist unter das Motto "Helgoland XXL"gestellt, und Tagesgästen bietet es einen besonders langen Aufenthalt von zehn Stunden. Der "Halunder Jet" fährt nicht nur um 11.30 Uhr ab Innenkante Alte Liebe, sondern eine Zwischentour ein, fährt das erste Mal 16.30 Uhr ab Helgoland mit Ankunft in Cuxhaven um 17.45 Uhr. Um 18 Uhr fährt der Katamaran erneut nach Helgoland, wo sie um 22.30 Uhr den Liegeplatz verlässt. Cassen Eils bietet Feiernden ebenfalls bis zu 12 Stunden dauernde Inselaufenthalte an. Abfahrten sind jeweils um 8.30 und 12.30 Uhr mit dem Katamaran "Nordlicht" ab Innenkante Alte Liebe und ab 9.30 Uhr ab Fährhafen mit der "Helgoland", die erst um 22.30 Uhr die Leinen wieder losmacht. Die Passagiere können sowohl von Bord des "Halunder Jet" als auch der "Helgoland" das Höhenfeuerwerk erleben, das den für die Insel besonderen Tag abschließen wird.
Aus der Geschichte des Seebäderdienstes
Der 12. Juli 1952 ist für Helgoland ein gutes Datum, das damals Aufbruchsstimmung nach düsteren Jahren verhieß. Gegen Ende des 2. Weltkriegs wurde Helgoland am 18. April 1945 von den Briten zerbombt und die Bevölkerung evakuiert. Am 18. April 1947 kam es dort zur bis heute größten nichtnuklearen Sprengung. In Folge wurde die Insel Bombenabwurfziel der Alliierten. Erst am 1. März 1952 durfte die Bevölkerung nach Helgoland zurückkehren. Helgoland lag damals komplett in Schutt und Asche und wurde in den 50er und 60er Jahren wiederaufgebaut - besonders auch als touristische Destination - und hierbei übernimmt der Seebäderdienst die tragende Rolle im Ausflugs- und Urlaubergeschäft.
Über die Anfänge des Seebäderdienstes nach dem 2. Weltkrieg auf Helgoland schrieb Erich Nummel Krüss (1932 bis 2018), früherer Brückenkapitän auf Helgoland: "Am 12. Juli 1952 war schon ein großer Teil der Düne geräumt und konnte dem Publikum zugängig gemacht werden. Es war ein Restaurant eröffnet worden und ein paar kleine Verkaufskioske, damit mit der Zollfreiheit wieder ein kleiner Anreiz zu einem Besuch Helgolands gegeben wurde. Für Übernachtungsgäste stand eine kleine Zeltstadt zur Verfügung, welche die Gemeinde Helgoland von Scharbeutz übernommen hatte. Am 13. Juli 1952 kam als erstes Schiff die "Bürgermeister Ross" des damals HAPAG-HADAG-Seebäderdienstes ab Hamburg und Cuxhaven. Verstärkt wurde diese Linie durch die HADAG-Schiffe "Süllberg", "Stade", "Elbe" und "Bürgermeister Diestel" in den darauffolgenden Wochen. Die Reederei Schramm begann von Cuxhaven einen Bäderdienst mit der Dampfyacht "Hamburg" und ein altes Räumboot der Kriegsmarine begann von Wilhelmshaven aus Helgoland anzulaufen. Die Reederei Eils - damals noch Eils & Visser - kam mit MS "Rudolf" von den Ostfriesischen Inseln, der als Winterversorger 1952/53 einen legendären Ruf bekam."
Zu der Anfangszeit war übrigens auf der Insel selbst kein Besuch erlaubt, weil dort zunächst Räumungs- und später Aufbauarbeiten vorgenommen wurden. Die Touristen wurden ausgebootet und auf der Düne angelandet.