Um seinesgleichen zu halten müssen Cuxhavenerinnen und Cuxhavener ab sofort tiefer in die Tasche greifen: Kampfhund in einem Zwinger eines Tierheims. Foto: Andreas Arnold/dpa
Um seinesgleichen zu halten müssen Cuxhavenerinnen und Cuxhavener ab sofort tiefer in die Tasche greifen: Kampfhund in einem Zwinger eines Tierheims. Foto: Andreas Arnold/dpa
Neue Satzung

Kampfhunde werden in Cuxhaven ab sofort hoch besteuert

von Kai Koppe | 01.01.2024

Einen gefährlichen Hund zu halten, kommt Cuxhavener(innen) ab sofort teuer zu stehen. Über eine Neufassung der Hundesteuersatzung wurde der Satz unter anderem für Vierbeiner, die im Volksmund als Kampfhunde bezeichnet werden, deutlich angehoben.

Dass auf Grundlage einer Empfehlung des Verwaltungsausschusses die vier Rassennamen Bullterrier, Pitbull-Terrier, American Staffordshire Terrier und Staffordshire Bullterrier in die seit Wochenbeginn in Cuxhaven geltende Hundesteuer-Satzung Eingang fanden, ist insofern bemerkenswert, als dass ein vergleichbarer Vorstoß, der vor zehn Jahren aus den Verwaltungsapparat heraus unternommen wurde, am Veto einer politischen Mehrheit scheiterte.

Vor zehn Jahren: Vorbehalte gegen sogenannte Rasseliste

Vertreter von SPD und Grünen hatten damals Zweifel erhoben, ob eine solche Rasseliste wirklich das geeignete Steuerungsinstrument darstelle, um Popularitätswerte, welche die darin aufgeführten Vierbeiner in bestimmten Halter-Kreisen erzielten, nachhaltig zu beeinflussen. Stattdessen verständigte sich das Mehrheitsbündnis, dem auch "Die Cuxhavener" angehörten, darauf, sich an einer Formulierung des Niedersächsischen Hundegesetz (NHundG) zu orientieren. Das NHundG kennt keine Kampfhunde, sondern lediglich "gefährliche Hunde", die laut Gesetzestext als solche erkennbar werden, wenn sie zugebissen haben oder "eine über das natürliche Maß hinausgehende Kampfbereitschaft" legen. Aus Kritikersicht widerspricht dieser Ansatz dem Präventionsgedanken und ignoriert bestimmte physische Merkmale, die den Kampfhunden in voller Absicht angezüchtet worden sind.

Stimmen, die dafür plädieren, die Kampfhund-Haltung über das Instrument der Hundesteuer so unattraktiv wie möglich zu gestalten, mehren sich aber. So erwähnt zum Beispiel auch die Gemeinde Wingst die Namen der eingangs genannten Hunderassen in einer Satzung aus dem September dieses Jahres (wir berichteten).

Ausschuss empfahl, den Satz zu erhöhen

Die Stadt Hannover nennt die sogenannten "Listenhunde" ebenfalls beim Namen, um sie per se als gefährlich einzustufen. Für einen gefährlichen Hund müssen Halter in der Landeshauptstadt eine Steuer von 720 Euro im Jahr berappen - ein Betrag, wie er in der aktuellen Debatte um die hiesige Hundesteuersatzung in exat derselben Höhe auch von der Cuxhavener Stadtverwaltung vorgeschlagen worden war. Doch der Rat wollte mehr: Einer Finanzausschuss-Empfehlung folgend erhöhten die Mandatsträger den Steuersatz für gefährliche Hunde über einen Ergänzungsantrag auf 960 Euro im Jahr. Kreuzungen aus Pitbull, Staffordshire und Co. Fallen ebenfalls in diese Steuerklasse, genau wie all jene Vierbeiner, die durch besonders aggressives Verhalten als "gefährliche Hunde" aufgefallen sind. 

Wie hat Ihnen der Artikel gefallen?

(1 Stern: Nicht gut | 5 Sterne: Sehr gut)

Feedback senden

CNV-Nachrichten-Newsletter

Hier können Sie sich für unseren CNV-Newsletter mit den aktuellen und wichtigsten Nachrichten aus der Stadt und dem Landkreis Cuxhaven anmelden.

Die wichtigsten Meldungen aktuell


Bild von Kai Koppe
Kai Koppe

Redakteur
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

koppe@no-spamcnv-medien.de

Lesen Sie auch...
Julius-Club runden Geburtstag

Julius-Club 2026: Jubiläum bringt neue Audioprojekte für Schüler

von Jens Potschka

Der Julius-Club feiert sein 20. Jubiläum in Cuxhaven und lädt Schüler zum kostenlosen Sommerabenteuer ein. Neben spannenden Büchern gibt es Workshops und eine Überraschung: Eigene Audioprojekte warten darauf, entdeckt zu werden.

Ergebnis der Prüfung steht fest

Kein Denkmalstatus für die Alte Liebe in Cuxhaven: Dämpfer für Petitions-Initiative

von Christian Mangels

Nach einer Ortsbesichtigung hat das Niedersächsische Landesamt für Denkmalpflege entschieden, die Alte Liebe nicht als Denkmal anzuerkennen. Für die Initiatoren der Petition "Oberdeck der Alten Liebe erhalten" bedeutet dies einen deutlichen Dämpfer.

Das Lesen erlebt eine Renaissance

Ausleihe auf Rekordniveau: Bibliotheken im Kreis Cuxhaven erleben überraschenden Boom

von Jens Potschka

Während Bibliotheken oft als Auslaufmodell gelten, boomt im Cuxland die Ausleihe wie nie zuvor. Überraschend sind jedoch nicht nur die Zahlen, sondern auch die entscheidende Rolle, die Kinder in dieser Erfolgsgeschichte spielen.

Zurück in der Natur

Igel-Auswilderung in Cuxhaven: Mehrere Tiere finden neues Zuhause in Kleingärten

von Bengta Brettschneider

Sechs Igel erkunden ein neues Leben in zwei Cuxhavener Kleingartenvereinen. Mit fürsorglicher Pflege und reichlich Nahrung bereiten sie sich auf den Winter vor. Stefanie Röse von der Igelhilfe erklärt, worauf bei einer Auswilderung zu achten ist.