Kirchenmusiker-Stelle in Altenbruch und Lüdingworth ist gerettet
Dank einer großzügigen Spende der Weser-Elbe Sparkasse kann die kirchenmusikalische Arbeit an den historischen Orgeln in Altenbruch und Lüdingworth im Landkreis Cuxhaven fortgesetzt werden. Die Rettung der Stelle war dringend geboten.
Von Ilse Cordes
Für die Stiftung Historische Orgeln in Altenbruch und Lüdingworth war es fraglos ein großer Tag, als die Zusage der Weser-Elbe Sparkasse (Wespa) eintraf. Denn die bedeutete nicht mehr und nicht weniger als die Unterstützung der kirchenmusikalischen Arbeit rund um die beiden so bedeutenden historischen Orgeln mit insgesamt 50.000 Euro.
Ganz konkret soll mit der Summe die Fortführung der Kirchenmusikstelle "und damit die Pflege und Nutzung der international bedeutenden Instrumente gesichert werden", wie Rolf Sünderbruch, Vorstandsvorsitzender der Wespa, am 19. Mai 2026 in Altenbruch betonte.
Die historischen Orgeln in Altenbruch und Lüdingworth, auch die Arp-Schnitger-Orgel in Cappel und die nun restaurierte Gloger-Orgel in Otterndorf sind bedeutende Zeugnisse europäischer Orgelbaukunst, zudem prägen sie die kulturelle Identität der Elbe-Weser-Region. Nicht nur die technische Pflege ist entscheidend für den dauerhaften Erhalt der wertvollen Instrumente - sie müssen regelmäßig gespielt werden, und das von Profis, von ausgesuchten Könnern und Könnerinnen ihres Fachs. Und genau das ist der Punkt, wo die Wespa mit ihrer 50.000 Euro-Zusage für die Orgelstiftung "wirklich die Rettung in der Not" ist, wie deren Vorsitzende Regina Kriebel es beim Pressegespräch im Gemeindehaus Altenbruch ausdrückte.
Hintergrund ist ein ab 2027 entstehendes "Finanzierungsvakuum", das die Orgelstiftung zu Recht aufgeschreckt und sie dazu bewogen hat, einen Antrag zu stellen. Seit 19 Jahren, so die Vorsitzende, finanziere die Stiftung historische Orgeln in Altenbruch und Lüdingworth jeweils ein Drittel der halben B-Kirchenmusikerstelle. "Wir sind schon ein bisschen stolz darauf, dass wir es so lange geschafft haben", meinte Regina Kriebel im Gespräch. Dazu habe es in all den Jahren jeweils 10.000 Euro vom Kirchenkreis Cuxhaven-Hadeln gegeben - Zuwendungen, die ab 2027 entfallen. Die große Frage sei gewesen: "Können wir die Anstellung für die nächsten Jahre finanzieren?"
Die hannoversche Landeskirche hatte sich schon 2005 von der Kirchenmusikerstelle für Altenbruch, Lüdingworth und später Groden verabschiedet. Was seinerzeit - noch unter Pastor Michael Hartlieb - die Initiatoren bewog, nach anderen Wege zu suchen. Überlegungen, die ein Jahr später in der Gründung der Stiftung Historische Orgeln in Altenbruch und Lüdingworth mündeten. Wenn die Orgelstiftung nun am 30. Mai um 18 Uhr in St. Nicolai ihr 20-jähriges Bestehen mit einem Konzert des von Eva Schad geleiteten Ensembles "La Bergamasca" begeht, ist das auch ein Blick zurück auf eine Fülle fantastischer Konzert an der Klapmeyer-Orgel und der Wilde-Schnitger-Orgel. Und ein Dank an Spender und Förderer, darunter für einzelne Konzert immer auch die Stadtsparkasse Cuxhaven.
Zu den Aufgaben der halben B-Kirchenmusikerstelle gehören die Gottesdienste ebenso wie Trauungen, Beerdigungen und Taufen und - ganz wesentlich - die Konzertreihen an den historischen Orgeln in Altenbruch und Lüdingworth. Denn schließlich geht es ja auch darum, die berühmten Instrumente ins Bewusstsein der Öffentlichkeit zu bringen. Dass genau dies mit hervorragenden, international renommierten Interpretinnen und Interpreten bereits seit vielen Jahren gelungen ist, ist schon längst kein Geheimnis mehr.
Fakt ist aber auch: Diese vom Stelleninhaber beziehungsweise von der Stelleninhaberin geforderte Aufgabenfülle ist absolut keine Kleinigkeit. Und Regina Kriebel hat absolut recht, wenn sie am Dienstag im Gemeindehaus anmerkt, dass die Stelle eigentlich "eine volle Stelle sein müsste".
Doch erst einmal ist die Orgelstiftung natürlich glücklich über die Förderung der Wespa, deren erklärtes Ziel es ist, "die professionelle kirchenmusikalische Arbeit und den Erhalt der wertvollen Instrumente langfristig zu sichern". Und wie Rolf Sünderbruch unterstrich, würdigt sie damit zugleich auch "das langjährige Engagement vieler Bürgerinnen und Bürger, die sich seit Jahrzehnten für Restaurierung und Erhalt der historischen Orgeln einsetzen". Der Vorstandsvorsitzende der Weser-Elbe Sparkasse sieht in der Förderung zudem "die Chance, gleich mehreren Orten zu helfen". Nicht umsonst saß in Altenbruch Manfred Sielken vom Kirchenvorstand Cappel mit am Tisch. Denn wenn dort an der derzeit restaurierten Arp-Schnitger-Orgel wieder Konzerte stattfinden, kann die Orgelstiftung mit dem einen oder anderen Konzert helfen.
Ursprünglich hatte die Orgelstiftung ihren Antrag auf Förderung an den Landkreis gestellt. Damit ein solcher Antrag am Ende an die richtige Adresse kommt und auch von Erfolg gekrönt ist, braucht gewöhnlich gewisse "Vorarbeiten". Das war hier nicht anders. Christiane Buck, 2. Vorsitzende der Orgelstiftung und als CDU-Kommunalpolitikerin gut vernetzt, zog die Fäden zu Enak Ferlemann, der wiederum dann zum Landkreis und Landrat.
Bislang war die Kirchengemeinde Altenbruch der Arbeitgeber der halben B-Kirchenmusikerstelle, künftig wird das die Landeskirche Hannover sein. Die Stelle ist ausgeschrieben, Interessierte können sich bis zum 31. Juli 2026 bei der Landeskirche bewerben. Der Zeitraum der Tätigkeit soll sechs Jahre umfassen, das sechste Jahr will dann die Orgelstiftung übernehmen.
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