Strandkassierer im Nordseeheilbad (hier ein Bild aus Sahlenburg) werden künftig nicht nur Einheimische "durchwinken". Foto: Reese-Winne
Strandkassierer im Nordseeheilbad (hier ein Bild aus Sahlenburg) werden künftig nicht nur Einheimische "durchwinken". Foto: Reese-Winne
Strände in Duhnen, Döse, Sahlenburg

Für diese Menschen ist der Strand in Cuxhaven bald kostenlos

von Kai Koppe | 30.03.2023

Für bestimmte Bürger ist der Weg an die Strände Cuxhavens - in Duhnen, Döse und Sahlenburg - bald kostenfrei. Sie werden von den Strandkassierern schon in dieser Saison durchgewunken. Und auch für Cuxhavener gibt es ein Gratisangebot.

Strandkassierer im Nordseeheilbad Cuxhaven werden künftig an den Stränen in Duhen, Döse und Sahlenburg nicht nur Einheimische "durchwinken". Aber auch für Cuxhavener gibt es ein Gratisangebot.

Wer in der Gemeinde Wurster Nordseeküste gemeldet ist, genießt ab 1. Mai dasselbe Privileg wie alle Cuxhavenerinnen und Cuxhavener - und darf die Strände im Nordseeheilbad unentgeltlich nutzen. Das hat der Rat der Stadt vor wenigen Tagen im Sinne eines Gemeindegrenzen übergreifenden Miteinanders beschlossen. Nach Mitteilung der Kämmerei ist dieses Bonbon keine einseitige Geste: Der Wurster Gemeinderat soll eine vergleichbare Regelung für Strandgäste aus dem Stadtgebiet verabschiedet haben.

Ursprünglich war noch mehr angedacht gewesen: eine Nachbarschaftsregelung für den ganzen Landkreis und sogar für Bremerhavener Einwohner. Offenbar hat der Magistrat der Seestadt nicht auf ein entsprechendes Cuxhavener Angebot reagiert. "Wenn sich Bremerhaven nicht meldet, werden wir diesen Aspekt nicht weiterverfolgen", machte Gunner Wegener als Sprecher der Mehrheitskooperation deutlich. Die aus SPD, Grünen und der Fraktion "Die Cuxhavener" gebildete "Koop" hatte die Verhandlungen über kostenlosen Strandzugang für Landkreisbewohner auf dem Antragsweg angeschoben. Dahinter stand die Idee, die regionale Identität auf diesem Wege zu stärken. Dass die Nachbarn trotz freien Eintritts den ein oder anderen Euro in Cuxhaven lassen werden, mag ebenfalls Gegenstand der Überlegungen gewesen sein. 

So etwas wie ein erster Aufschlag

"Ich hätte mir gewünscht, dass solch eine Vereinbarung auch mit Land Hadeln zustande kommt", warf CDU-Ratsherr Enak Ferlemann bezüglich des Geltungsbereichs der neuen Regelung ein. Ferlemann sprach allerdings selbst von mutmaßlichen technischen Schwierigkeiten; die Antragsteller wiederum unterstrichen, dass es sich bei dem zwischen Cuxhaven und Wursten inkrafttretenden Modell um so etwas wie einen ersten Aufschlag handele: Die Vereinbarung wurde als Pilotprojekt für die kommenden eineinhalb Jahre (das heißt, mit Wirkung bis zum 31. Dezember 2024) abgeschlossen.

So revolutionär, wie er klingt, ist der Ansatz indes nicht. "Das ist ja während der Pandemie auch schon praktiziert worden", merkte Rüdiger Kurmann ("Die Cuxhavener") im Rückblick auf die Lockdown-Phase an, innerhalb welcher es allerdings nicht um Eintrittspreise, sondern um die Frage, wer sich überhaupt noch am Strand aufhalten durfte, gegangen war. Was den Gratis-Zugang für Kreisbewohner angehe: Das zu erreichen habe seine Fraktion "schon vor sieben Jahren versucht", rekapitulierte Kurmann. 

Kureinrichtungen nicht inbegriffen

Um einem falschen Zungenschlag vorzubeugen, wies Cuxhavens Kämmerin Andrea Pospich Ende vergangener Woche noch einmal darauf hin, dass sich die Vereinbarung allein auf den Bereich der Strände beziehe. Anlass für diesen Hinweis bildeten Anklänge in der Ratssitzung. Dort war angemerkt worden, dass sich ein schwimmbegeisterter Ratsherr sicherlich freue, bald auch das Bad in Dorum zu nutzen. Sämtliche Kureinrichtungen (auf Cuxhavener Seite zählt dazu das Thalassozentrum) sind Pospich zufolge aber nicht Gegenstand der Vereinbarung. Das heißt, dass man hüben wie drüben an der Badkasse den Geldbeutel zücken muss.

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Kai Koppe

Redakteur
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

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