An der Bootsrampe ist das Objekt namens "Ewige Prikke" im Uferdeckverwerk der Grimmerhörnbucht verankert.
An der Bootsrampe ist das Objekt namens "Ewige Prikke" im Uferdeckverwerk der Grimmerhörnbucht verankert.
Spott und Spekulation

Rätselhafte Installation in Cuxhaven: Ist das Kunst oder kann das weg? 

von Wiebke Kramp | 21.05.2026

Ein mysteriöses Kunstwerk am Ufer der Grimmershörnbucht zieht neugierige Blicke auf sich und sorgt für Spott und Spekulationen. Handelt es sich um ein ernst gemeintes Kunstprojekt oder doch nur um den Scherz eines Unbekannten?

Am Ufer der Grimmershörnbucht in Cuxhaven fällt seit wenigen Wochen bei der Bootsrampe in der Nähe des Fährhafens ein im Deckwerk befestigtes Objekt auf. Gekennzeichnet ist es als ein Kunstwerk namens "Ewige Prikke". Laut angeschraubter blauer Plakette soll es  von der "Maritimen Kulturstiftung Europa - Kulturförderung im öffentlichen Raum" gefördert worden sein. Als Verantwortliche zeichnen "Die Buchtwale". Doch wer dahintersteckt, bleibt im Dunkeln. In Cuxhaven sind lediglich die "Buchthaie" bekannt - und die stehen nicht für Kunst, sondern für das jährliche kultige und juxige Schwimmevent in der Grimmershörnbucht.

Und auch die vermeintliche europäische Förderung wirft Rätsel auf. Über die aufgeführte Stiftung ist nicht herauszubekommen. Wahrscheinlich existiert sie gar nicht. Denn von der EU-geförderte Projekte sind anders gekennzeichnet. "Kreatives Europa" heißt das Kulturförderprogramm der EU, das den europäischen Kultur- und Kreativsektor sowie die audiovisuellen Branchen unterstützt. Dieses ist das einzige EU-Programm, das explizit den Kultursektor fördert.

Das vermeintliche Kunstwerk ist nicht sehr wertig gefertigt und weist bereits Korossionsspuren auf.

Als "Bademantelhalter" verspottet

Über das Objekt wurde in den Sozialen Medien bereits tüchtig gespottet. "Bademantelhalter" oder "selbst gebastelter Garderobenständer" wird es dort genannt. Ist das nun Kunst oder kann das weg, was da in der Bucht zu sehen ist? Hat sich hier ein Scherzbold ein Denkmal gebaut? Es bleibt nebulös und spekulativ. 

Kunst liegt nicht nur im Auge des Betrachters. Es gibt durchaus Qualitätsmerkmale. Fakt ist, dass dieses Gestell nicht sehr wertig gebaut. Wie ein Do-it-yourself-Projekt wirkt auch die Verankerung im Deckwerk. Sogar Korrosionsschäden weist es bereits auf. Es liegt also nahe, dass sich jemand mit dieser Installation einen Schabernack erlaubt hat. Allerdings tut es auch nicht weh und stört offensichtlich nicht einmal die Verantwortlichen.

Das sagt die zuständige Behörde

Zuständig für das Deckwerk in der Grimmerhörnbucht ist der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN). NLWKN-Pressesprecher Fabian Buß teilt auf Nachfrage von cnv-medien mit, dass das Objekt seiner Behörde zwar bekannt sei, nicht aber die Urheberschaft. "Das Objekt befindet sich auf einer Liegenschaft, für deren Unterhaltung der NLWKN zuständig ist, und wurde vom Mitarbeitenden des NLWKN bereits begutachtet. Nach einer ersten Einschätzung scheint dies für die dort vorzunehmenden Arbeiten des NLWKN aktuell nicht akut störend zu sein." Im Antwortschreiben aus der Pressestelle heißt es: "Das Objekt ist in einer Bodenhülse für Schilder befestigt, die aktuell nicht vom NLWKN verwendet wird. Sofern diese wieder benötigt wird oder falls das Objekt eine akute Störung der Arbeit des NLWKN verursacht bzw. eine Sicherheitsgefährdung darstellt, wird das Objekt entfernt."

"Ewige Prikke" bleibt ein Werk auf Zeit

Die NLWKN-Mitarbeitenden vor Ort würden die Situation beobachten und behielten sich weitere Schritte vor. Und die Behörde kündigt vorsorglich an: "Sollte das Objekt künftig größere Aufmerksamkeit auf sich ziehen und es zu Nachahmungen kommen beziehungsweise sollte es weitere Objekte dieser Art geben, sieht sich der NLWKN allerdings zum Handeln gezwungen. Denn wir bitten um Verständnis, dass wir stets sicherstellen müssen, dass die erforderlichen Arbeiten des NLWKN im Sinne eines funktionierenden Küstenschutzes störungsfrei durchgeführt werden können." Der funktionierende Küstenschutz sei schließlich im Interesse aller.

Egal ob Kunst oder Schrott: Der "Ewigen Prikke" ist keine Dauerhaftigkeit beschieden, es bleibt ein Werk auf Zeit.  NLWKN-Sprecher Buß kündigt an: "Die Entfernung wird spätestens zu Beginn der nächsten Sturmflutsaison im Herbst 2026 erforderlich sein."

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Wiebke Kramp

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Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

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