Umsetzung des Ladesäulenkonzepts: Cuxhavener E-Autofahrer brauchen noch Geduld
Die Ausschreibung für ein stadtweites E-Ladesäulenkonzept ist in Vorbereitung. Unklar bleibt, inwieweit sich potenzielle Konzessionäre auf die Vorgaben einlassen.
Die Umsetzung des E-Ladesäulenkonzepts lässt derzeit noch auf sich warten. Auf Nachfrage teilte die Verwaltung allerdings mit, dass eine Ausschreibung für die Vergabe von rund einhundert Ladesäulen-Standorte in den Grenzen des Stadtgebiets aktuell in Vorbereitung sei.
Ausgeschrieben werden müsse EU-weit, erläuterte Marcel Kolbenstetter, Pressesprecher der Stadt Cuxhaven, und beschrieb die Angelegenheit als relativ aufwändiges Verfahren: Nachdem die Kommune weder über die technischen Ressourcen noch über die Mittel verfügt, um das vorgesehene E-Ladesäulennetz eigenständig zu realisieren, sollen Konzessionäre gewonnen werden, die im E-Ladesäulenkonzept festgelegte Standorte bespielen.
Welche Kriterien dabei anzulegen seien, war zuletzt vor ziemlich genau einem Jahr diskutiert worden: Auf Gremienebene warnten große Teile der Politik davor, die Leistung der aufzustellenden Ladesäulen im Ausschreibungstext zu gering zu dimensionieren. So hatte sich unter anderem CDU-Ratsherr Lars Birner dafür ausgesprochen, eine Lade-Infrastruktur zu schaffen, die den technischen Möglichkeiten heutiger E-Autos sowie den Bedürfnissen der Fahrerinnen und Fahrer entspreche. Für Birner bedeutete dies, die technischen Voraussetzungen für möglichst kurze Tankstopps zu schaffen - mittels Schnellladesäulen, die imstande sind, Fahrzeugbatterien in einem Zeitfenster von unter einer halben Stunde wieder auf 80 Prozent ihrer Kapazität zu bringen.
Konzessionsnehmer, die den Kostenaufwand von Bereitstellung und Unterhalt für solche "High Power Charger" tragen müssen, könnten sich vor allem auf die lukrativen Standorte stürzen, lautet eine damals wie heute vorgetragene Befürchtung. Mit dem Ziel, dieser "Rosinenpickerei" vorzubeugen, wird die Stadtverwaltung Standorte im Bündel vergeben, hieß es bereits im Mai 2025.
Zweifel, ob das Kalkül aufgeht
In der Praxis bedeutet das, dass ein Anbieter, der sich den Zuschlag für eine Ladestation an einem Hotspot (beispielsweise an einer der örtlichen Touristenrouten) sichert, gehalten sein könnte, nicht allein dort zu investieren, sondern an einem wirtschaftlich weniger attraktiven Standort wenigstens eine kleinere Lademöglichkeit bereitzustellen.
Dass solche "Verknüpfungen" tatsächlich zustandekommen, wird inzwischen jedoch zunehmend bezweifelt. Im Bereich der kommerziellen Anbieter werde das Feld inzwischen vorrangig von einigen großen Energiedienstleistern bespielt, gab Gunnar Wegener, Vorsitzender der SPD-Ratsfraktion, zu bedenken. Kleine Säulen, die unterhalb einer Ladeleistung von 22 Kilowatt liegen, aufzustellen - "das wird von diesen Anbietern meines Erachtens gar nicht mehr gemacht", sagte Wegener, dessen Fraktion sich unlängst noch einmal mit dem Ladesäulenkonzept befasst hatte. Den Sozialdemokraten geht es unter anderem um die Frage, wie der Umstieg auf Elektroautos im verdichteten Siedlungsraum (wo es keine individuellen Wallbox-Lösungen gibt) begünstigt werden könnte. Perspektiven sind im Einflussbereich größerer Vermieter erkennbar, die auf für ihre Mieter vorgesehenen Parkplätzen entsprechende Anschlüsse schaffen könnten. "Dafür gibt es Förderprogramme", sagte Wegener, nach dessen Worten E-Mobilität auch Bestandteil eines Stromkonzeptes ist, mit dessen Entwicklung sich aktuell die städtische Tochtergesellschaft Siedlung befasst. Wie man in stark besiedelten Innenstadtquartieren öffentlich zugängliche Ladestrukturen schafft, bleibt bis auf Weiteres offen.
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