Im Kreis des Kollegiums: Franziska Wiwik (l.). Foto: Reese-Winne
Im Kreis des Kollegiums: Franziska Wiwik (l.). Foto: Reese-Winne
Feier in Lüdingworth

Rektorin der kleinsten Schule Cuxhavens: "Das möchte ich mitgestalten"

von Maren Reese-Winne | 08.04.2024

Als Franziska Wiwik vor zehn Jahren mit ihrem Mann nach Cuxhaven kam und eine Stelle an der Lüdingworther Schule antrat, fühlte sie sich sofort angekommen. Was sie vorfand, möchte sie erhalten helfen - jetzt sogar in einer neuen Rolle.

Für Franziska Wiwik war von Anfang an klar, warum sie die Herausforderung annehmen wollte: "Weil es Lüdingworth ist." Hier ist sie nun am Freitag auch offiziell in ihr Amt als Rektorin der Grundschule eingeführt worden.

Von einem "Arbeitszuhause", das sie hier vor zehn Jahren gefunden habe, sprach Franziska Wiwik vor einem Kreis von Gästen der Stadt Cuxhaven, der Landesschulbehörde, des Ortsrats, der Kita, der Kirche und der Dorfgemeinschaft sowie Elternvertretung und Kollegium. Dieser Kreis bilde genau das Miteinander, das die Arbeit so besonders mache: "Das möchte ich mitgestalten."

Hinzu komme der Rückhalt aus der Familie und mit Lars Mittelstädt ein Dezernent der Schulbehörde, der den Schulleitungen wirklich den Rücken stärke. Dieser hatte ihr selbst zuvor die besten Fähigkeiten bescheinigt - allen voran ihre Ruhe und Kompetenz, ihre Kommunikationsstärke  auch in Krisensituationen und ihr "pädagogisches Herz" - verbunden mit dem nötigen Mut für eine solche Aufgabe.

Nachdem der erste Termin für diesen offiziellen Akt wegen der Krankheitswelle im Winter abgesagt werden musste, konnte Lars Mittelstädt Franziska Wiwik nun doch die Ernennungsurkunde überreichen. Foto: Reese-Winne

Sehr erfreut registrierte Mittelstädt, dass es im Landkreis Cuxhaven - im Gegensatz zu vielen anderen Gegenden im Lande - immer noch gelinge, Schulleitungsstellen nahtlos zu besetzen. In diesem Fall auch dank der Bereitschaft der Lehrerin Natalie Glomb, die während der Elternzeit Franziska Wiwiks nach dem Umzug der Vorgängerin Annkatrin Holländer als kommissarische Schulleiterin eingesprungen sei.

Kontinuität wertet auch den Schulstandort auf

Die Neubesetzung wertete er außerdem als klares Statement für den Schulstandort Lüdingworth, den kleinsten in der Stadt mit unter 50 Kindern.

Musik auch in den Ohren des stellvertretenden Ortsbürgermeisters Hagen Friedrichs, der sich noch an eine spektakuläre Protestaktion vor dem Cuxhavener Rathaus erinnerte, als dort über Standortfragen beraten wurde. Die Lüdingworther Grundschule sei dafür bekannt, dass die Kinder hier auf die richtige Spur gebracht würden. 

Es gebe überhaupt keinen Anlass, so Pastorin Astrid Friedrichs, die Tätigkeit "nur" an einer Grundschule als weniger wertvoll einzustufen, im Gegenteil: Die Grundschule sei der Ort, an dem das Fundament gelegt werde. "Wir tun gut daran, alle Ideen und alle Mittel in die Grundschule zu stecken", betonte sie  und bescheinigte Franziska Wiwik: "Dafür bis Du genau die Richtige!"

Mit diesem extra für sie angefertigten Einzelstück überraschten Bernd Kunze und Sylvia Klug vom MTV Lüdingworth Franziska Wiwik (M.) bei der Feier der Ernennung zur Rektorin. Foto: Reese-Winne

Als "richtig, wichtig und angemessen" wertete Martin Reese, dienstältester Schulleiter der Cuxhavener Schulen, die Ernennung Franziska Wiwiks. Deren Wirkungsort kennt er nicht nur deshalb ganz genau, weil er selbst dort Rektor war und teilweise auch die Lüdingworther und die Grodener Schule in Personalunion geleitet hat: Bis vor kurzem fuhr er auch noch mit den Lüdingworther Grundschulkindern in den Schwimmunterricht.

Als Vertretung der Dorfgemeinschaft verstanden sich Sylvia Klug (Vorsitzende Finanzen) und Bernd Kunze (stellvertretender Vorsitzender) vom MTV Lüdingworth: Sie überreichten Franziska Wiwik ein MTV-Trikot mit der Aufschrift "Lüdingworth" und der Silhouette von Carsten Niebuhr auf der Brust. Ein Einzelstück, wohlgemerkt.

Im Kreise des Kollegiums wagte Franziska Wiwik einen Ausblick: "Ich sehe ganz positiv in die Zukunft der Schule, erst recht mit dem Stichwort Ganztag. Das kann nur gut werden!"

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Maren Reese-Winne

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Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

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