Maffay pur verzaubert Cuxhaven mit energiegeladener Rockshow und großen Emotionen
Gigantischer Sound und emotionale Zeitreise: Maffay pur verzauberte am Freitagabend die Besucher im Stadttheater Cuxhaven mit detailgetreuem Rockerbe. Ein besonderer Abend voller Energie und Überraschungen.
Der Freitagabend im nahezu ausverkauften Stadttheater Cuxhaven zeigte eindrucksvoll, warum Maffay pur seit Jahren als eine der besten Tribute-Bands des Landes gilt. Schon mit dem eröffnenden Song "Jetzt" riss Frontmann Wolfgang Terne sein Publikum aus dem Alltag - mit jener Mischung aus kraftvoller Stimme, charismatischer Präsenz und einem tiefen Respekt vor dem musikalischen Erbe Peter Maffays.
Das Publikum im Alter zwischen 18 und 80 Jahren reagierte sofort: mit mitklatschenden Händen, wippenden Schultern, vereinzelten Tanzbewegungen - und einem sichtbaren Glück, wieder einmal gemeinsam Rockmusik zu erleben, die Generationen verbindet.
Dass die Band selbst einen turbulenten Anreisetag hinter sich hatte, erwähnte Terne schmunzelnd gleich zu Beginn. Mit lockerer Selbstironie erzählte er von dem liegengelassenen Auto und dem "besten Hochdeutsch, das er anbieten könne". Der Humor lockerte den Abend, ohne je die Wertschätzung für den großen Künstler Maffay zu überspielen.

Eine Zeitreise durch 50 Jahre Maffay
Die Setlist war keine bloße Aneinanderreihung von Hits, sondern ein sorgfältig komponierter Streifzug durch fünf Jahrzehnte deutscher Rockgeschichte.
"Alter Mann", das düstere "Liebe wird verboten" mit seiner Huxley-Anspielung, das kraftvolle "Steppenwolf" - Terne nutzte die Moderationen, um die Geschichten hinter den Liedern anschaulich zu machen. Charmant, kenntnisreich, nie belehrend.

Mit "Karneval der Nacht" und der ikonischen "Sonne in der Nacht" folgte ein Doppelpack, der das Publikum förmlich von den Sitzen hob. Die Musiker - Nico Schliemann (Gitarre), Rainer Scheithauer (Keyboards), Franco Zeleny (Bass), Oliver Schmandke (Drums) - entfalteten dabei ein energiegeladenes Klangbild, das Maffays Originalsound detailgetreu und dennoch mit spürbar eigener Handschrift wiedergab.
Besonders in Songs wie "Tiefer", "Weil es dich gibt" oder "Ich fühl' wie du" zeigte sich, wie filigran und emotional die Band arbeiten kann. Die ganz große Geste fehlte nie - aber sie wurde nie plump, nie pathetisch.

Eine besondere Bereicherung war Ela Querfeld, die mit Gesang, Percussion und Keyboard nicht nur den Sound erweiterte, sondern mit Terne im "Tabaluga"-Kosmos glänzte. Ihr Duett aus der Kinderplatten-Ära Maffays war einer der bewegenden Momente des Abends - leicht, warm, spielerisch.
Überwältigender Klang - manchmal zu wörtlich genommen
So groß die Begeisterung über die musikalische Qualität war, so berechtigt war eine kleine Anmerkung: die Lautstärke. Schon nach wenigen Minuten registrierten einige Smartwatches im Saal Pegel um 95 Dezibel - ein Bereich, der langfristig nicht unbedenklich ist.

Dieser Hinweis schmälert keineswegs die beeindruckende Leistung der Band; er gehört aber zu einem ehrlichen Konzertbericht dazu. Denn stellenweise fühlte sich der Sound so massiv an, dass man ihn auch auf dem Schulhof hätte genießen können - wäre das Novemberwetter nicht dagewesen, wie ein Zuschauer augenzwinkernd bemerkte.
Nach der Pause folgte ein zweiter Teil voller Klassiker: Von "Es war Sommer" über "So bist du" bis "Für immer jung" und "Du" bot die Band einen Strauß jener Titel, die längst im kollektiven Gedächtnis der Republik verankert sind.
Mit den Zugaben "Karambolage", "Halt dich an mir fest", "Über sieben Brücken musst du gehn" und "Es lebe die Freundschaft" endete ein Konzertabend, der dem Lebenswerk Maffays würdig war - emotional, kraftvoll, handgemacht, nahbar. Und vor allem: mit echter Liebe für die Musik, die seit über 50 Jahren Menschen berührt.

