"MareMusikFestival" in Cuxhaven: Brüder Wagner verblüffen mit Show
Wenn Cuxhaven plötzlich zum Las Vegas Deutschlands wird, dann ist das "MareMusikFestival" in vollem Gange. Die Brüder Wagner verwandeln den Saal in ein Spektakel aus Musik und Humor, das man so schnell nicht vergisst.
Die Sonne stand noch über der Insel Neuwerk, als die Gäste am Donnerstagabend nach und nach zum seeseitigen Eingang des Hauses der Kurverwaltung in Cuxhaven-Duhnen pilgerten. Vor dem Gebäude empfingen die Hoteliers Kristian Kamp vom Strandhotel Duhnen und Bernhard Dohne von der Strandperle die Ankömmlinge mit einem Begrüßungsglas. Kleine Pagodenzelte rahmten das Entree, ein roter Teppich lag bereit, die Stimmung war von Beginn an festlich und leicht. Wer an diesem Abend einfach nur ein Konzert erwartet hatte, sollte angenehm überrascht werden.
Warm-up mit Ansage
Kurdirektor Olaf Raffel und der musikalische Leiter des "MareMusikFestivals", Mathias Christian Kosel, begrüßten das Publikum im ausverkauften Saal Windjammer und machten noch einmal Werbung für das Festival, das zu Pfingsten bereits zum fünften Mal in Cuxhaven gefeiert wird. Dann übernahmen die Brüder Dominik und Florian Wagner die Bühne und ließen sie bis zum Schluss nicht mehr los.
Ihr Programm trägt den Titel "Celebration", und der war Programm: Mit dem gleichnamigen Disco-Ohrwurm stürmten die beiden die Bühne, Konfetti flog, das Publikum war in freudiger Erwartung. Florian Wagner, Pianist von Gnaden, war im Windjammer kein Unbekannter. Bereits beim Warm-up 2024 gastierte er solo in Duhnen. Diesmal hatte er seinen Bruder Dominik im Gepäck, und das machte den Unterschied.
Cuxhaven? Las Vegas!
Das Duo Ass-Dur hatte am Nachmittag einen ausgedehnten Stadtspaziergang unternommen und zog daraus eine eindeutige Schlussfolgerung: Cuxhaven sei das Las Vegas Deutschlands. Das Publikum nahm diese Einschätzung mit dem gebotenen Vergnügen zur Kenntnis. Zur Untermauerung der These schlüpften die Brüder mitten im Programm aus ihren bürgerlichen Bühnenoutfits und enthüllten darunter goldglänzende Shorts. Las-Vegas-Feeling inklusive. Was folgte, war ein Abend, der sich zwischen Konzertsaal und Kabarett bewegte, mal mit Virtuosität, mal mit Witz, stets mit Spielfreude. Dominik Wagner überzeugte an der Violine, Florian am Flügel. Dass der eine auch rücklings auf dem Klavierhocker liegend spielen kann, während der andere stehend die Tasten bearbeitet, war nur eines von mehreren akrobatischen Kabinettstückchen. An anderer Stelle führte Dominik den Bogen, während Florian die Violine hielt - Musik als Gemeinschaftswerk im Wortsinn.
Der Geigenschluss passt immer
Humor war an diesem Abend mindestens gleichberechtigter Partner der Musik. Das Duo führte sein Publikum durch eine eigenwillige Musikgeschichte: Warum Mozart, Beethoven und Vivaldi in Dur eigentlich besser klingen als im Original, diese These belegten die Wagners mit einer fulminanten Arrangements-Collage, in der Türkischer Marsch, Fünfte Symphonie, James Bond und "I Will Survive" gleichzeitig erklangen. Zwischendurch wurde der "Geigenschluss" eingeführt, ein universell einsetzbares Motiv, das laut Florian Wagner bei jedem Stück funktioniert, auch bei "Alle meine Entchen".
Das Publikum durfte außerdem Begriffe einrufen, aus denen Dominik Wagner auf der Stelle einen Song improvisierte. Mondlandung, Maulwurfshügel, Menopause, Currywurst, Lady Gaga und Donald Trump fanden sich darin wieder, vertont in einem Reggae-Swing-Hybrid, der für diesen einen Abend uraufgeführt wurde und danach, wie angekündigt, für immer in der Versenkung verschwand. Den Saal riss es vom Hocker - oder besser: zu einem Tanz im Sitzen, zu dem die Brüder das gesamte Publikum animierten.
Nach dem Konzert versammelte sich die illustre Gästeschar wieder vor dem Haus der Kurverwaltung. Bei Kanapees und einem Glas Wein ließ sich der Abend in die Nacht zum 1. Mai hinein ausklingen, passend leicht, passend festlich. Das "MareMusikFestival" kann kommen.
Das "MareMusikFestival" 2026 findet zu Pfingsten in Cuxhaven statt. Informationen und Tickets unter www.reservix.de sowie im Ticketcenter der Kugelbake-Halle.








