Mit dem Bus durch Cuxhaven: Ein Selbstversuch mit Überraschungen bis nach Duhnen
Cuxhaven mit dem Bus erkunden: Für fünf Euro geht es vom Bahnhof nach Duhnen und zurück. Wie voll ist die KVG-Strecke in den Sommerferien? Wo gibt es freie Plätze? Was passiert, wenn zwei Busse in einer engen Straße aufeinandertreffen?
Das Wetter am Tag meines kleinen Bus-Experiments ist recht freundlich. Die Sonne scheint, es ist leicht bewölkt und eine typisch steife Brise weht über den Bahnhofsvorplatz in Cuxhaven. Etliche Bundesländer wie Baden-Württemberg, Bayern, Berlin und auch Hamburg haben noch Sommerferien. Die Stadt ist entsprechend gefüllt mit Touristen, die einen Blick auf die Nordsee werfen wollen.
Die erste Hürde ist es, einen Parkplatz am Bahnhof zu finden. Keine Chance. Ich muss bis in die Neufelder Straße fahren, um einen Parkplatz zu finden, und zu Fuß zurücklaufen.
Fünf Euro für einen Tag
Das Tagesticket für den Busverkehr ist mit fünf Euro recht preiswert und lässt sich vor Fahrtantritt in der Touristinformation kaufen. Mit dem einfahrenden RE 5 kommen viele Touristen am Bahnhof in Cuxhaven an. Etliche von ihnen nehmen sich direkt ein Taxi, um mit ihrem Gepäck zu ihren Ferienwohnungen und Hotels zu fahren.
Im Bus 1007 Richtung AHOI-Bad Duhnen um 11.03 Uhr kann jeder einen Platz finden, einzelne Plätze bleiben sogar frei. Für Taschen oder sogar Koffer gibt es keinen Stauraum in dem Linienbus. Ich setze mich etwas erhöht in den hinteren Teil des Busses, um das Geschehen möglichst gut im Blick zu haben.
Im Bus ist es sehr warm. Viele Fahrgäste ziehen schnell ihre Jacken aus, bevor der Bus pünktlich losfährt. Am Rathaus steigen neue Menschen ein. Sie stehen zuerst im Gang, bis sie bemerken, dass weiter hinten noch Plätze frei sind. Am Kurpark findet auch noch eine Frau mit Kinderwagen Platz. Mit jedem zurückgelegten Stück Richtung Duhnen wird es jedoch wärmer. Starkes Parfüm vermischt sich mit dem Geruch von gegessenem Döner. "Mir ist voll warm", sagt ein kleines Mädchen und sinniert über das große Eis, das sie am Ziel erwartet.

Vorfreude auf Wattwürmer
Touristinnen aus Hamburg sind zum zweiten Mal in Cuxhaven. Sie sind mit dem Deutschlandticket per Bahn angereist. Mit einem Ehepaar aus Buxtehude, das einen Tagesausflug macht, kommen sie ins Gespräch. Es werden Tipps für Veranstaltungen und Sightseeing in Cuxhaven ausgetauscht.
Die Kinder im Bus freuen sich auf die Wattwürmer und können gar nicht schnell genug aus dem Bus aussteigen, als sie ihr Ziel erreichen. Ich bin ein wenig neidisch und hätte selbst große Lust, meine Füße ins Watt zu stecken. Der Bus ist jetzt fast leer.
Auslastung der Linie - Zahlen der KVG
Die Auslastung der Linie 1007 sei generell gut, erläutert Oliver Blau von der KVG-Stade auf Nachfrage von CNV-Medien. Mit der Einführung des Deutschlandtickets und den besonders günstigen CUXTickets sei die Nachfrage noch einmal deutlich gestiegen.
Allerdings schwanke die Nutzung stark je nach Jahreszeit. In den Wintermonaten von November bis Februar sind es nach Angaben des Betreibers etwa 15 bis 20 Fahrgäste pro Fahrt, in der Hauptsaison im Juli und August etwa 35 bis 40. Samstags sei die Nachfrage rund 30 Prozent höher als an den anderen Wochentagen. "Besonders stark genutzt wird die Linie zwischen 11 und 15 Uhr, mit einer Spitze um 14 Uhr", so Oliver Blau.
Wünsche nach einem dichteren Takt gebe es im ÖPNV häufig, so Oliver Blau - "gerade von Touristen aus Großstadtregionen". Für die Linie 1007 verzeichnete der Betreiber allerdings kein auffällig hohes Aufkommen. Wegen der starken Nachfrage im Sommer gebe es bereits zusätzliche Fahrten.

Eine abenteuerliche Rückfahrt
Für meine Rücktour kann ich sitzen bleiben. Derselbe Bus fährt zurück zum Bahnhof. Auch jetzt bleibt der Bus recht leer. Abenteuerlicher als die Suche nach einem Sitzplatz ist, wie nah die Busse an engen Stellen aneinander vorbeifahren - und stellenweise sogar halten müssen. An der Strandhausallee steigt der Busfahrer aus. Der Bus steht fast Fenster an Fenster mit einem Bus auf der Gegenfahrbahn. Am Straßenrand stehen viele parkende Autos. Er lotst seine Kollegin Stück für Stück aus dem Nadelöhr.
Ich lehne mich zurück und schaue aus dem Fenster. Für fünf Euro habe ich Cuxhaven einmal aus einer anderen Perspektive kennenlernen dürfen.
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