Neue Fährverbindung Brunsbüttel-Cuxhaven weckt weitere Wünsche
Die neue Verbindung ist angelaufen. Der "Halunder Jet" absolvierte seine erste Fahrt ab Brunsbüttel nach Cuxhaven und Helgoland. Damit verbunden sind große Hoffnungen. Ist dies der erste Schritt zu einer Elbfähre? So sehen die Vorzeichen aus.

Der Highspeed-Katamaran "Halunder Jet" trat Mittwoch seine erste Fahrt ab Brunsbüttel Richtung Cuxhaven und Helgoland an. Die Fahrten ab Brunsbüttel finden ab sofort jeden Mittwoch, Freitag und Sonntag bis zum 3. November statt. Täglich verbindet der Kat weiterhin Hamburg und Cuxhaven mit Helgoland. Wer aus Brunsbüttel Cuxhaven einen Besuch abstatten möchte, hat hier mehr als sieben Stunden Aufenthalt. Andersherum ist dies nicht möglich. Die Hoffnungen, dass dies zunächst der erste Schritt war, sind groß. Beiderseits der Elbe liegen die Pläne einer Fährverbindung zwischen Brunsbüttel und Cuxhaven nicht begraben.
Zur Premierenfahrt an Bord waren Vertreter der Stadt Brunsbüttel, des Landkreises Dithmarschen und des Landtages Schleswig-Holstein. Alle unterstrichen, dass sie weitere Wünsche hegen.
Die Reederei FRS hat den Fähranleger in Brunsbüttel zu Beginn des Jahres gekauft und seither Umbaumaßnahmen vor Ort vorgenommen. Tim Kunstmann, Geschäftsführer der FRS Helgoline, erläuterte, dass es hinter den Kulissen viel Unterstützung für die neue Verbindung ab Brunsbüttel gegeben habe und nun zunächst mit drei Tagen in der Woche angefangen werden. "Wir sehen darin Potenzial und unser Ziel ist, es weiterzuentwickeln", sagte Kunstmann. Als Schleswig-Holsteiner Reederei finde man Fährverkehr prinzipiell gut, "sie müssen sich aber eigenwirtschaftlich rechnen". Ausschließen jedenfalls wollte der Geschäftsführer gar nichts: "Viele spannende Dinge passieren an der Westküste in Schleswig-Holstein und in Cuxhaven - man soll niemals nie sagen. Ich sehe super Chancen."
Uwe Santjer "Die Verbindung bietet neue Chancen"
Cuxhavens Oberbürgermeister Uwe Santjer (SPD) gratulierteder FRS zur Aufnahme der Verbindung. Auf Nachfrage unseres Medienhauses sagte er: "Ich wünsche viel Erfolg. Für uns als Stadt bietet die Verbindung neue Chancen. Gerade Tagesgäste, aber auch Radreisende werden die Fähre sicher mit Freude nutzen. Ich persönlich freue mich, dass die Elbe Cuxhaven und Brunsbüttel nun nicht mehr trennt, sondern verbindet. Die Stadt Cuxhaven setzt sich seit Jahren für eine Fährverbindung ein, weil wir sie sowohl für die wirtschaftliche Entwicklung, für touristische Zwecke sowie für das Pendeln von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern als besonders hilfreich bewerten."
Positiv und mit Hoffnung begleitet wird es auch auf der anderen Elbseite: "Wir haben angefangen zu grübeln, was noch alles passieren kann", meinte Brunsbüttels Bürgermeister Martin Schmedtje (parteilos) und erinnerte an die traurige Einstellung der Elbfähre Brunsbüttel-Cuxhaven und das Herumdümpeln des Fähranlegers. "Wir haben uns dann sehr gefreut, als der Anleger in FRS-Eigentum übergegangen ist." Er träume davon, so der Bürgermeister unverhohlen, dass der "Halunder Jet" erst der Anfang sei und kündigte an: "Wir sind zu allen Schandtaten bereit, werden alles positiv begleiten und wir hoffen alle auf eine Fährverbindung nach Cuxhaven zusätzlich zum Halunder Jet." Er spekulierte weiter: "Wenn eine leistungsfähige Reederei wir FRS einen Anleger kauft, haben die doch einen im Sinn …" Und auch der Brunsbüttler Bürgervorsteher Michael Konkowski (CDU) sieht darin nur positive Vorzeichen: "Vielleicht wird daraus etwas ganz Besonderes." Die Kieler Landtagsvizepräsidentin Eka von Kalben (Grüne) brachte ebenfalls ihre Hoffnung zum Ausdruck, "dass daraus mehr wird". Und sie kündigte an, das Thema beim Land Schleswig-Holstein auf die Agenda zu setzen.
Die Insel Helgoland selbst begrüßt die neue Verbindung sehr. Insel-Bürgermeister Thorsten Pollmann betonte: "Das hat bei uns positive Stimmung erzeugt." Besonders vor dem Hintergrund, dass auf der Insel selbst "nicht alles rund läuft". Pollmann beklagte Schiffsausfälle, Liegeplatzverweigerung, unzuverlässige Flieger sowie Ärger mit Ver- und Entsorgern. In der neuen Anbindung nach Schleswig-Holstein sieht Helgolands Bürgermeister eine bessere Erreichbarkeit von Behörden. Sei Lob galt der Rederei FRS bezüglich Freundlichkeit, Zuverlässigkeit und Zukunftsorientierung: "Vielleicht sprechen wir ja mal über eine Ganzjahresverbindung", meinte der Bürgermeister in Richtung Tim Kunstmann.
Dreimal täglich ab Brunsbüttel
Dreimal in der Woche besteht am Fähranleger in Brunsbüttel neuerdings die Gelegenheit zu einem Tagesausflug nach Helgoland und Cuxhaven. Wie von der Reederei zu erfahren war, buchten bei der Premiere von den rund 150 Fahrgästen, die in Brunsbüttel eingestiegen sind, 25 Prozent. Die Fahrzeit auf der Elbe dauert circa 40 Minuten. Tagesgäste aus Schleswig-Holstein haben mit dieser neuen Verbindung in Cuxhaven gut sieben Stunden Zeit, die Stadt zu erkunden. Andersherum gibt es derzeit noch keine Möglichkeit.
Die FRS ist in diesem Jahr seit 40 Jahren im Helgoland-Dienst tätig. Auf dem "Halunder Jet" finden 680 Passagiere auf zwei Decks Platz. Auf Helgoland macht der Katamaran im Binnenhafen vor der malerischen Hummerbudenzeile fest. Damit landen die Gäste direkt im Ort an.
Das in Flensburg beheimatete Unternehmen FRS ist global tätig. FRS betreibt 69 Schiffe weltweit und befördert jährlich 5,7 Millionen Passagiere und 1,5 Millionen Fahrzeuge auf ihren zahlreichen Schifffahrtslinien in 12 Ländern. Zur Gruppe zählen 13 Tochterunternehmen mit Sitz in Europa, Nordamerika und dem Nahen Osten. In der Region Norddeutschland sind vor allem FRS-Syltfähre und FRS-Elbfähre Glückstadt Wischhafen bekannt.