Neuestes Flaggschiff: "Siedlung" Cuxhaven errichtet hier 40 barrierefreie Wohnungen
Wohnen im Grünen, barrierefrei, stadtnah und verkehrsgünstig; in einer neu angelegten Straße und das alles zu einem Preis weit unter der Cuxhavener Durchschnittsmiete: Das soll ab Januar 2027 im Lehfeld Wirklichkeit werden.
Am Freitag stellte die Siedlungsgesellschaft Cuxhaven in der Ditmar-Koel-Straße 4 und 8 ihr jüngstes Neubauprojekt vor. In zwei Gebäuden entstehen 40 geförderte Wohnungen mit einer Wohnfläche zwischen 49 und 76 Quadratmetern, 34 von ihnen barrierefrei, sechs darüber hinaus komplett rollstuhlgerecht. Und das zu einem Preis weit unter der derzeitigen Durchschnittsmiete von 9,50 Euro in der Stadt Cuxhaven: 7,80 Euro pro Quadratmeter beträgt die monatliche Grundmiete (zuzüglich Nebenkosten).
Voraussetzung für den Einzug ist aufgrund der hochgradigen Förderung durch das Land Niedersachsen ein Wohnberechtigungsschein. "Mir ist keine andere Stelle in Cuxhaven bekannt, an der Neubauwohnungen zu diesem Preis vermietet werden", so Peter Miesner.
"Ein Spiegel für die Entwicklung Cuxhavens"
Das Projekt ist ein weiteres Musterbeispiel der Lehfeld-Sanierung - eine Entwicklung, die er sich vor zehn Jahren nicht habe vorstellen können, gestand Peter Miesner. Oberbürgermeister Uwe Santjer sprach von einem "Festtag". Verbunden mit dem Dank für das gesamte Siedlungs-Team betonte er die Bedeutung als Spiegel der derzeitigen Entwicklung Cuxhavens: Die Stadt wachse und der stetige Aufwärtstrend bei den Arbeitsplätzen werde flankiert durch den dafür unabdingbaren Wohnungsbau. Dies werde auch durch ansiedlungswillige Investoren sehr aufmerksam verfolgt. Öffentlich geförderte Projekte, aber auch Privatinvestitionen stellten mit Blick auf das regionale Handwerk "Wirtschaftsförderung pur" dar. Besonders hob Santjer den hier realisierten hohen Grad an Barrierefreiheit hervor.
Nächste Neubauprojekte schon im Visier
Vor Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Siedlung, Mitgliedern des Aufsichtsrats, Bürgermeisterin Christine Babacé, dem Bundestagsabgeordneten Christoph Frauenpreiß sowie diversen Ratsmitgliedern, Bürgerinnen und Bürgern bekräftigte Aufsichtsratsvorsitzender Gunnar Wegener die Entschlossenheit des Aufsichtsrats, auf der gegenüberliegenden Straßenseite den Bau zweier weiterer Mehrfamilienhäuser dieses Typs folgen zu lassen.
Sein Stellvertreter Jörg-Peter Knochen ging auf die Entstehungsgeschichte des Viertels ein und erinnerte daran, dass dieses einst in der Ditmar-Koel-Straße (von 1920 bis 1955 "Ostblockstraße") seinen Ursprung gefunden habe.
Freie Bahn für Interessenten
Zahlreiche Interessierte, darunter etliche Rollstuhlfahrerinnen und -fahrer, schauten sich im Rohbau um und studierten die aushängenden Pläne. "So barrierefreien Wohnraum wie diesen haben wir in Cuxhaven viel zu wenig", resümierte eine Frau in der Hoffnung auf den Zuschlag für eine der ebenerdigen Wohnungen. Interessentenbögen gibt es auch auf der Homepage der Siedlung. Die Vermarktung habe gerade erst begonnen, versicherte Mitarbeiterin Wiebke Buckmann, alle Wohnungen seien noch verfügbar.
Das Gebäude mit der Hausnummer 8 soll Ende Januar 2027 bezugsfertig sein, das Nachbarhaus (Nummer 4) etwa vier Wochen später. Daneben wird ein Spielplatz angelegt. Zu jeder Wohnung gehören eine Terrasse oder ein Balkon und große Abstellräume, jedoch keine Küchen. Außerdem verfügen die Gebäude über einen Fahrstuhl, Stellplätze, Ladesäulen und Fahrradräume.
Serielles Bauen wird hier verwirklicht
Der Baustandard KfW 40 EE (Energieeffizienz) mit Fotovoltaik und Wärmepumpe garantiere darüber hinaus stabile Nebenkosten, freut sich Peter Miesner, der hier das Erfolgsrezept des seriellen Bauens bestätigt sieht. Denn nur wenige Meter Luftlinie entfernt, in der Wernerstraße, befindet sich ein "Zwilling" oder doch zumindest ein naher Verwandter, der, so Uwe Santjer, bewusst als Modell für viele weitere Projekte angelegt worden ist. Der Neubau dort verfügt zwar grundstücksbedingt über eine etwas größere Bautiefe, entspricht jedoch in Grundriss und Bauweise den beiden Neubauten in der Ditmar-Koel-Straße.
Bauen schneller und preisgünstiger machen
Bauen schneller und preisgünstiger zu machen - das gelingt zum Beispiel durch Verzicht auf einen Keller, aber auch durch immer wieder verwendbare Grundrisse und einen hohen Vorfertigungsgrad, in diesem Fall bei dem Generalunternehmer Goldbeck. Die Bauteile treffen beispielsweise mit vorinstallierten Fenstern und Leitungen ein; auch die Bäder sind fast komplett bereits fertig montiert. Dennoch betrage der Anteil regionaler Firmen 30 bis 40 Prozent, so der Bereichsleiter Technik, Arne Siegel.
An beiden Gebäuden sind bereits Teile der roten Klinkerfassade installiert, die Langlebigkeit im Seeklima garantieren soll. Über die Homepage der Siedlung kann der Baufortschritt mit einer Baustellenkamera - auch im Zeitraffer - verfolgt werden.




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