Die Bauarbeiten in der Grodener Chaussee (Bundesstraße 73) und in der Alten Industriestraße (Foto) werden sich noch Wochen ziehen. Foto: Lütt
Die Bauarbeiten in der Grodener Chaussee (Bundesstraße 73) und in der Alten Industriestraße (Foto) werden sich noch Wochen ziehen. Foto: Lütt
Folgen der Leckage

Ölkabel-Schaden in Cuxhaven: 29 Bäume müssen für neue Hochspannungsleitung weichen

von Bengta Brettschneider | 10.08.2026

Eine Leckage an einem 110-kV-Ölkabel hat Folgen für Cuxhaven. Die betroffene Leitung kann nicht repariert werden und wird ersetzt. Dadurch kommt es zu Verkehrseinschränkungen. Was der Ersatzneubau noch mit sich bringt.

Anfang Juni 2026 wurde bei der Überwachung eines 110-kV-Ölkabels im Bereich Industriestraße ein Druckverlust festgestellt. Avacon stoppte daraufhin vorsorglich die Ölzufuhr und leitete Untersuchungen ein. Inzwischen ist die Leckstelle auf einen etwa 50 Meter langen Trassenabschnitt eingegrenzt.

Bei dem Kabel handelt es sich um ein 110-Kilovolt-Kabel. "Die genaue Ursache lässt sich derzeit noch nicht abschließend bestimmen", sagt eine Avacon-Sprecherin auf Nachfrage von CNV-Medien. Dafür müsse die Schadensstelle im weiteren Verlauf der Arbeiten noch freigelegt und untersucht werden. Der Großteil der Trasse sei inzwischen untersucht worden.

Bisher keine Belastung von Boden und Grundwasser festgestellt

Auch die Frage nach möglichen Umweltschäden ist noch nicht vollständig abgeschlossen. Nach derzeitiger Kenntnis seien keine Belastungen des Bodens oder des Grundwassers festgestellt worden, erklärt die Avacon. Die Baumaßnahme werde von Beginn an durch ein Sachverständigenbüro fachlich begleitet. Bei den weiteren Tiefbauarbeiten sollen zusätzliche Bodenproben genommen und im Labor auf mögliche Verunreinigungen untersucht werden. Avacon stehe zudem im kontinuierlichen Austausch mit den zuständigen Umweltbehörden der Stadt Cuxhaven.

Wie viel Isolieröl tatsächlich ausgetreten ist, lässt sich derzeit ebenso wenig beziffern. Das im Kabel vorhandene freie Öl sei allerdings bereits kontrolliert abgelassen worden. Das verbleibende Öl sei in der Papierisolierung gebunden.

Das betroffene Kabel stammt aus dem Jahr 1962 und gehört zu einer früher weit verbreiteten Generation papierölisolierter Hochspannungskabel. Nach Angaben von Avacon wurde die Anlage regelmäßig überwacht und zuletzt 2025 durch den TÜV geprüft. Die Stromversorgung sei trotz der Störung weiterhin gesichert.

29 Gehölze müssen in Cuxhaven weichen

Parallel zu den Untersuchungen wird die rund 2,2 Kilometer lange Kabelverbindung zwischen den Umspannwerken Industriestraße und Ostseite ersetzt. Das alte Kabel kann nach Angaben der Stadt Cuxhaven technisch nicht repariert und soll vollständig zurückgebaut werden. Anschließend wird im gleichen Trassenverlauf eine neue kunststoffisolierte Erdkabelleitung errichtet. Die neue Verbindung soll zudem eine deutlich höhere Übertragungskapazität haben und Mitte November 2026 in Betrieb gehen.

Für den Bau müssen mehr Gehölze entfernt werden als zunächst angekündigt. "Nach aktuellem Stand müssen nun insgesamt 29 Gehölze entfernt werden", teilt die Avacon-Sprecherin mit. Ursprünglich war von 24 Bäumen und Sträuchern die Rede. Die Zahl habe sich im Zuge der weiteren Planung und Konkretisierung der Maßnahme erhöht. Die Entfernung sei notwendig, um zunächst das bestehende öl-isolierte Kabel zurückzubauen und anschließend die neue Erdkabelleitung zu errichten.

Erheblicher Eingriff in das Stadtbild Cuxhavens

Marcel Kolbenstetter, Pressesprecher der Stadt Cuxhaven, erklärt auf CN/NEZ-Anfrage, der Stadt sei bewusst, dass die Fällung von Bäumen einen erheblichen Eingriff in das Stadtbild und die Natur darstelle und bei Bürgerinnen und Bürgern auf Unverständnis oder Sorge stoßen könne. Die Maßnahme sei deshalb mit großer Sorgfalt geprüft und transparent kommuniziert worden. Die 110-kV-Verbindung zwischen den Umspannwerken Industriestraße und Ostseite sei für die Stromversorgung Cuxhavens von zentraler Bedeutung.

Der Ersatzneubau sei daher alternativlos und werde mit hoher Priorität umgesetzt. Nach Abschluss der Arbeiten sollen die betroffenen Bereiche wiederhergestellt werden. Zudem sei bereits ein Konzept für Ersatz- und Neubepflanzungen in Planung. Ziel sei es, die unvermeidbaren Eingriffe langfristig ökologisch auszugleichen und das Stadtgrün zu stärken.

Die Bauarbeiten in der Grodener Chaussee (B73) laufen. Foto: Lütt

Weitere Bauabschnitte starten

Die Bauarbeiten sind bereits in der Grodener Chaussee (B73) und in der Alten Industriestraße angelaufen. Bis voraussichtlich Ende September kam ein weiterer Abschnitt zwischen Meyerstraße und Bahnhofsvorplatz an der Konrad-Adenauer-Allee hinzu.

Für Anwohner und Verkehrsteilnehmer bedeutet das weitere Einschränkungen. Avacon rechnet unter anderem mit Spursperrungen, Park- und Halteverboten sowie Durchfahrtsbeschränkungen. Die jeweiligen Maßnahmen sollen vorab ausgeschildert und entsprechend dem Baufortschritt angepasst werden, informiert die Stadt Cuxhaven in einer Pressemitteilung.

Wie hat Ihnen der Artikel gefallen?

(1 Stern: Nicht gut | 5 Sterne: Sehr gut)

Feedback senden

CNV-Newsletter

Wissen, was im Cuxland los ist: Alle wichtigen Nachrichten aus der Stadt und dem Landkreis Cuxhaven direkt in Ihr Postfach. Hier für den CNV-Newsletter anmelden.


Top Nachrichten



Bild von Bengta Brettschneider
Bengta Brettschneider

Volontärin
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

bbrettschneider@no-spamcuxonline.de

Lesen Sie auch...
Mehr Vorsicht im Straßenverkehr

Sommerferien-Ende in Niedersachsen: Polizei Cuxhaven appelliert an Verkehrsteilnehmer

von Redaktion

Mit dem Schulstart in Niedersachsen wächst die Verantwortung im Straßenverkehr. Besonders Erstklässler sind gefährdet. Die Polizei Cuxhaven appelliert an alle Verkehrsteilnehmer, wachsam und rücksichtsvoll zu sein.

Besonderes Engagement

Große Anerkennung für "Ritzebüttel aktiv": Darum gab es die Cuxhaven-Medaille

von Kai Koppe

Im Lehfeld ist Nachbarschaft mehr als nur ein Wort - hier wird zugehört, angepackt und füreinander eingestanden. Dieses besondere Engagement hat nun auch die Stadt Cuxhaven gewürdigt.

Studienseminar meldet Rekordzahlen

Rekord beim Lehrer-Nachwuchs: Cuxhaven steht bei Referendaren hoch im Kurs

von Kai Koppe

Die örtliche Ausbildungseinrichtung für das Lehramt Grund-, Haupt- und Realschulen meldet Rekordzahlen: Cuxhaven steht bei angehenden "Paukern" offenbar hoch im Kurs. Bei den Anwärterinnen und Anwärtern für das Gymnasiallehramt ist das nicht anders. 

Menschen unserer Stadt

Lehramts-Anwärterinnen waren sicher: Zurück nach Cuxhaven - und nirgendwohin sonst

von Kai Koppe

Christin Pichtsmeyer und Annika Böhme haben in Oldenburg und in Osnabrück studiert. Für die praktische Lehrerausbildung zog es sie zurück in die Heimat.