Große Anerkennung für "Ritzebüttel aktiv": Darum gab es die Cuxhaven-Medaille
Im Lehfeld ist Nachbarschaft mehr als nur ein Wort - hier wird zugehört, angepackt und füreinander eingestanden. Dieses besondere Engagement hat nun auch die Stadt Cuxhaven gewürdigt.
Im Rampenlicht zu stehen ist eigentlich gar nicht ihr Ding. "Wir waren ziemlich aufgeregt", bekennt Goldina Haak und spricht dabei nicht nur für sich, sondern auch für ihren Vorstandskollegen Michael Schießl: Der erste und die zweite Vorsitzende des Vereins "Ritzebüttel aktiv" wurden vor einer Woche jeweils mit der Cuxhaven-Medaille geehrt.
Die Auszeichnung ist noch relativ jung, verliehen wird sie an Bürgerinnen und Bürger, die sich in besonderer Weise um die Stadt, das kulturelle Erbe Cuxhavens beziehungsweise das örtliche Gemeinwohl verdient gemacht haben. Letzteres trifft bei Haak und bei Schießl definitiv zu. Unabhängig voneinander stießen die beiden in Zeiten der Quartierssanierung zu den Leuten, die sich im neu errichteten Bürgerzentrum im Lehfeld trafen. Aus vorsichtigem Hineinschnuppern wurde mit den Jahren eine Berufung. "Wir sind sozusagen hier hängengeblieben", beschreibt es Goldina Haak mit einem Schmunzeln: Sehr schnell habe sie damals im Stadtteilverein Anschluss gefunden und dabei unter anderem die Kleiderbörse als Betätigungsfeld für sich entdeckt. "Hier werden die Leute mit offenen Armen empfangen", findet auch Michael Schießl, den man zunächst für die (heute nicht mehr aktive) Fahrradstation gewonnen hatte.
Nicht nur "irgendein" Ehrenamt
Wer mit den beiden "frischgebackenen" Cuxhaven-Medaillen-Trägern ins Gespräch kommt, merkt schnell: Es geht nicht so sehr um die individuelle Aufgabe. Was die beiden im Lehfeld leisten, ist viel mehr als das - und im Grunde genommen nicht nur irgendeine Tätigkeit, sondern Haltung. "Wir sind achtsam miteinander", sagt Schießl. Er spricht in diesem Augenblick über das Viertel, beschreibt damit aber auch einen Wesenszug seines Ehrenamtes. Zu dem es gehört, ein Ohr für die Sorgen und Nöte seiner Nachbarn zu haben. Man biedere sich keineswegs an - aber sei durchaus bereit, sich mit anderen Bewohnern zusammenzusetzen, wenn es etwas zu klären gebe.
Zeichen der Wertschätzung
"Mit einer gemeinsamen Tasse Kaffee sind hier schon Dramen verhindert worden", weiß auch Jutta Auga, Diplom-Pädagogin und Stadtteilmitarbeiterin im Lehfeld. Aus ihrer Sicht ist die Historie des Stadtteilvereins auch eine Geschichte von "Empowerment", also der Bereitschaft von Bürgerinnen und Bürgern, die Geschicke ihres Stadtteils selbst in die Hand zu nehmen. Wie erfolgreich dieses Modell arbeitet, ist an anderer Stelle nicht verborgen geblieben: Kein Zufall ist es aus Sicht von Vereinsmitgliedern, dass der Oberbürgermeister anlässlich der Ehrung höchstpersönlich in den Räumen auf dem Lappeplatz vorbeigeschaut hat. Goldina Haak und Michael Schießl mit der Cuxhaven-Medaille auszuzeichnen, hatte zuvor der Ratsvorsitzende Michael Stobbe angeregt.
Aus Sicht der Preisträger definitiv ein Zeichen von Wertschätzung. Aller Nervosität zum Trotz haben sie den großen Tag genossen - und werden noch eine Weile von ihm zehren: Die Verwaltung habe damit nicht nur ihr Interesse an der Stadtteilarbeit im Lehfeld zum Ausdruck gebracht, sondern ihr Vertrauen in einen Verein bekundet, der - eher unüblich in diesem Kontext - selbstständig und ohne die landläufigen Trägerstrukturen arbeitet.
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