"Omas gegen Rechts" bringen das erste "Kreuz ohne Haken" in die Stadt Cuxhaven
"Völkische Siedler" haben sich in einigen Regionen Niedersachsens festgesetzt. Sie wollen unter einer bürgerlichen Maske rechtsextremistische Gedanken salonfähig machen. Das muss man wissen und gegenhalten, finden die "Omas gegen rechts" Cuxhaven.
Mit einem buchstäblich ausgezeichneten Projekt und einem "Kreuz ohne Haken" im Gepäck besuchte am Montag eine Abordnung der "Omas gegen Rechts"-Gruppe Cuxhaven Oberbürgermeister Uwe Santjer im Rathaus. Wie in schon in einigen Kreis-Gemeinden soll das Kreuz in den Farben Gelb und Pink auch in der Stadt Cuxhaven als Symbol gegen rechtsextremistisches Gedankengut Bewusstsein schaffen.
Als gesichert rechtsextremistisch eingestuft
Ganz besonders richtet sich die vor sechs Jahren in Uelzen entstandene Initiative gegen die Praxis sogenannter "völkischer Siedler", sich unter dem Deckmantel der Bürgerlichkeit in ländlichen Gebieten anzusiedeln, um von dort aus gezielt die Gesellschaft zu unterwandern. Eine gesichert rechtsextreme Bewegung, betonte Doris Hennigson, die zusammen mit Karin Ottens-Spargel die lokale "Oma"-Gruppe leitet.
Die Initiative "beherzt" (Uelzen) hat das Projekt 2019 entwickelt und ist in diesem Jahr mit dem bundesweit renommierten und mit 10.000 Euro dotierten Julius-Rumpf-Preis ausgezeichnet worden. Ein Platz für das "Kreuz ohne Haken" soll in der Stadt noch gefunden werden. Weitere vier Exemplare wollen die "Omas" den Cuxhavener Ortsräten übergeben.
Mit Weihnachtsmännern auf dem Kaemmererplatz
"Die Menschen müssen immer wieder daran erinnert werden, dass Demokratie aktiv verteidigt werden muss", so ihre Überzeugung. Daher werden sie in den kommenden Wochen immer wieder öffentlich in Erscheinung treten, als nächstes mit einer "Weihnachtsmann-Demo" auf dem Kaemmererplatz am Sonnabend, 7. Dezember, von 10.30 bis 15 Uhr.
"Thema nicht der Politik und den Behörden überlassen"
"Man kann dieses Thema nicht der Politik und den Behörden überlassen", sagte Uwe Santjer. Vielmehr sei es erforderlich, die ganze Familie, Freunde und Nachbarn mitzunehmen und Einzelne anzusprechen. "Wir haben hier in Deutschland viel aufgebaut. Wir können nicht zulassen, dass andere das Ruder übernehmen und diese Werte gefährden. Jetzt ist die Zeit, aufzupassen, welche Giftpflanzen da gesetzt werden."
"Omas" können andere mitziehen
Der lokalen "Oma"-Gruppe komme in der wohl spannendsten und wichtigsten Zeit in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg eine hohe Bedeutung zu: "Ich glaube, dass Sie viele Menschen für ein Engagement bewegen können. Das ist wichtig, denn es ist Zeit, aufzustehen."
Dass viele Menschen inzwischen aus Angst vor politischem Engagement in demokratischen Parteien oder Initiativen zurückschreckten, sei alarmierend: "Schlimm, dass das heute schon wieder als mutig gilt. So eine Zeit wollten wir eigentlich nie wieder erleben."
Auch im Advent in der Öffentlichkeit
"Wir wachsen und stehen zu unserer Demokratie. Und die lebt nun mal vom Mitmachen", unterstrichen die "Omas". Dafür lassen sie auch mal die Gemütlichkeit im Advent sausen und stellen sich auf die Straße. Genau wie ihre Mitstreiterinnen im Netzwerk, zum Beispiel in der Stadt Hemmoor. Die dortigen "Omas gegen Rechts" stehen dort am Freitag, 6. Dezember von 8 bis 12 Uhr auf dem Wochenmarkt am Rathaus.