Der Bundestagsabgeordnete Christoph Frauenpreiß leitete durch einen "Stadtgespräch"-Abend, an dem sich die CDU auf eine Betrachtung bevorstehender Veränderungen an der örtlichen Wasserlinie fokussierte. Foto: Koppe
Der Bundestagsabgeordnete Christoph Frauenpreiß leitete durch einen "Stadtgespräch"-Abend, an dem sich die CDU auf eine Betrachtung bevorstehender Veränderungen an der örtlichen Wasserlinie fokussierte. Foto: Koppe
"Stadtgespräch" der CDU

CDU diskutiert Zukunft der Wasserlinie in Cuxhaven - Kritik an Millionenförderung

von Kai Koppe | 08.02.2026

Schwerlastbrücke, Alte Liebe und ein Flächentausch zugunsten einer Freizeitnutzung des Bauhafens: Was sich in absehbarer Zeit an der Wasserlinie tut, war Thema beim monatlichen "Stadtgespräch", zu dem der CDU-Stadtverband eingeladen hatte.

CDU-Bundestagsabgeordneter Christoph Frauenpreiß nahm das Publikum mit auf einen Parforceritt von der Dicken Berta bis zur Kugelbake. Dabei bekannten sich die Gastgeber einmal mehr zum von breiten Mehrheiten getragenen Ausbau des Hafen-Wirtschaftsstandorts Cuxhaven. "30 Millionen Euro sind in der Summe sehr erfreulich", kommentierte Frauenpreiß die jüngste Förderzusage, die man vor Ort für den Bau einer zweiten Hafenanbindung benötigt.

30 Millionen sind laut CDU nicht genug

Bezogen auf ein Gesamtkostenvolumen von annähernd 90 Millionen Euro falle der Scheck aus Hannover "prozentual gesehen" jedoch zu gering aus. Man erwarte, dass sich der OB in der Finanzierungsfrage noch einmal dahinterklemme, hieß es beim "Stadtgespräch", bei dem auch kritischere Töne in Richtung Verwaltung angeschlagen wurden. Dabei ging es höchstens am Rande um die beiden vor Kurzem gefällten Rosskastanien, vor allem aber um die Informationspolitik zum Ringtausch und der damit verbundenen Baumaßnahme im Fährhafen.

"Was soll diese Geheimniskrämerei?", fragten auch Zuhörer: Sie wollten wissen, was aus den im Fährhafen untergebrachten Sportbooten wird, zeigten sich aber vor allem besorgt angesichts der Dimensionen eines Gebäudes, das auf einer noch zu schaffenden Landfläche im künftigen "Versorgungshafen" entstehen soll. Perspektivisch wird dort auch das Nachfolgemodell des Mehrzweckschiffes "Neuwerk" einen Stammplatz erhalten - "parkt" (wegen Platzproblemen an der heutigen WSA-Pier) zuvor aber an der Seebäderbrücke.

Kopfschütteln unter den Zuhörern

"Man gibt ein Schiff in Auftrag, stellt nachträglich fest, dass es zu lang ist und baut dann einen neuen Hafen?" Zuhörern erschien die Vorgehensweise des Bundes zweifelhaft - ungeachtet des "Benefits", der sich über drei Ecken gedacht für Cuxhaven ergibt. Ratsherr Enak Ferlemann begrüßte die Konversion des Bauhafens - auch in Verbindung mit der für 2034 vorgesehenen Landesgartenschau. Nach seinen Worten hatte sich die CDU zur Veranstaltung im Lokal "Unikat" entschieden, um Transparenz zu schaffen: "Damit alle wissen, was gespielt wird."

In gleicher Absicht sprachen die Gastgeber auch über Pläne für die Umgestaltung der "Alten Liebe": Noch in diesem Jahr werde NPorts mit der Sanierung der in Teilen maroden Plattform beginnen. Dass die neue "Alte Liebe" aus Gründen der Barrierefreiheit eingeschossig bleibt, sei nicht zu ändern. Im Publikum wurde der Verlust des auch als Dach fungierenden Oberdecks gleichwohl bedauert.

Esbjerg oder Cuxhaven?

Neben Frauenpreiß war auch Ferlemann auf Entwicklungen im östlichen Hafengebiet eingegangen. Er beschrieb einen technologischen "Sprung", den Siemens mit der geplanten Produktion von 22-Megawatt-Turbinen vollziehe. Hinsichtlich eines Fertigungsstandorts habe das Unternehmen nur zwei Optionen: Esbjerg oder Cuxhaven. Ferlemann unterstrich auch die Bedeutung des hiesigen Hafens für das Importgeschäft auf dem Windkraftsektor: "70 bis 80 Prozent aller Flügel für den deutschen Markt kommen über Cuxhaven".

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Kai Koppe

Redakteur
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

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