Polizeieinsatz im Sommer 2025: Beamte der Polizei und Bundespolizei suchten am Bahnhof in Cuxhaven auf dem Grünstreifen neben Gleis 3 nach einem Messer. Foto: Lütt
Polizeieinsatz im Sommer 2025: Beamte der Polizei und Bundespolizei suchten am Bahnhof in Cuxhaven auf dem Grünstreifen neben Gleis 3 nach einem Messer. Foto: Lütt
Leichter Anstieg 

Polizei in Cuxhaven stellt Kriminalstatistik vor: Immer häufiger wird Messer gezogen 

von Maren Reese-Winne | 19.03.2026

2025 ist die Zahl der Straftaten in Stadt und Kreis Cuxhaven leicht angestiegen. Allerdings befindet sich die Kriminalitätsrate unter dem Landesdurchschnitt. Die Aufklärungsquote schwankte - je nach Deliktgruppe - zwischen 100 und 13 Prozent.    

Die Gesamtzahl der Straftaten im Zuständigkeitsgebiet der Polizeiinspektion Cuxhaven (Stadt und Landkreis Cuxhaven) ist im Jahr 2025 leicht gestiegen: Bei 9580 registrierten Taten (Vorjahr: 9309) ging die Aufklärungsquote leicht zurück auf rund 62 Prozent. 

Kein vollendetes Tötungsdelikt

Gleichzeitig sporne die Entwicklung bei der Aufklärungsquote die PI Cuxhaven an, ihre Arbeit gezielt weiterzuentwickeln, so Andreas Lohmann, Leiter der Polizeiinspektion Cuxhaven. Ein genauerer Blick auf das Gesamtpaket, das die Inspektion am Donnerstagvormittag veröffentlichte, offenbart große Unterschiede in den Hauptdeliktsgruppen, die unter dem Begriff "Kriminalität" zusammengefasst werden. So sank die Anzahl der Straftaten gegen das Leben um mehr als die Hälfte auf sechs (Vorjahr: 13), die alle aufgeklärt wurden und bei denen kein Opfer getötet wurde. 

Einige Trends deutlich erkennbar

Während die Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung stark zurückgegangen sind, stieg die Anzahl der Wohnungseinbrüche nach jahrelangem Rückgang wieder an. Immer häufiger kommen bei Gewalttaten Messer zum Einsatz; unverkennbar ist auch der Anstieg der Gewalt gegen Polizeibeamte. Und auch bei der Kinder- und Jugendkriminalität wurden nach Jahren des Rückgangs steigende Zahlen verzeichnet.

Vergleichbarkeit der Regionen: Straftaten pro 100.000 Einwohner

Die Häufigkeitszahl in der Polizeilichen Kriminalstatistik beschreibt, wie viele Straftaten je 100.000 Einwohner (statistisch) begangen wurden. Sie dient damit der Vergleichbarkeit von Regionen unabhängig von der tatsächlichen Bevölkerungsanzahl. Die Häufigkeitszahl im gesamten Land Niedersachsen lag 2025 bei 6329 Straftaten pro 100.000 Einwohner. Deutlich höher als im Zuständigkeitsbereich der PI Cuxhaven (Stadt und Landkreis Cuxhaven) mit einem Wert von 4818 Straftaten pro 100.000 Einwohner (2024: 4612).

Der Wert liegt damit um gut 1500 Straftaten pro 100.000 Einwohner unter dem Landesdurchschnitt. "Hier zeigt sich, dass die Menschen in unserer Region in einem vergleichsweise sicheren Umfeld leben", sagt Andreas Lohmann, Leiter der Polizeiinspektion Cuxhaven. In den einzelnen Polizeikommissariaten zeigte sich folgendes Bild: Stadtgebiet Cuxhaven: 4905 Straftaten; PK Geestland: 1463 Straftaten; PK Hemmoor: 1146 Straftaten, PK Schiffdorf: 2066 Straftaten.

Hohe Aufklärungsquote bei sexuellen Übergriffen

Entsprechend der Entwicklung bei den Gewalttaten gegen das Leben sind auch die Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung gegenüber 2024 stark zurückgegangen, nachdem es bereits im Vorjahr einen leichten Rückgang gegeben hatte. Es wurden 279 Fälle registriert (2024: 339); die Aufklärungsquote lag bei über 93 Prozent. "Die quantitative Entwicklung bei diesen Deliktsgruppen ist grundsätzlich positiv zu sehen. Die einzelnen Geschichten, die hinter den Opfern von derartigen Straftaten stehen, sind auch weiterhin Antrieb und Motivation für unsere Mitarbeitenden, einen besonderen Schwerpunkt bei der Aufklärung und Bekämpfung dieser Taten zu legen", so Karsten Ziffer, Leiter des Zentralen Kriminaldienstes.

Wo besonders viele Delikte im Dunklen bleiben

Rohheitsdelikte, beispielsweise Körperverletzungen sowie Straftaten gegen die persönliche Freiheit, bewegen sich laut Mitteilung der Polizei auf exakt demselben Niveau wie im Vorjahr: Genau 2001 Taten wurden in den Jahren 2024 und 2025 registriert. Die Aufklärungsquote liegt kontinuierlich über 90 Prozent. Die Zahlen im Bereich Häusliche Gewalt waren 2025 leicht rückläufig. 683 Taten wurden registriert (2024: 734). In zwei Drittel der Fälle waren die Opfer weiblich. Allerdings zeigt die polizeiliche Statistik stets nur die Spitze eines Eisbergs: Bis zu 90 Prozent der Fälle kommen nach Aussage eines Polizeisprechers nie zur Anzeige.

Neue Welle der Wohnungseinbrüche - aber weit niedriger als in früheren Jahren

Nach einem massiven Rückgang im Jahr 2024 stieg die Zahl der Eigentumsdelikte 2025 wieder leicht auf 3085 an - immer noch deutlich unter der Zahl aus dem Jahr 2023 (3544 Taten). Die Anzahl der Einbrüche in Wohneigentum ist dabei nach einer deutlichen Abwärtskurve in den vergangenen Jahren wieder angestiegen. Im letzten Jahr wurden 205 Taten angezeigt (2024: 150); 71 davon blieben Versuche. Die Zahl liege noch immer weit unter den Werten von vor zehn Jahren und unter dem Niveau der Vor-Corona-Jahre, so die Polizei. Die Aufklärungsquote sank auf knapp 14 Prozent. Karsten Ziffer nimmt dies als Arbeitsauftrag, denn das Sicherheitsempfinden der Bevölkerung wirke sich bei Wohnungseinbrüchen immer besonders negativ aus. Er kündigte verstärkte Maßnahmen - auch präventiv - an.

24 Prozent der Täter ohne deutsche Staatsangehörigkeit

Die Statistik wirft auch einen Blick auf Täteranzahl und -struktur: Knapp 80 Prozent der 4526 Tatverdächtigen waren Erwachsene ab 21 Jahren. Kinder unter 14 Jahren, welche nach dem deutschen Strafrecht nicht strafmündig sind, machten gut sechs Prozent aller Tatverdächtigen aus. Die Gesamtanzahl nichtdeutscher Tatverdächtiger lag 2025 bei rund 24 Prozent - eine Verteilung, die seit Jahren stabil bleibt.

Messer werden als Bedrohung und Waffe eingesetzt

Straftaten, bei denen als Tatmittel ein Messer genutzt wurde, wurden 2021 erstmalig ausgewertet. 2025 wurden in der Polizeiinspektion Cuxhaven 62 derartige Taten erfasst (2924: 34), von denen rund 90 Prozent aufgeklärt wurden. "Der deutliche Anstieg der registrierten Taten unter Einsatz eines Messers zeigt, dass wir es hier mit einer ernstzunehmenden Entwicklung zu tun haben", sagt PI-Leiter Lohmann. Die Polizei gehe bereits konsequent und wirksam gegen solche Delikte vor, klar sei aber auch, dass Messer im Alltag und insbesondere im öffentlichen Raum nichts zu suchen hätten. Daher werde die Polizei weiterhin alles daran setzen, das Risiko solcher Taten zu minimieren.

Straftaten im Internet werden oft aufgeklärt

Straftaten im Internet nehmen weiter eine große Rolle ein, 2025 wurden 595 Taten erfasst, etwas mehr als 2024.  Die Aufklärungsquote hält sich hier mit knapp 85 Prozent auf hohem Niveau.

Kinder und Jugendliche im Blick behalten

Insgesamt 711 Straftaten mit Kindern oder Jugendlichen als Täter wurden 2025 in der Polizeiinspektion Cuxhaven registriert. Die Anzahl der nicht strafmündigen Kinder unter 14 Jahren lag bei 288, eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr (251). Viele Kinder und Jugendliche seien sich nicht darüber bewusst, dass es strafbar sei, über verschiedene Messenger-Dienste strafbare Inhalte zu versenden.

Erhöhte Zahl der Übergriffe auf Polizeibeamte

Die Zahl der Gewaltdelikte gegen Polizeibeamte stieg nochmals um zehn auf 84 an. "Somit wird statistisch gesehen mehr als eineinhalb Mal pro Woche eine Kollegin oder ein Kollege Opfer einer solchen Tat", resümiert die Polizei. 32 Polizeibeamtinnen und Polizeibeamte trugen hierbei Verletzungen davon. (mr/red) 

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Maren Reese-Winne

Redakteurin
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

mreese-winne@no-spamcuxonline.de

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