Reservistenkameradschaft Cuxhaven feiert 65 Jahre: Überraschungsgäste und Ehrungen
Ein historischer Ort, steigende Mitgliederzahlen und eine besondere Ehrung: Die RK Cuxhaven feiert ihr 65-jähriges Bestehen. Welche Überraschungen die Veranstaltung im Captain Ahab's Culture Club bereithält, verrät unser aktueller Bericht.
Die Reservistenkameradschaft (RK) Cuxhaven feiert ihr 65-jähriges Bestehen an einem besonderen Ort. Im Captain Ahab's Culture Club an der Marienstraße, der ehemaligen Grimmershörnkaserne, kommen die Kameraden zusammen. Genau hier, in einem Raum gleich nebenan, wurde die RK Cuxhaven 1961 gegründet.
Vorsitzender Jürgen Klindworth spricht von historischem Boden. Knapp zwei Stunden dauert das offizielle Programm, das mit der Begrüßung durch den Vorsitzenden beginnt und mit einem Gedenken an verstorbene Kameraden endet.
Wachsende Mitgliederzahl als Ausnahme
Während viele Vereine über schwindende Mitgliederzahlen klagen, verzeichnet die RK Cuxhaven das Gegenteil. Vor zehn Jahren zählte die Kameradschaft 89 Mitglieder, heute sind es 138. Klindworth erklärt den Zuwachs auch mit dem Wegfall der Wehrpflicht: Viele ältere Kameraden über 65 Jahre finden in der RK eine Heimat, die ihnen die Bundeswehr selbst nicht mehr bieten kann.
Cuxhavens Bürgermeister Thomas Brunken gratuliert in seiner Ansprache und erinnert an seine eigene 35-jährige Dienstzeit, die ihn unter anderem nach Bosnien, Kosovo und Afghanistan führte. Er mahnt, Sicherheit beginne nicht erst auf Bundesebene, sondern vor der eigenen Haustür, angesichts der sensiblen Infrastruktur mit Hafenanlagen, der Offshore-Windenergie und dem Marinestützpunkt Nordholz. Er äußert die Hoffnung, dass die frühere Heinrich-Wilhelm-Kopf-Kaserne in Altenwalde reaktiviert wird. Ein Thema, das auch die RK-Führung bewegt, hatte die Kameradschaft doch selbst jahrzehntelang dort ihr Domizil. Die Entscheidung darüber steht noch aus. Am Montag, 13. Juli, besucht zunächst einmal Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) die Region.
Von militärischer Seite gratulieren die Kommodore der Marinefliegergeschwader 3 und 5, Oliver Ottmüller und Thorsten Werning. Sie berichten von der neuen Hubschrauber-Generation in Nordholz: Der Seekämpfer MH-60R Seahawk ist bereits im Dienst, der neue "Sea Tiger" soll den auslaufenden "Sea Lynx" ersetzen, ein unbemanntes System soll ab 2028 in Nordholz fliegen. Beide Kommodore betonen: Ohne die Reserve funktioniere der Dienstbetrieb nicht mehr.
Grußworte sprechen zudem der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge sowie Vertreter des Kreisvorstands der Kreisgruppe Elbe-Weser-Dreieck. Befreundete Kameradschaften unter anderem aus Visselhövede, Stade von Goeben, Bremervörde, Buxtehude, Zeven und Verden reisten zum Jubiläum nach Cuxhaven.
Ehrungen für langjährige Treue
Den launigen Teil des Jubiläums übernimmt Hans-Joachim Stegemeier vom Landesvorstand Niedersachsen. Er zeichnet mehrere Kameraden für ihre langjährige Mitgliedschaft aus: Thomas Postel erhält die Urkunde für 15 Jahre, Claus-Dieter Wriedt wird für 35 Jahre Mitgliedschaft geehrt. Ralf-Udo Schmelcke, seit 2005 dabei, nimmt nach der Ehrennadel in Bronze und Silber nun die Landesmedaille sowie das niedersächsische Sachsenkreuz entgegen. Die gleiche Auszeichnung erhält Lothar Böschen.
Die höchste Ehre gilt an diesem Abend dem Vorsitzenden selbst: Jürgen Klindworth wird nach Bronze, Silber und Landesmedaille jetzt mit der Ehrennadel in Gold ausgezeichnet, für herausragende Verdienste um den Verband. Stegemeier würdigt an seiner Seite auch Beatrix Klindworth, seine Frau, stellvertretend für alle Partnerinnen und Partner, ohne deren Rückhalt das ehrenamtliche Engagement kaum zu leisten wäre.
Zum Ausklang bittet der Vorsitzende die Gäste, sich zum stillen Gedenken an verstorbene Kameraden und alle im Dienst umgekommenen Soldaten zu erheben. Danach eröffnet ein Buffet den geselligen Teil des Jubiläumsabends.


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