Wattenmeer in Cuxhaven feiert: Jubiläen und nachhaltige Pläne im Fokus
Das Watt-BZ in Cuxhaven feiert sein zehnjähriges Bestehen und den 40. Geburtstag des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer mit einer neuen Ausstellung und spannenden Plänen zur Nachhaltigkeit. Was steckt hinter den ambitionierten Bauprojekten?
Wo einst ein Teil des Seehospitals Sahlenburg stand, wächst heute Wissen über das größte Wattenmeer der Welt. Mitten im Unesco-Weltnaturerbe, nur einen Wurf vom Nationalpark entfernt, liegt das Wattenmeer-Besucherzentrum, ein architekturprämierter Holzbau, der sich in die Dünenlandschaft schmiegt, als hätte er nie woanders gestanden. Zehn Jahre ist das Haus inzwischen alt, und der Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer, dem es seine Existenz verdankt, feiert in diesem Jahr seinen 40. Geburtstag.
Cuxhaven würdigte das Anfang Juli mit einem eigenen kleinen Festprogramm: Mitmachzirkus, Kinder-Rallye mit den Junior-Rangern, ein informativer Vortrag von Peter Südbeck, Leiter der Nationalparkverwaltung, Naturexkursionen und ein großer Geburtstagskuchen. Auch eine interne Podiumsdiskussion mit Energieminister Christian Meyer (Grüne) zum Thema "Zukunft des Wattenmeers im Spannungsfeld zwischen Naturschutz, Energiewirtschaft und Tourismus" gehörte zum Programm.
Wer zurückblickt, landet unweigerlich bei den Zahlen, die Watt-BZ-Leiter Bernhard Rauhut zum Betriebsjahr 2025 kürzlich im Ortsrat Sahlenburg vorlegte: Rund 92.500 Menschen besuchten die Einrichtung, knapp 7300 weniger als im Vorjahr. Der Rückgang erklärt sich leicht: 2024 zählte noch die Sonderausstellung "Facettenreiche Insekten" in den Hapag-Hallen mit rund 10.000 Gästen dazu. Das Niveau der Jahre vor der Pandemie, im Schnitt 110.700 Besucher, bleibt damit weiter außer Reichweite.
Nachhall-Fest lockte Besucher in Scharen
Den Höhepunkt des Berichtsjahres bildete das Nachhall-Fest. Rund 2000 Einheimische und Gäste kamen, um gemeinsam mit 48 Institutionen und Partnern aus der Region nachhaltiges Leben zu feiern, mit Genüssen aus der Region, Musik, Workshops und Kinderprogramm. Auch sonst war das Jahr reich an besonderen Momenten. Beim Festumzug zum 700-jährigen Bestehen Sahlenburgs fuhr das Watt-BZ-Team auf einem mit Möwen geschmückten Wagen mit.

Haus soll künftig CO₂-neutral werden
Auch baulich tut sich einiges in Sahlenburg. Eine Erdwärmepumpe ersetzt die bisherige Gasheizung, Fotovoltaik-Module sollen Dach und Südfassade bedecken, eine Raumluftanlage soll für besseres Klima sorgen, auch im Sinne der Aquarientiere. Rund 600.000 Euro kostet das Vorhaben, 80 Prozent trägt ein Bundesförderprogramm. Ein Unterstand für Diensträder, Lastenrad und die beiden Wattmobile verzögert sich, weil eine Ausschreibung kein brauchbares Ergebnis brachte.
Größer angelegt ist das Projekt Watt-BZ mobil: Eine mobile Lern- und Informationsstation soll Umweltbildung dorthin bringen, wo Menschen ohnehin schon sind, ob im Sparkassenfoyer, im Kindergarten oder auf Stadtfesten. Finanziert wird das Vorhaben mit rund 240.000 Euro durch die Niedersächsische Wattenmeerstiftung und ein Bundesprogramm, den Zuschlag erhielt die Berliner Agentur Gewerk Design. Auch das Tide-Modell, ein Schaustück der Dauerausstellung, wurde komplett erneuert. Eine offizielle Einweihung mit Sponsor Stadtsparkasse Cuxhaven folgt nach letzter Feinjustierung.
Personell steht das Watt-BZ gut da
Nach einigen Wechseln ist das Team im markanten Holzbau wieder voll besetzt, eine zusätzliche Projektstelle koordiniert künftig die zahlreichen Bauvorhaben. Im Ortsrat Sahlenburg hakte Mareike Penner (Grüne) nach: Wann ziehen die Bundesfreiwilligen endlich in ihre neue Unterkunft in der Hans-Claußen-Straße? Bernhard Rauhut musste vertrösten: Lärmbeschwerden der Nachbarschaft hätten die Entkernungsarbeiten gestoppt, frühestens im Mai 2027 sei mit einem Einzug zu rechnen. Damit rückt auch die Einrichtung des Büros für den Ortsbürgermeister/die Ortsbürgermeisterin weiter nach hinten, das gleich neben den Bufti-Unterkünften entstehen soll. Der Raum soll künftig auch für Gremienarbeit in Sahlenburg genutzt werden.
Ortsbürgermeisterin Claudia Bönnen dankte dem Team vom Wattmeer-Besucherzentrum ausdrücklich. Sie habe selbst beim Nachhall-Fest Würstchen verkauft, lobte den Festwagen zum Sahlenburg-Jubiläum und empfahl allen Anwesenden einen Blick auf das Format "Watt oder Quatsch" in den sozialen Medien. Ihr Fazit fiel knapp aus: "Weiter so!"
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