So wird es an der Werner-Kammann-Straße nach der Gerüstabnahme aussehen: Polizeipräsident Andreas Sagehorn, Finanzminister Gerald Heere, Baumanagement-Leiter Stefan Müller, OB Uwe Santjer, Inspektionsleiter Michael Hasselmann und Innenministerin Daniela Behrens (v. l.) mit einer Animation des fertigen Erweiterungsgebäudes. Fotos: Koppe
So wird es an der Werner-Kammann-Straße nach der Gerüstabnahme aussehen: Polizeipräsident Andreas Sagehorn, Finanzminister Gerald Heere, Baumanagement-Leiter Stefan Müller, OB Uwe Santjer, Inspektionsleiter Michael Hasselmann und Innenministerin Daniela Behrens (v. l.) mit einer Animation des fertigen Erweiterungsgebäudes. Fotos: Koppe
Erweiterungsbau

Neubau in Cuxhaven: Richtfest lässt Lösung für Polizei in greifbare Nähe rücken

von Kai Koppe | 26.06.2024

Raumprobleme sollen bald der Vergangenheit angehören: Auf der Baustelle an der Werner-Kammann-Straße geht es in großen Schritten Richtung Einzug.

Ein Gerüst verbirgt nach wie vor weite Teile der Fassade. Der Baukörper an sich - L-förmig und drei beziehungsweise vier Geschosse hoch - ist so weit fertiggestellt, dass es schon beinahe "höchste Zeit" wurde, auf der Polizei-Baustelle ein Richtfest zu feiern. Gäste aus Politik und Verwaltung wünschten sich (genau wie die künftigen Nutzer), dass es in diesem Tempo weitergeht. Im nächsten Frühjahr wollen Beamtinnen und Beamten in den neuen Erweiterungsbau einziehen. Anschließend soll das Bestandsgebäude saniert werden.

Am Mittwoch ging es vorrangig um den an der Werner-Kammann-Straße emporgewachsenen Neubau. Die Bauleute hätten hier "ganze Arbeit geleistet", resümierte Behördenleiter Stefan Müller im Namen der Bauherrin (Staatliches Baumanagement Elbe-Weser). Nicht nur, dass der veranschlagte Kostenrahmen eingehalten werden könne: Auch terminmäßig liegt man auf der Baustelle offenbar voll im Plan, und das, obwohl es vor Ort allerhand Widrigkeiten zu bewältigen galt. Im Boden schlummernde Altlasten mussten vor Baubeginn fachgerecht entsorgt werden, vom ehemaligen Gaswerk herrührende Fundamentreste entpuppten sich teilweise als harte Brocken.

Umso stolzer sei er, dass sich das Projekt innerhalb der Vorgaben (veranschlagte Gesamtkosten: 21,8 Millionen Euro) bewege, bekannte Müller am Mittwoch vor den Richtfest-Gästen. Unter denen befanden sich gleich zwei Kabinettsmitglieder aus der Landeshauptstadt.

Sicherheit hat neue Bedeutung erhalten

Innenministerin Daniela Behrens, Dienstherrin der niedersächsischen Polizei, sprach in Verbindung mit dem Mittwoch-Termin von einem wichtigen Datum. In bewegten Zeiten wie diesen sei Sicherheit wichtiger denn je, und um entsprechende Bedingungen für das Zusammenleben zu herzustellen, würden Polizistinnen und Polizisten Tag für Tag ihr Bestes geben. "Das Mindeste, was wir vor diesem Hintergrund tun können, ist optimale Arbeitsbedingungen für die Polizei zu schaffen." Genau das, so die Sozialdemokratin, geschehe nun in Cuxhaven mit dem Polizei-Erweiterungsbau.

Mit einer Fläche von insgesamt 3400 Quadratmeter wird der Neubau unter anderem die 24-Stunden-Einsatzzentrale der Cuxhavener Inspektion beherbergen und dabei ein deutlich moderneres, aber auch bürgernäheres Bild abgeben als das "den Charme der 70er" (Polizeipräsident Andreas Sagehorn) atmende Bestandsgebäude. Entscheidend für Arbeitsabläufe und das interne Miteinander ist nicht zuletzt die mit dem Vorhaben angestrebte Konzentration aller Abteilungen an ein und demselben Standort. Begründet durch die sich seit 20 Jahren manifestierende Raumnot im Bestandsgebäude ist das bislang bekanntlich nicht der Fall: Fachkommissariate sind ausgelagert auf Nebenstandorte, deren in greifbare Nähe rückende Auflösung der Inspektionsleiter Michael Hasselmann sinngemäß als einen Segen für rund 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschrieb.

Obwohl rundum zufrieden mit der seit Langem herbeigesehnten Entwicklung, formulierte Hasselmann am Mittwoch zwei Wünsche: Was noch fehle, sei ein Parkplatz für die Beschäftigten (ein Problem, für das Cuxhavens Oberbürgermeister Uwe Santjer allerdings prompt ein "Happy End" vorhersagte). Zum anderen sind im nach der Neubau-Fertigstellung zu sanierenden Bestandsgebäude keine Duschen mehr vorgesehen. Dem Vernehmen nach wolle man das eventuell ändern, ergänzte der Inspektionsleiter und blickte dabei in Richtung von Finanzminister Gerald Heere.

Derzeit zweitgrößte Polizei-Baustelle auf Landesebene

Heere hatte in seinem Grußwort auf die Größenordnung des an der Werner-Kammann-Straße verwirklichten Projekts hingewiesen: Neben Hannover, wo ein neues LKA-Gebäude entsteht, sei Cuxhaven mit die größte Polizeibaustelle des Landes. Dass ihm der hiesige Baufortschritt nicht allein wegen der Nachhaltigkeit des mit Wärmepumpen und PV-Anlagen ausgestatteten Erweiterungsbaus am Herzen liegt, konnte der in Cuxhaven aufgewachsene Grünen-Politiker glaubhaft machen, indem er ein Jugendfoto zückte, dass ihn als Steppke auf dem Verkehrsübungsplatz zeigte.

Der Platz, auf dem viele Cuxhavener gelernt haben, sich im Straßenverkehr richtig zu bewegen, wurde aktuell überbaut, gleichwohl soll es einen neuen geben, der nach den Worten von OB Uwe Santjer auf der in Richtung Karl-Olfers-Platz vorgelagerten Grünfläche realisiert werden wird.

Im Rahmen des Richtfestes würdigte Santjer das hohe persönliche Engagement der vor Ort eingesetzten Beamtinnen und Beamten. "Zur Erfolgsgeschichte Cuxhavens gehört auch diese Polizeiinspektion", betonte er, als er auf die positive wirtschaftliche Entwicklung des Standorts zu sprechen kam.

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Kai Koppe

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Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

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