Feier zum Jubiläum: Der Waldkindergarten blickt auf ein Jahrzehnt voller Entdeckungen und Naturerlebnisse zurück. Foto: Larschow
Feier zum Jubiläum: Der Waldkindergarten blickt auf ein Jahrzehnt voller Entdeckungen und Naturerlebnisse zurück. Foto: Larschow
Die kleine "Waldbubble"

Seit zehn Jahren draußen: Der Waldkindergarten in Sahlenburg feiert Jubiläum

von Tim Larschow | 30.08.2026

Vor zehn Jahren begann für den Cuxhavener Waldkindergarten ein besonderes Kapitel. Neben dem Wattenmeer-Besucherzentrum in Sahlenburg entstand ein Ort, an dem Kinder Höhlen bauen, Kletterbäume entdecken und sich ihre eigene kleine Welt schaffen.

Vor zehn Jahren begann für den Cuxhavener Waldkindergarten ein besonderes Kapitel. Neben dem Wattenmeer-Besucherzentrum in Sahlenburg entstand ein Ort, an dem Kinder seitdem ihre Tage draußen verbringen, Höhlen bauen, Kletterbäume entdecken und sich ihre eigene kleine Welt schaffen.

Dabei war der Weg bis zur Eröffnung keineswegs selbstverständlich. Über Jahre hatten Cuxhavener Eltern versucht, einen Waldkindergarten auf die Beine zu stellen. Immer wieder scheiterte es an zwei entscheidenden Fragen: Wo finden die Kinder bei Sturm und schlechtem Wetter Unterschlupf, und wie lässt sich der Kindergarten gut erreichen?

Mit staunenden Augen die Welt entdecken

Mit dem Neubau des Wattenmeer-Besucherzentrums bot sich schließlich genau der passende Rahmen. Als die Stadt der Aktion Kinderbetreuung die Trägerschaft für einen Waldkindergarten anbot, griff diese zu. Für die damalige Geschäftsführerin Helle Vanini und viele andere Beteiligte wurde die Detailplanung schnell zu einer Herzenssache. Heute liegt die Trägerschaft beim Paritätischen Cuxhaven.

Ein Bauwagen wurde als Unterschlupf für besonders schlechte Tage angeschafft und in Sichtweite von Watt und Wald aufgestellt. Heute steht er in einem idyllischen Gärtchen, das zum Jubiläum festlich geschmückt ist. Am Samstag wurde dort das zehnjährige Bestehen des Waldkindergartens gefeiert.

Bunter Bauwagen im Grünen: Der Rückzugsort des Sahlenburger-Waldkindergartens. Foto: Larschow

Kinder, Eltern, ehemalige Wegbegleiter und Verantwortliche kamen bei Kuchen und Popcorn zusammen, um auf die vergangenen zehn Jahre zurückzublicken. Für die Leiterin Petra Blanke ist der Waldkindergarten längst mehr als ein Betreuungsort. Sie sprach von einer kleinen "Waldbubble", in der die Kinder jeden Tag mit staunenden Augen die Welt entdecken. "Die Kinder zeigen uns jeden Tag, dass wir das Kind in uns nicht verlieren dürfen."

Auch Ortsbürgermeisterin Claudia Bönnen und Oberbürgermeister Uwe Santjer würdigten die Arbeit des Waldkindergartens. Bönnen verbindet mit dem Gelände auch persönlich besondere Erinnerungen. "Wenn ich hier auf das Gelände komme, geht mein erster Blick Richtung Waldkindergarten. Ich bin froh, dass vor zehn Jahren die Verantwortlichen diesen schönen Fleck Erde ausgewählt haben", sagte sie.

Für Helle Vanini, heute Kreisverbandsgeschäftsführerin des Paritätischen, war das Jubiläum auch eine Gelegenheit, sich an die Anfänge zu erinnern. "Als die ersten Kinder mit Rucksäcken und Matschhosen hier einzogen, war das für uns alle noch ein Experiment. Ein Kindergarten ohne Wände und Türen? Heute wissen wir alle, dass es die beste Entscheidung überhaupt war. In einer Welt, die immer schneller, lauter und digitaler wird, schenkt dieses Wäldchen unseren Kindern Raum, Zeit, Freiheit und Ruhe."

Auch bei der Erreichbarkeit hat sich die Situation gelöst, die den Gründungsplänen einst im Weg stand. Der Waldkindergarten ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln und mit dem Fahrrad erreichbar. Für einen Kindergarten mitten in der Natur ist das keine Selbstverständlichkeit.

Im Alltag unterscheidet sich der Waldkindergarten dennoch weniger von einer gewöhnlichen Kita, als es auf den ersten Blick scheint. "Wir machen hier alles, was ein anderer Kindergarten auch macht, nur eben anders", sagt Blanke.

Bis zu 15 Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren werden von zwei pädagogischen Fachkräften betreut. Die kleinere Gruppengröße ist Teil des Betreuungskonzepts und trägt den besonderen Bedingungen im Wald Rechnung. Beim Paritätischen hofft man dennoch, künftig mehr Kinder betreuen zu können. In einer regulären Kindertagesstätte werden von zwei Fachkräften häufig bis zu 25 Kinder betreut.

Jeder Tag beginnt am Bauwagen

Der Tag beginnt am Bauwagen mit einem gemeinsamen Treffen und dem Morgenkreis. Lieder werden gesungen und die Kinder besprechen, was an diesem Tag ansteht. Anschließend geht es los - zum Waldplatz oder an den Strand. Nach dem gemeinsamen Frühstück bleibt viel Raum für freies Spiel. Daneben gibt es angeleitete Angebote, bei denen die Kinder ihre Umgebung erkunden und Erfahrungen in der Natur sammeln können, bevor es zurück zum Bauwagen geht.

Zehn Jahre nach dem Start ist aus dem damaligen Experiment längst ein fester Bestandteil der Cuxhavener Kinderbetreuung geworden. Der Wald ist dabei nicht nur Kulisse, sondern gehört zum Alltag der Kinder. Zwischen Bäumen, Watt und Strand entdecken sie ihre Umgebung, sammeln eigene Erfahrungen und lernen, ihren Tag in der Natur zu gestalten.

Das Team der Kita-Waldkindergarten vor dem Bauwagen: (v.l.n.r.) Theresa Meiwes, Carola Brandt und Kita-Leitung Petra Blanke. Foto: Larschow

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Tim Larschow

Redakteur
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

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