Flamenco Alegria bringt bei der Interkulturellen Woche mit „Eviva España“ Bewegung auf die Deichstraße. Foto: Brettschneider
Flamenco Alegria bringt bei der Interkulturellen Woche mit „Eviva España“ Bewegung auf die Deichstraße. Foto: Brettschneider
 Interkulturelle Woche

So schmeckt Vielfalt in Cuxhaven: 13 Apfelkuchen und ganz viel Demokratie 

von Bengta Brettschneider | 13.09.2026

Cuxhaven feiert bei Tante Emma die Interkulturelle Woche: Flamenco, Zumba & internationales Essen treffen auf gelebte Vielfalt. Zwischen Musik, Begegnungen und 13 Apfelkuchen zeigt sich, wie bunt Nachbarschaft und gemeinsames Miteinander sein können.

Musik zog durch die Deichstraße, während die ersten Kinder längst die Hai-Hüpfburg erobert hatten. Aus der einen Richtung duftete es syrisch, ein paar Schritte weiter ukrainisch oder spanisch. Das Essen war an diesem Sonnabend fast so vielfältig wie die Menschen, Vereine und Initiativen, die sich rund um das Begegnungszentrum Tante Emma versammelt hatten.

Schon vor dem offiziellen Beginn war die positive Vorfreude rund um Tante Emma zu spüren. Dann eröffnete Bodo Mayerhof, erster Vorsitzender des Christlichen Sozialwerks Cuxhaven, die Veranstaltung. Er erinnerte an einen Satz, den Olaf Lies vor vier Jahren über das Begegnungszentrum gesagt hatte: "Das wird was." Und er sollte Recht behalten.

Was fehlt im Viertel? An der Piaggio Ape können Gäste ihre Wünsche hinterlassen - darunter mehr Grün, mehr Spielplätze und neue Ideen für die Deichstraße. Foto: Brettschneider

"Wir können die Demokratie mal feiern"

Oberbürgermeister Uwe Santjer kam gerade vom Wochenmarkt, wo die Omas gegen Rechts eine Menschenkette für die Demokratie gebildet hatten. "Ich finde, wir können die Demokratie heute mal feiern", sagt Santjer. Sie sei "der beste Freund, den wir haben". Mit ihrer Hilfe schaffe man es, gute Nachbarn zu sein. 

Dann wurde es spanisch auf der Deichstraße: Flamenco Alegria eröffnete das Bühnenprogramm mit "Eviva España". Flamenco-Musik erfüllte die Straße. Noch mehr Bewegung kam mit "Zumba Step by Step" ins Fest. Die Gruppe startete durch und lud die Besucherinnen und Besucher zum Mittanzen ein.

Mit ausdrucksstarken Bewegungen und spanischen Rhythmen bringt Flamenco Alegria südländisches Flair zur Interkulturellen Woche. Foto: Brettschneider
"Zumba Step by Step" lädt die Besucherinnen und Besucher auf der Deichstraße zum Mittanzen ein. Foto: Brettschneider

Auch der ADFC Cuxhaven und der Bürgerbahnhof waren ebenso dabei wie Raju Thapa aus Nepal und Inge Bühner und Thomas Timm von der Bürgerküche. 

Inge Bühner und Thomas Timm stellen beim Fest die Bürgerküche vor - einen Ort, an dem gemeinsames Essen auch Begegnung und Austausch bedeutet.

Auf der APE konnten Besucherinnen und Besucher derweil eine Frage beantworten: "Was wünschst du dir im Viertel?" Die Antworten reichten von mehr Spielplätzen und mehr Grün bis zu dem Wunsch, die Deichstraße stärker als Straße für Touristinnen und Touristen zu entwickeln.

Bei "Zumba Step by Step" bleibt es nicht beim Zuschauen. Die Gruppe bringt Bewegung ins Fest und lädt die Gäste ein, selbst mitzutanzen. Foto: Brettschneider

Wenn Vielfalt nach Apfelkuchen schmeckt

Auch in den Räumen von Tante Emma herrschte längst Betrieb. Dort wartete eine Aufgabe: Welcher Apfelkuchen schmeckt am besten? Zwölf Kuchen waren für den Wettbewerb angemeldet. Eigentlich.

Dann kam Sascha Dreyszas mit einem weiteren Apfelkuchen herein, den er gemeinsam mit seinem Sohn gebacken hatte. Plötzlich waren es 13. "Oh, das ist eine besondere Zahl", lachte Dreyszas.

Zettel und Kugelschreiber wurden gezückt. Justin Gerdts vom Medemufer gehörte zur Jury, wie auch Michael Schunk. Unterstützt wurden sie von der jungen Tänzerin Leyla, die dann aber zu ihrem Auftritt eilen musste und durch ein neues Jury-Mitglied ersetzt wurde.

Sascha Dreyszas hat gemeinsam mit seinem Sohn gebacken und macht aus zwölf angemeldeten Apfelkuchen kurzerhand 13. Foto: Brettschneider

Zu bewerten waren die Art des Kuchens, Geschmack, Konsistenz, Aussehen, Präsentation und Gesamteindruck. Einen gemeinsamen Nenner gibt es immerhin: Alle Kuchen wurden mit derselben Apfelsorte gebacken, dem Elstar. Konzentriert arbeitet sich die Jury von Kuchen zu Kuchen. Anschauen. Probieren. Notieren. 

13 Apfelkuchen stehen beim Wettbewerb bereit. Geschmack, Konsistenz, Aussehen und Präsentation fließen in die Bewertung der Jury ein. Foto: Brettschneider

Draußen ging das Fest weiter. Was zuvor in den Reden noch nach großen Begriffen klang - Demokratie, Gemeinschaft, Nachbarschaft und Vielfalt -, wurde hier ziemlich konkret. Beim gemeinsamen Tanzen. Beim Essen. Bei Gesprächen mit Menschen.

Und beim Apfelkuchen.

Ab 13 Uhr wurden die Kuchen gegen eine Spende ausgegeben. Dann durften auch die Besucherinnen und Besucher probieren, worüber die Jury zuvor so konzentriert gegrübelt hat.

Raju Thapa stellt beim Fest sein Heimatland Nepal vor und bringt damit eine weitere kulturelle Perspektive in die Interkulturelle Woche. Foto: Brettschneider

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Bengta Brettschneider

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Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

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