So schmeckt Vielfalt in Cuxhaven: 13 Apfelkuchen und ganz viel Demokratie
Cuxhaven feiert bei Tante Emma die Interkulturelle Woche: Flamenco, Zumba & internationales Essen treffen auf gelebte Vielfalt. Zwischen Musik, Begegnungen und 13 Apfelkuchen zeigt sich, wie bunt Nachbarschaft und gemeinsames Miteinander sein können.
Musik zog durch die Deichstraße, während die ersten Kinder längst die Hai-Hüpfburg erobert hatten. Aus der einen Richtung duftete es syrisch, ein paar Schritte weiter ukrainisch oder spanisch. Das Essen war an diesem Sonnabend fast so vielfältig wie die Menschen, Vereine und Initiativen, die sich rund um das Begegnungszentrum Tante Emma versammelt hatten.
Schon vor dem offiziellen Beginn war die positive Vorfreude rund um Tante Emma zu spüren. Dann eröffnete Bodo Mayerhof, erster Vorsitzender des Christlichen Sozialwerks Cuxhaven, die Veranstaltung. Er erinnerte an einen Satz, den Olaf Lies vor vier Jahren über das Begegnungszentrum gesagt hatte: "Das wird was." Und er sollte Recht behalten.
"Wir können die Demokratie mal feiern"
Oberbürgermeister Uwe Santjer kam gerade vom Wochenmarkt, wo die Omas gegen Rechts eine Menschenkette für die Demokratie gebildet hatten. "Ich finde, wir können die Demokratie heute mal feiern", sagt Santjer. Sie sei "der beste Freund, den wir haben". Mit ihrer Hilfe schaffe man es, gute Nachbarn zu sein.
Dann wurde es spanisch auf der Deichstraße: Flamenco Alegria eröffnete das Bühnenprogramm mit "Eviva España". Flamenco-Musik erfüllte die Straße. Noch mehr Bewegung kam mit "Zumba Step by Step" ins Fest. Die Gruppe startete durch und lud die Besucherinnen und Besucher zum Mittanzen ein.
Auch der ADFC Cuxhaven und der Bürgerbahnhof waren ebenso dabei wie Raju Thapa aus Nepal und Inge Bühner und Thomas Timm von der Bürgerküche.
Auf der APE konnten Besucherinnen und Besucher derweil eine Frage beantworten: "Was wünschst du dir im Viertel?" Die Antworten reichten von mehr Spielplätzen und mehr Grün bis zu dem Wunsch, die Deichstraße stärker als Straße für Touristinnen und Touristen zu entwickeln.
Wenn Vielfalt nach Apfelkuchen schmeckt
Auch in den Räumen von Tante Emma herrschte längst Betrieb. Dort wartete eine Aufgabe: Welcher Apfelkuchen schmeckt am besten? Zwölf Kuchen waren für den Wettbewerb angemeldet. Eigentlich.
Dann kam Sascha Dreyszas mit einem weiteren Apfelkuchen herein, den er gemeinsam mit seinem Sohn gebacken hatte. Plötzlich waren es 13. "Oh, das ist eine besondere Zahl", lachte Dreyszas.
Zettel und Kugelschreiber wurden gezückt. Justin Gerdts vom Medemufer gehörte zur Jury, wie auch Michael Schunk. Unterstützt wurden sie von der jungen Tänzerin Leyla, die dann aber zu ihrem Auftritt eilen musste und durch ein neues Jury-Mitglied ersetzt wurde.
Zu bewerten waren die Art des Kuchens, Geschmack, Konsistenz, Aussehen, Präsentation und Gesamteindruck. Einen gemeinsamen Nenner gibt es immerhin: Alle Kuchen wurden mit derselben Apfelsorte gebacken, dem Elstar. Konzentriert arbeitet sich die Jury von Kuchen zu Kuchen. Anschauen. Probieren. Notieren.
Draußen ging das Fest weiter. Was zuvor in den Reden noch nach großen Begriffen klang - Demokratie, Gemeinschaft, Nachbarschaft und Vielfalt -, wurde hier ziemlich konkret. Beim gemeinsamen Tanzen. Beim Essen. Bei Gesprächen mit Menschen.
Und beim Apfelkuchen.
Ab 13 Uhr wurden die Kuchen gegen eine Spende ausgegeben. Dann durften auch die Besucherinnen und Besucher probieren, worüber die Jury zuvor so konzentriert gegrübelt hat.
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