Tim Wozniak will als Krankenhausgeschäftsführer mit Kommunikation und einer klaren Linie überzeugen. Foto: Reese-Winne
Tim Wozniak will als Krankenhausgeschäftsführer mit Kommunikation und einer klaren Linie überzeugen. Foto: Reese-Winne
In der Stadt präsenter werden

Umbau und Personalfragen: Was der Geschäftsführer der Helios-Klinik Cuxhaven verrät

von Maren Reese-Winne | 08.11.2024

Seit dem 1. Juli ist Tim Wozniak Geschäftsführer der Helios-Klinik Cuxhaven. Nunmehr hat er die dringendsten Baustellen identifiziert. Für eine davon - Neubesetzung des kardiologischen Kassensitzes von Dr. Müntze - könnte eine Lösung in Sicht sein. 

Die berühmten 100 Tage sind seit dem Start als Geschäftsführer der Helios-Kliniken Cuxhaven und Nordenham am 1. Juli längst verstrichen - Zeit für eine Zwischenbilanz. Wie war der Start, der für Tim Wozniak gleichzeitig die Rückkehr an eine frühere Wirkungsstätte bedeutete? 

Das Gespräch gesucht

"Es waren schöne und intensive Tage", so Tim Wozniak. Seine Präsenz in allen Krankenhausbereichen mit zahlreichen Gesprächen sei von den Beschäftigten erfreut aufgenommen worden. Das Haus kannte Tim Wozniak bereits aus seiner Tätigkeit als Assistent der Geschäftsführung bis zum Sommer 2019.

Aufgefallen sei ihm jetzt im Dialog ein oftmals unterschiedlicher Informationsstand über laufende Projekte, zum Beispiel die in der nächsten Zeit anstehenden Baumaßnahmen. Der Förderbescheid über einen Betrag von 7,4 Millionen Euro für Umbauten im Rahmen der Zusammenlegung der beiden Krankenhausstandorte Sahlenburg und Altenwalder Chaussee geht bereits auf das Jahr 2020 zurück.

Belegschaft soll den Vorrang haben

Die Arbeiten umfassen Umbauten und Sanierungen. Mit Details hält sich Tim Wozniak zurück - noch: Erst sollen am 25. November alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei einer Veranstaltung informiert werden, bei der auch der Architekt anwesend sein wird. Für die Bauphase sind Zusammenlegungen und Umzüge zu erwarten.

Zur Kennenlernrunde gehörte aber auch der Weg nach außen zu Treffen mit Cuxhavens Oberbürgermeister Uwe Santjer, Landkreis-Dezernent Michael Take und der Krankenhausgeschäftsführerin in Otterndorf. Zweimal bereits hat wieder der Krankenhausbeirat getagt und Tim Woszniak schaute sich auf dem Gelände des ehemaligen Seehospitals Sahlenburg um, das beständig vor Vandalismus geschützt werden muss. Ein Hausmeister/Gärtner sei in Vollzeit dafür beschäftigt, außerdem habe sich der Einsatz eines Sicherheits-Dienstleisters bewährt. Seither sei die Anzahl der notwendig werdenden Strafanzeigen zurückgegangen.

Nahtloser Übergang in der Notaufnahme

Licht und Schatten begleiten den Geschäftsführer bei der Personalgewinnung. Den nahtlosen Übergang in der Zentralen Notaufnahme vom früheren Chefarzt Dr. Lüder Herzog auf Achilles Nitzsche zum 1. Oktober stuft er eindeutig auf der Haben-Seite ein. Erfreulicherweise könne auch eine seit November 2023 vakante Stelle im Medizincontrolling zum Januar 2025 wiederbesetzt werden. "Das wird unserer Klinik und unserem Team sehr gut tun."

Ungeklärt ist noch die Nachfolge für den Chefarzt der Unfallchirurgie. "Die Rezertifizierung als regionales Traumazentrum werden wir nicht schaffen", kündigt der Geschäftsführer an. Er strebe nach der Wiederbesetzung der Chefarztposition einen Neuaufbau an. Die Vakanz bedeute jedoch nicht, dass zurzeit keine Versorgung im Haus stattfinde; vielmehr werde diese von vier erfahrenen Fachärzten - Unfallchirurgen und Orthopäden - versehen.

Wiederaufbau der Kardiologie

Georgios Sinos, seit April 2024 Chefarzt der Kardiologie, habe das Team neu aufgebaut, das Herzkatheterlabor sei in Betrieb und das Feedback aus der Bevölkerung positiv. Die Zeichen stünden gut, dass aus der Abteilung heraus im neuen Jahr auch der Kassensitz der früheren Kardiologie-Praxis Dr. Müntze wieder besetzt werden könne; voraussichtlich jedoch zunächst nur in Teilzeit. Zu befinden habe darüber der Zulassungsausschuss der Kassenärztlichen Vereinigung in Stade.

Neu ist seit August eine Intermediate-Care-Station mit vier Betten am Anschluss an die Intensivstation, gedacht für Patienten, die ein Überwachungsbett, jedoch keine Intensivpflege benötigen. "Ein wichtiger Beitrag, der uns erlaubt, die OP-Kapazitäten auszubauen", so Wozniak. Entsprechend der gesundheitspolitischen Vorgaben würden außerdem ambulante Operationen und die Tagesklinik mit derzeit 13 Betten laufend an Bedeutung gewinnen.

In der Stadt wieder präsenter werden

Wichtig sei es ihm außerdem, die Klinik wieder mehr mit der Stadt zu verbinden: mit dem Hauptsponsoring für die Bascats, der Sport- und Gesundheitsmesse im Rahmen des Cuxhaven-Marathons und einer spektakulären Nikolaus-Aktion an der Krankenhaus-Fassade, aber auch mit Weihnachtsaktionen für den Rettungsdienst und die eigenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Ein Alleinstellungsmerkmal verleihe dem Krankenhaus das angegliederte Bildungszentrum, seiner Einschätzung nach eine einzige Erfolgsstory: Das Zentrum expandiere; inklusive neuer pflegerischer Fachweiterbildungen und Kooperationen. So wie zum Beispiel mit Ameos in Bremerhaven bei der Ausbildung der Operations- und Anästhesietechnischen Assistenten (OTA/ATA).

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Maren Reese-Winne

Redakteurin
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

mreese-winne@no-spamcuxonline.de

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