Voco expandiert in Cuxhaven: Neues Hochregallager überrascht
Die Pharmafirma Voco plant eine überraschende Erweiterung im Süden Cuxhavens. Ein zentrales Hochregallager soll entstehen, um die Effizienz zu steigern und neue Arbeitsplätze zu schaffen. Doch das Vorhaben birgt unerwartete Herausforderungen.
Cuxhaven wächst. Auch im Süden der Stadt, im Gewerbegebiet Groden, stehen die Zeichen auf Expansion. Der Bauausschuss hat in seiner jüngsten Sitzung einstimmig grünes Licht gegeben: Die Pharmafirma Voco, seit Jahrzehnten eine der wirtschaftlichen Säulen der Region, soll sich nach Westen ausdehnen dürfen.
Die Beschlüsse zu den Sitzungsvorlagen 81 und 82 empfehlen dem Verwaltungsausschuss, die planungsrechtlichen Weichen zu stellen. Das förmliche Verfahren beginnt jetzt erst. Doch die Vorarbeiten sind weit gediehen. Stadtbaurat Andreas Eickann sprach in der Sitzung von einer "wesentlichen Entwicklung" und einer "Verfestigung des Standortes" sowie einer klaren "Entscheidung für Cuxhaven". Viele Fragen seien bereits im Vorfeld geklärt worden, um das Verfahren schlank zu halten.
Gelände nahezu vollständig ausgelastet
Was bislang auf dem rund neun Hektar großen Areal westlich der Anton-Flettner-Straße als Grünfläche ausgewiesen war, einst sogar als Kleingartenfläche gedacht, soll künftig als gewerbliche Baufläche dienen. Die ehemaligen Kleingärten sind längst abgerissen, das Gelände liegt brach. Nun soll es einer neuen Bestimmung zugeführt werden.
Das Betriebsgelände von Voco sei nahezu vollständig ausgelastet, heißt es in der Verwaltungsvorlage. Eine Erweiterung sei zwingend erforderlich, um die betriebliche Entwicklung langfristig zu sichern, die Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten und zusätzliche Arbeitsplätze in der Region zu schaffen.
Der beauftragte Planer Lutz Richter von der PGN aus Rotenburg erläuterte dem Ausschuss die Grundzüge des Vorhabens im Detail. Kernstück ist ein zentrales Hochregallager im südlichen Teil des Plangebiets. Die bisherige dezentrale Struktur koste Fläche und Effizienz. Materialflüsse seien umständlich, Betriebsabläufe unnötig aufwendig. Ein modernes, automatisiertes System solle das grundlegend ändern. Die Flächen seien schmal, erklärte der Planer, weshalb es sinnvoller sei, mehr in die Höhe zu bauen als in der Breite zu expandieren.
Zentrallager darf bis 23 Meter hoch werden
Der Planer stellte klar, wo die Grenzen gezogen werden. Im Norden, zur Wohnbebauung hin, bleibt die zulässige Gebäudehöhe mit 14 Metern über Normalhöhe Null deutlich niedriger. Das Plangebiet ist in fünf Gewerbegebiete unterteilt, die sich in den zulässigen Höhen unterscheiden, nicht aber in der Grundflächenzahl. Sie beträgt einheitlich 0,8, was für Gewerbegebiete durchaus üblich ist. Lärmgutachten wurden bereits erstellt, Emissionskontingente auf die einzelnen Teilflächen verteilt. Je näher an der Wohnbebauung im Norden, desto enger die Grenzen für den Betriebslärm.
Umweltbericht folgt zur nächsten Sitzung
Für Fassaden ab 17 Metern schreibt der Vorentwurf helle Farbtöne vor. Bei einer Gebäudelänge von mehr als 100 Metern ist eine optische Gliederung Pflicht, etwa durch Materialwechsel, Fassadenbegrünung oder Photovoltaikmodule an der Außenwand. Das Regenwasser soll über ein Rückhaltebecken im Süden des Geländes gesammelt und gedrosselt in den Lehstrom eingeleitet werden. Kartierungen zu Flora und Fauna stehen noch aus. Ergebnisse werden zur nächsten Sitzung erwartet, wenn auch der Umweltbericht fertiggestellt sein soll.
Norbert Welcker von den Grünen signalisierte grundsätzliche Zustimmung seiner Fraktion, machte aber auch auf offene Fragen aufmerksam. Die Unterlagen hätten seine Fraktion sehr kurzfristig erreicht, eine interne Beratung sei nicht mehr möglich gewesen. Gleichwohl erwarte er keine wesentlichen Einwände. Welcker regte an, im Bereich der geplanten Eingrünung eine Rad- und Fußwegverbindung vorzusehen, die die angrenzenden Bereiche miteinander verbindet.
Der Planer Lutz Richter bestätigte, dass diese Möglichkeit im Entwurf offengehalten worden sei. Welcker mahnte zudem, bei der Regenwasserplanung neuere Fachnormen der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft im Blick zu behalten. Auch das nahm der Planer zur Kenntnis.
Bauausschussvorsitzender Enak Ferlemann (CDU) fasste die Stimmung im Ausschuss am Ende knapp zusammen: "Das ist ein riesiger Bebauungsplan für ein sehr erfolgreiches Unternehmen, auf das Cuxhaven stolz sein kann, dass es hier ist." Beide Beschlüsse fielen einstimmig. Den endgültigen Beschluss trifft der Verwaltungsausschuss am 25. Juni.

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